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Die Spekulationen um Favre sind beendet

Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer sieht den Schweizer Lucien Favre bereits als künftigen Trainer in München. Doch vorerst wohl vergeblich.

Trainer Lucien Favre ist immer hautnah bei seiner Mönchengladbacher Mannschaft.
Trainer Lucien Favre ist immer hautnah bei seiner Mönchengladbacher Mannschaft.
Keystone
Nach dem 2:1-Sieg in Leverkusen sprintete der Schweizer aufs Feld und feierte mit seiner Mannschaft.
Nach dem 2:1-Sieg in Leverkusen sprintete der Schweizer aufs Feld und feierte mit seiner Mannschaft.
Keystone
Im Spiel gegen Hoffenheim kam es auch zu einer kleinen Diskussion zwischen Favre und Schiedsrichter Wolfgang Stark.
Im Spiel gegen Hoffenheim kam es auch zu einer kleinen Diskussion zwischen Favre und Schiedsrichter Wolfgang Stark.
Keystone
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Bayerns Coach Jupp Heynckes kann Ende Saison immer noch als der ganz grosse Verlierer dastehen. Sein Team hat sich in den letzten Wochen zwar aus der Krise gespielt. Doch in der Meisterschaft kommen sie trotzdem nicht vom Fleck, weil Leader Dortmund Spiel für Spiel seine Hausaufgaben macht und sieben Runden vor Schluss nach dem 6:1-Sieg in Köln immer noch fünf Punkte Vorsprung auf die Bayern ausweist. Dortmund setzt Bayern-Coach Jupp Heynckes mächtig unter Druck. Falls er den Titel nicht gewinnt und auch in der Champions League sowie im deutschen Pokal im Endspiel gegen Dortmund auf der Strecke bleibt, wäre das fast sicher sein Ende beim deutschen Rekordmeister. Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer erklärte jüngst beim TV-Sender Sky, dass er Lucien Favre durchaus als künftigen Bayern-Trainer sehe.

«Unsere Zusammenarbeit ist perfekt»

Doch jetzt hat Borussia Mönchengladbach die Spekulationen um den begehrten Schweizer Trainer beendet. Beim Fussball-Talk «Liga Total Lounge» erklärte Sportdirektor Max Eberl die ständige Diskussion um die Zukunft Favres für beendet: «Lucien Favre wird seinen Vertrag mindestens bis 2013 erfüllen. Er wird nächste Saison definitiv Trainer bei uns sein. Unsere Zusammenarbeit ist perfekt, wir haben eine Situation wie seit 35 Jahren nicht mehr», lobt Eberl seinen Trainer explizit. Jörg Stiel, der ehemalige Captain, Torhüter und Berater von Gladbach, begrüsst es, dass Eberl die Spekulationen um Favre beendet hat. «Jetzt kann man die Saison ohne Nebengeräusche zu Ende spielen und die neue Saison in Ruhe planen.»

Doch Stiel ist lange genug im Geschäft, um nicht zu wissen, dass im Fussball Verträge schnell zu Makulatur werden können. «Falls Heynckes in München tatsächlich keinen Titel holt, wird es eng für ihn», vermutet der Moderator des Fussball-Talk «kick it» im Schweizer Sportfernsehen SSF. Und dann werde Lucien Favre in München mit Garantie ein Thema sein. «Wenn die Bayern einen Trainer partout wollen, dann werden sie ihn auch kriegen und aus dem Vertrag auslösen», so Stiel. Das würde Gladbach viel Geld in die Kasse bringen. «So, wie ich Max Eberl kenne, wird er aber versuchen, den Vertrag mit Favre jetzt schon um zwei oder drei Jahre vorzeitig zu verlängern.»

Bei Gladbachs Spielern liegen die Nerven blank

Favre indes muss sich zurzeit mit der 500. Bundesliga-Niederlage der Vereinsgeschichte auseinandersetzen. Die 1:2-Heimniederlage gegen Hoffenheim hat die Borussia im Kampf um die Champions League etwas zurückgebunden. «Wir hätten dieses Spiel nie und nimmer verlieren dürfen, wir waren während 70 Minuten klar besser», sagte Favre bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. Bei seinen Spielern liegen offenbar die Nerven blank. Torhüter Marc-André ter Stegen und Torjäger Marco Reus sind sich laut Medienberichten noch im Tribünengang in die Haare geraten und sollen sich gegenseitig übel beschimpft haben.

Favre gibt seinen Spielern bis Mittwoch frei

«Ich kenne die beiden sehr gut. Es sind zwei super Typen, die einfach unheimlich ehrgeizig sind», sagt Gladbachs ehemaliger Berater Jörg Stiel gegenüber Redaktion Tamedia. Da könne es nach einer schmerzhaften Niederlage auch schon mal zu einem Gefühlsausbruch kommen. «Marco Reus war wohl mehr über sich selbst verärgert als über ter Stegen», vermutet Stiel. Er habe sich vielmehr über seine vergebenen Chancen geärgert. «Bevor Hoffenheim auch nur eine Chance hatte, hätte Gladbach mit vier oder fünf Toren führen müssen. Aber die Spieler können sich nach dem Ausscheiden im Pokal gegen die Bayern und der Niederlage in der Bundesliga jetzt wieder etwas abkühlen. Lucien Favre hat ihnen bis am kommenden Mittwoch freigegeben», weiss Stiel.

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