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Die Zitate von John Lennon

Ob an einem Schüeli oder bei einer Konfirmation: Der frühere Beatles-Sänger ist überall. Vielleicht auch bei Neymar und GC.

Sie jubeln noch scheuer als die Grossen: Kinder an einem Schülerturnier. Bild: Privat
Sie jubeln noch scheuer als die Grossen: Kinder an einem Schülerturnier. Bild: Privat

Es war eine Weltmeisterschaft, und Männer entdeckten, wie schön der Fussball der Frauen sein kann, die Copa America und der Afrika-Cup werden gespielt, und auch in diesem Sommer werden einige Fussballer gehandelt wie Bilder von Picasso, es ist die Zeit der Sehnsüchte und Versprechungen. Der Brasilianer Neymar sagte vor zwei Jahren, sein Herz habe ihn nach Paris getragen, 45'000 waren in den Parc des Princes gekommen, um zu sehen, wie er über einen roten Teppich schreitet, und Neymar, der wahnwitzige 222 Millionen Euro kostete, rief damals in ein Mikrofon: «Paris ist magisch. Ich danke Gott, dass er mir den richtigen Weg gewiesen hat.» Jetzt will er möglichst schnell wieder weg, am liebsten zurück nach Barcelona. Alles nur ein Missverständnis, wie manchmal bei Herzensangelegenheiten.

Es gibt andere Momente in diesem Sommer, die tiefer gehen. Schüelis überall, die Turniere der Kinder auf Plätzen und Wiesen, die Freude von Siebenjährigen nach einem Tor. Manchmal macht einer auch einen Salto, weil er dies gesehen hat von einem Grossen am TV, aber meist jubeln sie noch, wie es früher Gerd Müller tat: schnell rechtsumkehrt, vielleicht ein eher scheuer Luftsprung, kurze Umarmung mit Kollegen, strahlend zurück zur Platzmitte. Weiter, weiter, spielen, nur spielen. Die Freude über ein Tor ist bei den Kleinsten noch kein Grund zur Selbstdarstellung.

Und in der gleichen Gemeinde am Zürichsee eine Konfirmation in der Kirche. 20 junge Frauen und Männer stehen vorne, alle sagen etwas, stellen ihren Sätzen ein Zitat der Beatles voran. Auffallend viele nehmen bei ihrer kurzen Rede Bezug auf den Fussball, der offenbar ihre Leidenschaft ist, eine Konfirmandin spielt bereits im Nationalteam der Juniorinnen. Einer, er ist Torhüter, zitiert John Lennon: «You don’t need anybody to tell you who you are or what you are. You are what you are.»

Und ich denke, wissen die jungen Spieler, die auch in diesem Sommer wieder plötzlich in diese Scheinwelt katapultiert und über Nacht zu Millionären werden, noch, wer sie sind? Können sie es überhaupt noch wissen, weil nur noch die anderen sagen, wer sie sind und was sie zu sein haben?

Ein anderer bei der Konfirmation in der Kirche, er ist ein grosser Fan von GC, nahm dieses Zitat von Lennon, das auch dem Schriftsteller und Dramatiker Oscar Wilde zugeschrieben wird: «Everything will be okay in the end. If it’s not okay, it’s not the end.»

Tröstend, irgendwann am Ende wird alles gut. Vielleicht gilt das auch für Neymar. Und GC.

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