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Diese Mannschaft darf und muss höhere Ziele haben

Die Schweizer Fussballer haben sich für Brasilien qualifiziert. Diesem Team kann durchaus eine schöne Zukunft bevorstehen.

Fredy Wettstein
Alle Kameras sind auf ihn gerichtet: Xherdan Shaqiri in Kloten. (12. Oktober 2013)
Alle Kameras sind auf ihn gerichtet: Xherdan Shaqiri in Kloten. (12. Oktober 2013)
Keystone
Ein junger Fan ergattert ein Autogramm von Ricardo Rodriguez. (12. Oktober 2013)
Ein junger Fan ergattert ein Autogramm von Ricardo Rodriguez. (12. Oktober 2013)
Keystone
Sympathieträger: Xherdan Shaqiri herzt den Jungen, der mit ihm auf den Platz geht. (11. Oktober 2013)
Sympathieträger: Xherdan Shaqiri herzt den Jungen, der mit ihm auf den Platz geht. (11. Oktober 2013)
Keystone
Die Stars des Abends: Xherdan Shaqiri umarmt Michael Lang. (11. Oktober 2013)
Die Stars des Abends: Xherdan Shaqiri umarmt Michael Lang. (11. Oktober 2013)
Keystone
Geschafft! Das Schweizer Team feiert seinen Sieg. (11. Oktober 2013)
Geschafft! Das Schweizer Team feiert seinen Sieg. (11. Oktober 2013)
Keystone
Die erste Chance der Partie: Fabian Schär kommt zum Kopfball.
Die erste Chance der Partie: Fabian Schär kommt zum Kopfball.
Keystone
Vergebene Grosschance: Valentin Stocker trifft mit seinem Kopfball aus fünf Metern nur den Pfosten.
Vergebene Grosschance: Valentin Stocker trifft mit seinem Kopfball aus fünf Metern nur den Pfosten.
Keystone
Schlüsselfigur: Xherdan Shaqiri verwertet gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit ein Zuspiel von Granit Xhaka.
Schlüsselfigur: Xherdan Shaqiri verwertet gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit ein Zuspiel von Granit Xhaka.
Keystone
Angeschlagen: Shaqiri wurde vermehrt hart angegangen und musste nach seinem Tor ausgewechselt werden.
Angeschlagen: Shaqiri wurde vermehrt hart angegangen und musste nach seinem Tor ausgewechselt werden.
Keystone
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Jubelszenen in Tirana: Die Schweiz fährt zur WM in Brasilien. Erst Xherdan Shaqiri, der Mann mit kosovo-albanischen Wurzeln, dann Neuling Michael Lang schossen die Tore zum 2:1 gegen Albanien.

Die Schweizer Fussballer sind somit zum dritten Mal nacheinander an einer Weltmeisterschaft dabei, zwischen 2004 und 2014 an fünf von sechs grossen Turnieren (WM und EM). Das ist bemerkenswert und eine Bilanz, die ausser den sechs Topteams von Europa kein anderes Land vorweisen kann. Es ist der Beweis für die beispielhafte Nachwuchsarbeit im Verband und in den Clubs.

Die letzten drei Spiele dieser Qualifikation zeigten auch, was in dieser Mannschaft steckt, es ist eine ideale Mischung aus Jugend und Erfahrung. Gegen Island, als aus dem 4:1 noch ein 4:4 wurde, waren die Schweizer lange Zeit spielerisch stark und unbekümmert, dann sorglos und überheblich, vier Tage später gegen Norwegen und jetzt in Tirana dagegen kaltblütig und konzentriert.

Um die 30 sind die Älteren (Diego Benaglio, Gökhan Inler, Stephan Lichtsteiner), Anfang 20 die vielen jungen Talente (Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka, Fabian Schär, Haris Seferovic). Und geführt werden sie von einem Trainer, der bewies, dass er in heiklen Momenten richtig zu reagieren weiss. Wenn Ottmar Hitzfeld angespannt ist, seine Furchen im Gesicht noch auffälliger sind, seine Lippen schmaler, sein Körper aber signalisiert, dass er alle kritischen Ansätze abprallen lässt, dann ist er meist ein starker Trainer. «Wenn mir das Wasser bis zum Hals steht, dann bin ich sehr konzentriert. Vielleicht nicht kalt, aber ruhig, dann kommen meine Kämpferfähigkeiten zum Vorschein», sagte er einmal. Er spricht dann immer von speziellen Herausforderungen.

Wie ein Simultanschachspieler

Besonders nach dem 4:4 gegen Island vor fünf Wochen reagierte Hitzfeld wieder wie ein Clubtrainer, dem bis zum nächsten Spiel nur wenig Zeit bleibt, der extern seine Mannschaft schützt und intern klare Worte spricht. Er sei, sagt einer aus dem engen Umfeld, wie ein Simultanschachspieler gewesen, der von Brett zu Brett geht und immer den richtigen Zug wählt. Die Spieler verstanden es.

Ein 2:0 in Oslo war die Antwort, jetzt folgte das 2:1 in Tirana. Den ersten Matchball haben die Schweizer damit verwertet, in einer Gruppe, die für sie vorteilhaft war, mit Gegnern in der Weltrangliste auf Plätzen zwischen 25 und 123. Aber diese Mannschaft darf und muss höhere Ziele haben.

Dank begabten Jungen, dank erfahrenen Führungsspielern. Und einem Trainer, der wohl nicht, wie einst vorgesehen, in Brasilien im nächsten Sommer abtreten wird, sondern weitermacht. Sein Vertrag dürfte bald bis 2016 verlängert werden. Auch weil sich Hitzfeld ausrechnet, dass er und diese Mannschaft eine schöne Zukunft haben können.

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