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Doping-Ermittlungen gegen Guardiolas Verstossenen

Ein vermeintlich harmloses Foto sorgte für grossen Wirbel um den Franzosen Samir Nasri. Es drohen drastische Konsequenzen.

Wird er gesperrt? Sevillas Mittelfeldspieler Samir Nasri.
Wird er gesperrt? Sevillas Mittelfeldspieler Samir Nasri.
Darko Bandic, Keystone

Es begann mit einem eigentlich unspektakulären Schnappschuss. Jamila Sozahdah, Mitgründerin der Firma «Drip Doctors», postet auf Facebook einen Beitrag, dass sie Samir Nasri mittels einer Tropfinfusion behandeln: «Diese hilft ihm, hydriert und während der Fussballsaison gesund zu bleiben.» Lobenswert also für einen Fussballer, der von Pep Guardiola bei Manchester City wegen mangelnder Fitness verstossen wurde.

Nur wenige Stunden, mitten in der Nacht, später begann das Unheil für den Mittelfeldspieler von Sevilla, bis Saisonende von Manchester City ausgeliehen. Von seinem Twitter-Account aus wurden zahlreiche, wenig schmeichelhafte Beiträge gepostet. Nasri berichtete von sexuellem Kontakt mit Sozahdah und schickte die Empfehlung für seine Follower nach: «Wenn ihr in Los Angeles seid, euch einsam fühlt, ruft die Drip Doctors. Sie geben euch, was auch immer ihr wollt.»

Die Posts wurden rasend schnell geteilt – der erste Beitrag über 12'000-mal. Als am kommenden Morgen alle Tweets gelöscht wurden, gefolgt von einem Statement des Fussballers, dass der Account gehackt wurde, war der Schaden schon angerichtet. Britische Medien berichten über einen Racheakt von Nasris Ex-Freundin Anara Atanes. Das ehemalige Model von Victoria’s Secret sorgte bereits 2014 für einen Eklat, als sie auf Nasris Nicht-Berücksichtigung von Frankreichs damaligem Nationaltrainer Didier Deschamps mit den Tweets «Fuck France» und «Was für ein Scheisstrainer» reagierte.

Die Fotos über die Behandlung der Drip Doctors haben aber noch mehr Konsequenzen für Nasri. Wie die spanische Zeitung «El País» schreibt, hat sich jetzt die spanische Anti-Doping-Agentur (AEPSAD) eingeschaltet. Gemäss der Wada ist eine solche Tropfinfusion nicht erlaubt, sofern sie die Menge von 50 ml überschreitet. Eine nicht näher genannte Quelle der AEPSAD sagte gegenüber dem Blatt: «Dass ein Sportler eine solche Klinik besucht, ist sehr auffällig.» Aufmerksam geworden ist die Agentur durch den ehemaligen Chef-Dopingjäger Richard Ings, der den Tweet der Drip Doctors mit dem Kommentar «das dürfte euch interessieren» weiterleitete.

Ein Vereinssprecher des FC Sevilla liess verlauten, dass noch in dieser Woche ein Gespräch mit dem 29-Jährigen stattfinden wird. Der Club ist aber überzeugt, dass er nichts Unrechtes getan habe: «Es wäre sehr überraschend, wenn eine illegale Behandlung derart öffentlich gemacht werden würde.»

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