Dortmunds spätes Spektakel

In einem Elfmeterschiessen, wie es so wohl noch keines gab, gewann Dortmund den Cup-Halbfinal bei Bayern.

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Und dann dieses Ende. Dieses Elfmeterschiessen. Dieses mitreissende Ende. «Es sollte heute wohl so sein», sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp, als alles vorbei war. 1:1 hatte es nach 120 Minuten gestanden. Lahm eröffnete die Kurzentscheidung und rutschte beim Schuss aus. Gündogan traf sicher zum 0:1. Alonso lief an und rutschte weg wie Lahm, der Ball flog weit nebens Tor. Kehl traf sicher zum 0:2. Götze, der dritte Weltmeister am Elfmeterpunkt für die Bayern, lief an und scheiterte an Langerak. Hummels hätte schon für die Entscheidung sorgen können und scheiterte an Neuer. Dann griff sich der Bayern-Goalie, auch er Weltmeister, den Ball, lief an, scheiterte an der Latte – und für Klopp gab es kein Halten mehr. «Es ist komplett in Ordnung so», bemerkte er noch nach dem 2:0 im Elfmeterschiessen.

Im Überschwang der Gefühle durfte er so reden. Dabei hatte seine Mannschaft einiges an Glück gebraucht, um sich überhaupt in die Verlängerung retten zu können. 75 Minuten hatte sie nicht gut gespielt, in der ersten Halbzeit war ihr Auftritt gar kümmerlich gewesen, es war nicht der «Krawall», den Klopp angekündigt hatte, es war nur mutlos.

Das Einzige, was der Borussia trotz allem leise Hoffnung auf einen Erfolg und den Final vom 30. Mai hoffen liess, war das Resultat. Sie lag nur 0:1 zurück, nicht 0:2 oder 0:3, wie es auch möglich gewesen wäre, wenn Lewandowski nicht die Latte getroffen hätte, Schmelzers Handspiel mit einem Elfmeter bestraft worden wäre oder Thiago seine Chance genutzt hätte. So blieb es bei Lewandowskis Kontertor aus der 29. Minute. Die Verhältnisse schienen so klar, dass es sich Bayerns Pep Guardiola erlaubte, Robben fünf Wochen nach seiner Bauchmuskelriss Auslauf zu gewähren. Es sollte zum fatalen Irrtum eines Trainers werden, der erneut mit seinem Herumhampeln nervte. Nach einer Viertelstunde, in der 84. Minute, musste Robben vom Platz – er hatte sich wieder verletzt.

1:1 stand es zu diesem Zeitpunkt, dank Aubameyang nach der ersten wirklich gefährlichen Szene. Aber es stand bei Robbens Abgang nur 1:1, denn Mkhitaryan und Reus vergaben allerbeste Möglichkeiten zum 1:2. Die Dortmunder waren wie verwandelt, die Bayern taumelten, aber sie konnten sich gerade noch so in die Verlängerung retten.

Seit dem 2:5 im Final von 2012 gegen Dortmund hatten die Bayern keines ihrer 16 Cupspiele mehr verloren. Nun sollte dieser Halbfinal ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Triple sein. Aus dem anfänglichen Schaulaufen wurde ein Zitterspiel, und es folgte eine Verlängerung, in der sich Dortmunds Kampl mit gelb-roter Karte verabschiedete; und in der Schweinsteiger zwei Chancen zum 2:1 vergab. Das Spiel war ruppig – und das wilde Elfmeterschiessen die Folge.

Erstellt: 29.04.2015, 08:05 Uhr

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