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Dul-X in der Kabine

Beim Espresso schwelgen Bruno und Luca in Erinnerungen.

Es ist heute Luca, der etwas weh­mütig wirkt, und er erzählt von einem Spaziergang in der vergangenen Woche, als es fast schon frühsommerlich warm war. Hoch oben über Zürich, in Witikon, ging er an einem Fussballplatz vorbei, von weitem wehte ihm schon dieser ­Geruch entgegen, ein ganz spezieller und wunderbarer Geruch, das Gras muss eben frisch gemäht worden sein, die Maschine stand noch am Rande, und der Platzwart reinigte sie. Es waren noch keine Tore aufgestellt, keine weissen Linien gezogen, nirgends lag ein Ball, kein Mensch sonst, «aber», und Lucas Augen beginnen zu leuchten, «es roch nach Fussball, und Erinnerungen kamen in mir auf». An damals, es ist schon lange her und scheint doch wie erst gestern, als er sich die ganze Woche über gefreut hatte auf den Matchtag. Selten waren es so schöne Rasenplätze, wie sie heute fast überall üblich sind, künstliche gab es schon gar nicht, es waren oft braune Äcker, steinhart, und die Beine waren blutig nach dem Spiel. Das Warten am Morgen war manchmal entsetzlich, wenn es regnete und man nicht wusste, ob das Spiel verschoben ist oder nicht, weil irgendein missgelaunter Abwart das wenige Grün schonen wollte.

«Das Wochenende war verdorben ohne Spiel», sagt Luca. Wenn der Anruf gekommen war: abgesagt. Bruno hört zu, und während Luca schwelgt und wieder zum Kind wird, denkt Bruno nach. «Weisst du, was ich vermisse», sagt er plötzlich, «was mir fehlt, wenn ich zurückdenke: weniger der Geruch des Rasens als vielmehr der Geruch in der Kabine. Und das Leben in der Kabine. Diese ganze Mischung, diese besondere Welt, dieses Gefühl zusammen mit dem Team.»

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