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Ein Club am Abgrund

Austria Salzburg – vor zehn Jahren von Red Bull aufgekauft – hat sich neu erfunden und steht nach einem steilen Aufstieg vor dem Absturz.

Die Geschichte liest sich wie ein Bestseller für Fussballromantiker. Austria Salzburg, 1933 gegründet, dreimal Meister, 1994 das verlorene Endspiel im Uefa-Cup gegen Inter Mailand, eine Saison später der Einzug in die Champions League. Dann der finanzielle Abstieg und der grosse Bruch. 2005 von Red Bull aufgekauft und in FC Red Bull Salzburg umbenannt, das Clublogo fortan rot-blau statt violett-weiss. Beinharter Protest der Fans, die umgehend einen neuen Club ins Leben rufen und innerhalb von zehn Jahren durch alle Ligen marschieren und 2015 den Aufstieg in die zweithöchste Klasse feiern.

Das versöhnliche Final der Geschichte der einst von Red Bull gehörnten Fans steht jedoch noch aus: der Einzug in die österreichische Bundesliga, verbunden mit der Sehnsucht, im Salzburger Derby den roten Bullen auf höchster Stufe richtig Pfeffer zu geben. «Der Aufstieg ist nur eine Frage der Zeit, die Austria ist ein schlafender Riese», hiess es damals aus der lilafarbenen Kurve. Das ist ein Jahr her, und seither ist die Austria ins Wanken geraten. Schulden von über einer Million Euro plagen den Verein, die finanziellen Probleme haben sich längst auf die Stimmung niedergeschlagen. Statt des Aufstiegs droht der Abstieg, im schlimmsten Fall gar der Konkurs und der erneute Rückfall in die Bedeutungslosigkeit.

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