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Ein Fifa-Funktionär wehrt sich gegen die Auslieferungshaft

Sieben Fifa-Funktionäre sind derzeit in der Schweiz inhaftiert. Einer von ihnen hat Beschwerde gegen den Auslieferungshaftbefehl erhoben.

Abgeführt: Einer der Festgenommenen Fifa-Funktionäre wird mit Sichtschutz nach draussen eskortiert. (27. Mai 2015)
Abgeführt: Einer der Festgenommenen Fifa-Funktionäre wird mit Sichtschutz nach draussen eskortiert. (27. Mai 2015)
Pascal Mora/The New York Times/Redux/Life
Fussballfunktionäre wegen Korruptionsverdachts im Baur au Lac festgenommen: Ein Einsatzwagen der Polizei fährt am Zürcher Hotel vorbei. (27. Mai 2015)
Fussballfunktionäre wegen Korruptionsverdachts im Baur au Lac festgenommen: Ein Einsatzwagen der Polizei fährt am Zürcher Hotel vorbei. (27. Mai 2015)
Arnd Wiegmann, Reuters
Die Welt blickt nach Zürich: Nationale und internationale Medienschaffende haben sich vor dem Hotel versammelt. (27. Mai 2015)
Die Welt blickt nach Zürich: Nationale und internationale Medienschaffende haben sich vor dem Hotel versammelt. (27. Mai 2015)
Urs Jaudas
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Das Bundesstrafgericht in Bellinzona wird sich über einen Aspekt des Fifa-Skandals beugen müssen: Einer der sieben inhaftierten Fifa-Funktionäre hat gegen den Auslieferungshaftbefehl des Bundesamtes für Justiz Beschwerde erhoben.

Der Mann, der am 27. Mai in Zürich festgenommen worden war, wehrt sich dagegen, während der Dauer des Auslieferungsverfahrens in die USA in Haft bleiben zu müssen. Den Entscheid des Bundesstrafgerichts können sowohl der Funktionär wie auch das Bundesamt für Justiz (BJ) beim Bundesgericht in Lausanne anfechten, wie die BJ mitteilte.

Alle sieben Inhaftierten wehren sich nach wie vor gegen die Auslieferung an die USA, wie der Sprecher des BJ, Folco Galli, gegenüber Redaktion Tamedia bestätigt. Sie alle hatten das bei ihrer Einvernahme zu Protokoll gegeben. Aufgrund dessen forderte das BJ die US-Behörden auf, ein formelles Auslieferungsersuchen zu erstellen. Der bilaterale Auslieferungsvertrag sieht dafür eine Frist von 40 Tagen vor. Bis heute ist laut Galli noch nichts eingetroffen. Das sei aber nicht verwunderlich, umfasse ein solcher Antrag doch schnell einmal 100 Seiten pro Person, die auch übersetzt werden müssen.

Seltene Haftentlassung

Zu den Aussichten der Beschwerde gegen den Auslieferungshaftbefehl konnte Galli keine Stellung nehmen. In den vom BJ auf seiner Homepage zur Verfügung gestellten Dokumenten, heisst es jedoch, die Auslieferungshaft enspreche der Regel. Das Abkommen mit den USA verpflichtet die Staaten, sich einander Personen auszuliefern, die wegen einer auslieferungsfähigen Straftat gesucht werden.

Wenn das Bundesstrafgericht eine Person auf Kaution oder mit anderen Auflagen auf freien Fuss setzen lässt und diese Person dann ausser Landes flieht, würde die Schweiz also gegenüber den USA vertragsbrüchig. Haftentlassungen würden deshalb nur selten gewährt, heisst es in den Erläuterungen des Bundesamtes für Justiz.

Funktionäre in verschiedenen Haftanstalten

Die sieben festgenommenen Fifa-Funktionäre werden gemäss US-Verhaftsersuchen verdächtigt, Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen zu haben. Sie sitzen in verschiedenen Haftanstalten im Kanton Zürich in Auslieferungshaft.

Wegen Kollusionsgefahr wird der Kontakt unter den inhaftierten Fifa-Funktionären unterbunden. Dies gilt bis zum Abschluss des Auslieferungsverfahrens, das bei Ausschöpfung sämtlicher Rechtsmittel erfahrungsgemäss rund sechs Monate dauern kann.

SDA/rup

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