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Ein Hochrisikospiel

Jung und unverbraucht sollte der neue GC-Trainer sein. Nun kommt ein Unbekannter mit durchzogener Bilanz. Ob diese Taktik aufgeht?

Das ist der neue GC-Trainer. (Bild: GC)
Das ist der neue GC-Trainer. (Bild: GC)

Stipic kommt aus Tomislavgrad, ist 39 und alles andere als das, was dem Verein in diesem Moment gut tun würde: kein Name, der Respekt einflösst, kein Bernard Challandes zum Beispiel.

Das war bei den zuständigen Kreisen, bei Präsident Stephan Anliker oder CEO Manuel Huber, gar nicht gefragt, sie wollten auch keinen der üblichen «Verdächtigen», keinen Uli Forte, Jeff Saibene oder Maurizio Jacobacci, die alle verfügbar gewesen wären. Sie suchten einen anderen Trainertyp, einen jungen, unverbrauchten, einen mit Energie und klarer Philosophie, zumindest aus ihrer Sicht.

So sind sie auf Tomislav Stipic gekommen. Es ist ein Hochrisikospiel, dass sie hier eingehen. Sie übergeben eine kriselnde, tief verunsicherte und schlecht zusammengestellte Mannschaft einem Trainer, der ein Neuling in der Super League ist, der vor allem keinen Leistungsausweis hat, der Eindruck machen würde.

Das Gegenteil ist der Fall, Stipics bisherige Bilanz wirkt eher abschreckend: abgestiegen mit Erzgebirge Aue in die 3. Liga, abgestiegen mit den Stuttgarter Kickers in die Regionalliga, aktuell mit der U-19 von Eintracht Frankfurt in Abstiegsgefahr.

Vielleicht ist es das, was Anliker und Co. angezogen hat: Stipic weiss jedenfalls, wie absteigen geht.

Am Samstag gibt er sein Debüt, gleich gegen YB, den Meister und Leader. Eine Woche darauf steht der Ausflug nach Sitten an. Und dann folgt eine zweiwöchige Länderspielpause, was Stipic nur helfen kann, seine Ideen auf die Mannschaft zu übertragen. Anliker sagt, Stipic habe den Verwaltungsrat mit «seinen klaren Vorstellungen» und «seiner kompetenten Analyse der bisherigen Spiele überzeugt».

Die Frage ist dabei nur, wer im Verwaltungsrat überhaupt zur Beurteilung taugt, einen Trainer als kompetent zu beurteilen. Anliker hat sich mit seinen Trainerentscheiden schon oft verrannt – so oft, dass GC überhaupt erst in diese desolate Verfassung geraten konnte.

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