Ein Knall – und das Wankdorf war passé

Am Samstag vor 18 Jahren wurde ein Stück Schweizer Sportgeschichte gesprengt: das weltberühmte Stadion Wankdorf.

3. August 2001: Das Wankdorf wird gesprengt. (Video: SRF)

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Ein Blitz zischt durch das Stadion. Dann ein Knall, noch einer und noch einer, und schon kracht die alte Tribüne in sich zusammen. Staub wirbelt auf. Und von hoch herab folgen drei der Lichtmasten, als legten sie sich schlafen. Nur der vierte bleibt standhaft. Er wird später manuell umgerissen.

Gestern Samstag vor 18 Jahren wurde das Stadion Wankdorf in Bern abgebrochen, um Platz zu machen für den Neubau Stade de Suisse. Die Heimstätte der Young Boys war gewaltig in die Jahre gekommen, viele Sektoren des 1954 eröffneten Stadions durften zuletzt gar nicht mehr betreten werden – statt wie ursprünglich 64'000 Plätze fasste es am Ende nur noch 22'000. Beim Spiel YB - Lugano am 7. Juli 2001 war es ein letztes Mal ausverkauft, 1:1 ging dieses aus, und YB-Stürmer Reto Burri erzielte das letzte Tor im Wankdorf. Danach zügelten die Young Boys ins Exil Neufeld. 2005 war das Stade de Suisse bezugsbereit.

Ein erstes Stadion auf dem Areal war 1924 eröffnet worden. Für die WM 1954 in der Schweiz wurde dieses abgerissen und ein Neubau entworfen, der mit seinen 64'000 Plätzen gross genug war für den Final. In diesem Endspiel bezwang Deutschland das damals übermächtige Ungarn 3:2. Als viele Jahre später, 2001, das letzte Spiel im Wankdorf stattfindet, sind mit Fritz Walter und Gyula Grosics zwei Protagonisten jenes Finals anwesend. 1961 fand der Final des Meistercups im Wankdorf statt (FC Barcelona - Sporting Lissabon 2:3), 1989 das Endspiel des Cups der Cupsieger (Barça - Sampdoria Genua 2:0).

Heute erinnert in Bern nur noch die Matchuhr an das weltberühmte Wankdorf-Stadion. Als Relikt: Sie steht mitten auf dem Platz an der Südseite des Stade de Suisse.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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Erstellt: 03.08.2019, 14:11 Uhr

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