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Ein nettes 4:1 zur Erleichterung Hitzfelds

Mit dem grossen Meister auf der Bank gewann die Schweiz gegen Zypern 4:1. Dennoch wäre es falsch, den Sieg zu hoch zu bewerten. Israel wird bald ein weit stärkerer Gegner sein.

Hitzfeld gratuliert Debütant Stocker zu dessen starker Leistung.
Hitzfeld gratuliert Debütant Stocker zu dessen starker Leistung.
Keystone

Es war eine runderneuerte Schweiz, die sich im Stade de Genève präsentierte. Hitzfeld führte den neuen Verbandsanzug aus, von Versace und 3500 Franken teuer. In der Startaufstellung standen noch vier Spieler, die vor zwei Monaten mit dem 2:0 gegen Portugal die Amtszeit von Köbi Kuhn beendet hatten: Magnin, Behrami, Inler und Yakin. Drei durften gleich von Beginn an ihr Debüt geben: Jakupovic, Nef und Stocker. Andere kehrten zurück, die unter Kuhn vornehmlich die Reserve verstärkten: Djourou, Grichting, Huggel, Nkufo.

Nach 8 Minuten stand es 1:0, nach 27 Minuten 2:0, die Schweizer hatten mit Kopf gespielt: Zuerst traf Stocker mit dem Kopf, dann auch Yakin, und beide Male hatte Nkufo mit dem Kopf den Assist geliefert. Der Vorsprung sorgte zwar nicht dafür, dass irgendwelche Stimmung aufkam im Genfer Stadion. Aber das Resultat dürfte nicht zuletzt Hitzfeld beruhigt haben. Es hätte für ihn nichts Schlechteres geben können als ein Fehlstart - für ihn, der künftig alles tun will, um seine Siegermentalität auf die Spieler zu übertragen.

Am Ende stand es 4:1. Zwei späte Tore korrigierten zumindest resultatmässig das Bild vom trägen Testspiel, das es über lange Zeit eben war. Das 3:1 hatte Nef erzielt, aus Zufall mit der Brust, nachdem Zyperns Goalie neben eine Freistossflanke des eingewechselten Debütanten Abdi gegriffen hatte. Der vierte Treffer hingegen entsprang schönster spielerischer Kultur, Abdi leitete Behramis Querpass mit dem Absatz zu Vonlanthen weiter, der den Ball überlegt in die Ecke schob. Jetzt mochten sich sogar die 14 500 Zuschauer bemerkbar machen.

Dieses Zypern war willkommen

Die Schweiz hatte den ersten Sieg unter dem neuen Trainer, der von Spielern und Medien zugleich mit grossen Worten empfangen worden war. Der Trainer hatte den ersten Sieg in seiner Bilanz, der ihn nun mit Ruhe die erste Aufgabe vorbereiten lässt, die wirklich zählt: das Auftaktspiel zur WM-Qualifikation am 6. September in Israel. Die positive Premiere dient gewiss auch dazu, mit Moral und Selbstvertrauen nach Tel Aviv zu reisen.

Aber es wäre nichts falscher, schlechter und gefährlicher, diesen Abend und dieses Ergebnis zu hoch zu bewerten. Zu harmlos war dieser Gegner von der Ferieninsel im Mittelmeer, er war nicht in der Lage, die Schweizer unter Druck zu setzen oder nachhaltig in Schwierigkeiten zu bringen. Solche Gäste sind immer willkommen: freundlich und ohne übertriebenen Ehrgeiz, dem Gastgeber weh zu tun. In Israel wird es anders zugehen als hier. Und es wird viel mehr Druck geben: Denn es wird um Punkte auf dem geplanten Weg nach Südafrika gehen.

In der Defensive standen die Schweizer mit Ausnahme des Gegentreffers in der 36. Minute und bei einer Chance nach einer Stunde gut. In der Offensive zeichneten sie sich durch eine erstaunliche Effizienz aus. Ihnen genügten sechs, sieben wirklich gefährlichen Aktionen, um erstmals seit dem 4:1 gegen China im Juni 2006 vier Tore zu erzielen. Dass das 2:0 und 3:1 durch zwei Freistösse eingeleitet wurden, freute den neuen Chef. Das müsse «eine Waffe» werden, forderte er.

Dazwischen war viel Leerlauf, war eine zu grosse Anzahl von Ballverlusten, die den ohnehin schon nicht sehr hohen Rhythmus immer wieder brachen. Magnin hatte keinen guten Auftritt, zumal er unglücklich war und mit dem Verdacht auf Hirnerschütterung endete. Inler, sonst ein vorzüglicher Ballverteiler, hatte einen sehr diskreten Auftritt. Stocker wirbelte eifrig, blieb aber auch wegen seiner körperlichen Defizite immer wieder hängen. Yakin machte sein Tor, das schon, aber daneben produzierte er nicht viel Aufregendes. Nkufo baute nach guten Start spürbar ab.

Behrami und Huggel die Besten

Jakupovic konnte keine Fehler machen, weil er nicht geprüft wurde, Nef hielt sich ordentlich, Djourou spielte so gelassen, wie er das immer tut, Huggel machte abgesehen von einem Fehler ein auffallend gutes Spiel, Behrami war sehr bemüht, um auf der rechten Seite Druck zu machen. Abdi verbuchte gleich zwei Assists. Aber wie hatte Hitzfeld schon vor diesem Spiel gesagt: «Das wird nicht die Mannschaft für Israel sein.»

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