Ein richtiger Entscheid

Dass Nationaltrainer Vladimir Petkovic jetzt schon einen neuen Vertrag bis 2020 erhält, ist ein Risiko. Aber eines, das Sinn macht.

Für sieben Siege in Serie belohnt mit einem neuen Vertrag.

Für sieben Siege in Serie belohnt mit einem neuen Vertrag. Bild: Keystone

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Peter Gilliéron stellte sich die eine, die zentrale Frage selbst: “Was ist, wenn wir uns nicht für die WM 2018 qualifizieren? Machen wir dann trotzdem mit ihm weiter?” Mit einem Ja hat er die Frage beantwortet, und darum ist er zum Schluss gekommen: “Dann können wir den Vertrag mit ihm schon jetzt verlängern.”

Gilliéron ist der Präsident des Schweizerische Fussballverbandes, “ihm” ist Vladimir Petkovic, der Trainer der Nationalmannschaft seit drei Jahren. Und weil Gilliéron so viel von Petkovic hält und Petkovic selbst Freude an seiner Arbeit hat, verlängern die beiden Parteien ihre Zusammenarbeit um zwei Jahre bis Ende 2019. Wobei der Vertrag bis Sommer 2020 gültig ist, wenn sich die Schweiz dann für die EM qualifiziert.

Der Verband hat mit seiner Mitteilung überrascht, und Gilliéron ist anzumerken, wie er durchaus seine Freude hat, dass ihm das gelungen ist. Gut am Entscheid ist, dass er ohne Hektik getroffen worden ist, in tiefer Überzeugung, mit Petkovic den richtigen Trainer zu haben. Nachvollziehbar ist der Entscheid, weil Petkovic bislang die gestellten Aufgaben erfüllt hat: mit der Qualifikation für die EM 2016 und jetzt mit sechs Siegen in sechs Spielen in der Qualifikation für Russland.

Anerkennung, Kontinuität und Vertrauen sind die drei Stichworte, die Gilliéron einfallen, um die Verlängerung zu erklären. Keines ist wichtiger als das Vertrauen. Petkovic war zu Beginn seiner Arbeit misstrauisch, weil er zuerst zu seinem Umfeld, zu Verband, Mannschaft und Medien, Vertrauen fassen musste. Das war ein Prozess, der fast zwei Jahre dauerte - bis zu dem Tag, als vor 15 Monaten die Vorbereitung auf die EM begann. Auf einmal war Petkovic bereit, sich zu öffnen, nach innen wie nach aussen. Allen hat das gut getan, ihm vor allem.

Natürlich hätte der Verband um Gilliéron bis zum Ende der laufenden Ausscheidung Qualifikation abwarten können, um über Petkovic zu Rate zu sitzen. Was, wenn die Schweiz in den letzten vier Spielen bis Mitte Oktober noch stolpert und gegen Andorra, Lettland, Ungarn und Portugal eine Qualifikation verspielt, die im Moment sicher schein? Machte es dann Sinn, mit Petkovic weiterzumachen?

Ja, sagt Gilliéron. Und geht als Präsident vorneweg, der Führungsstärke zeigt. Bei allem Risiko.

Erstellt: 28.08.2017, 17:17 Uhr

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