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Ein Stresstest für die Fussballfans

Grosse Aufregung vor dem Champions-League-Final: Die Polizei will die Gesichter aller Zuschauer scannen.

Wegen der Terrorangst haben die britischen Behörden ihre Überwachungsaktivitäten ausgebaut. Bild: Getty Images
Wegen der Terrorangst haben die britischen Behörden ihre Überwachungsaktivitäten ausgebaut. Bild: Getty Images

Im Millenium Stadium in Cardiff finden 74'500 Leute Platz. Am 3. Juni wird das Stadion bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt sein und einem Stresstest unterzogen – der Champions-League-Final findet statt. Und: Jedes Gesicht eines jeden Stadionbesuchers soll vor dem Spiel gescannt werden.

Das ist zumindest der Plan der britischen Polizei, wie das Medienportal «Motherboard» berichtet. Sicherheitskameras am Bahnhof und vor dem Stadion registrieren die Gesichter und leiten die biometrischen Daten an einen Server weiter. Dieser vergleicht mittels einer Software die Gesichter mit einer Datenbank ab. Damit soll verhindert werden, dass sogenannte Persons of Interest (POI) bis ins Stadion gelangen. Wer diese POI sind, will die Polizei nicht mitteilen. Man darf davon ausgehen, dass diese gesuchte Terroristen sind, wie auch Menschen mit islamistischem Hintergrund.

Parallelen zur Schweiz

Die Frage ist nun, ob die automatische Gesichtserkennung bei diesen Kameras funktioniert. Die gängigen CCTV-Bilder sind mässig scharf und lassen eine verlässliche Gesichtserkennung nicht zu. «Motherhood» schreibt, dass die South Wales Police bereits erste Erfahrungen mit den neuen Kameras beim Notting Hill Carnival gemacht hat: Keine einzige Person soll erkannt worden sein.

Gängige CCTV-Kameras. Bild: Keystone
Gängige CCTV-Kameras. Bild: Keystone

Wie beim Schweizer Projekt Focus One, bei dem verdeckte Ermittler Fotos von Stadiongästen machen, begehren nun britische Datenschützer auf: Ist das Aufnehmen sämtlicher Gesichter erlaubt? Und: Was geschieht mit den Daten? Rund 170'000 Gesichter werden gescannt, die biometrischen Daten sollen danach wieder gelöscht werden.

Grund für die Massnahmen sind die gestiegenen Terrorängste. Der Anschlag auf den Mannschaftsbus von Dortmund, aber auch die jüngsten Attentate auf öffentlichen Plätzen haben beigetragen, dass in Grossbritannien die Videoüberwachung ausgebaut wird.

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