Ein taktisches Manöver

Die Absetzung der Fifa-Ethiker friert die Arbeit der Ethikkommission für Monate ein.

Den Kampf um die Gunst der öffentlichen Meinung hat die neue Führung der Fifa verloren: Gianni Infantino in Bahrain.

Den Kampf um die Gunst der öffentlichen Meinung hat die neue Führung der Fifa verloren: Gianni Infantino in Bahrain. Bild: Keystone

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Die Fifa hat es sich noch einmal anders überlegt. Die Macht von Präsident Infantino wird vorläufig nicht weiter ausgebaut. Der Antrag zur Stärkung des Fifa-Ausschusses mit Infantino und den sechs Präsidenten der Kontinental­verbände wurde am Kongress zurückgezogen – kommentarlos. Geplant war, dass die sieben Personen künftig auch über nichtdringliche Geschäfte bestimmen. Das ist nun weiter die Aufgabe des 37-köpfigen Fifa-Rats.

Der Rückzieher ist als taktisches Manöver zu verstehen. Offenbar wurde der öffentliche Druck der letzten Tage zu gross, die Kritik an der Ausbootung der Ethiker Borbély und Eckert zu heftig. Alles gut also? Nein. Die Absetzung der beiden Ethiker wiegt nach wie vor schwer, sie friert die Arbeit der Ethikkommission für Monate ein. Dass die Fifa-Spitze die beiden nicht zur Wahl nominiert hat, ist das eine; dass von den Mitglieds­verbänden nur sechs gegen die neuen Ethiker stimmten, das andere – eine neue Kultur, wie Infantino gerne betont, sieht anders aus. Für Opposition muss es selbst in der Fifa Platz haben.

Dass nun bereits ein zweiter Präsident auf dieser Welt von Fake-News und alternativen Fakten spricht, ist zudem höchst bizarr und heisst nichts anderes als: Den Kampf um die Gunst der öffentlichen Meinung hat die neue Führung der Fifa längst verloren.

Erstellt: 11.05.2017, 22:12 Uhr

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