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«Eine bizarre Karriere»

Mit 13 Sponsoring-Millionär, mit 16 Nationalspieler, mit 28 auf dem Abstellgleis: Freddy Adus Geschichte ist eine Warnung für Wunderkinder.

Da war er noch voller Hoffnungen und Träume: Freddy Adu nach der Unterzeichnung seines ersten Profivertrags mit Mutter Emelia. (19. November 2003)
Da war er noch voller Hoffnungen und Träume: Freddy Adu nach der Unterzeichnung seines ersten Profivertrags mit Mutter Emelia. (19. November 2003)
Keystone

Er sollte der Pelé der USA werden, nach 13 Profistationen interessieren sich heute aber nur noch Provinzclubs für Fredy Adu. Die 14. Station des 28-Jährigen könnte nun Oskarshamns AIK heissen. Der Oskarshamns Allmänna Idrottsklubb, so der volle Name des Vereins, spielt in der dritten schwedischen Liga, schloss die vergangene Saison auf dem 5. Rang ab. Noch sei nichts unterschrieben, sagt Adu, das Interesse aber sei da. Zuletzt war das frühere Wunderkind ein halbes Jahr lang arbeitslos.

Nichts ist mehr übrig vom Glanz der Anfangszeit: Am 3. April 2004 hatte Adu in der Major League Soccer für D.C. United debütiert, zwei Wochen später erzielte er sein erstes Profitor. Beide Marken bedeuten bis heute Rekord in der nordamerikanischen Profiliga. Aus einem Engagement bei Manchester United wurde 2006 nur deshalb nichts, weil es Probleme mit der Arbeitsgenehmigung gab.

Zeitgleich mit dem Wechsel zu Benfica Lissabon 2007 setzte Adus Niedergang ein. Die nächsten Stationen hiessen noch AS Monaco und Belenenses Lissabon, die letzten drei Kuopion PS, Kuopio Futis (Finnland) und Tampa Bay Rowdies (USA). Von einer Karriere à la Cesc Fabregas – der Spanier war an der U-17-WM 2003 direkt vor Adu bester Spieler des Turniers – ist der 1,74 m grosse Mittelfeldspieler Lichtjahre entfernt. Sogar die Hoffnungen, beim polnischen Erstliganeuling Sandecja Nowy Sacz unterzukommen, zerschlugen sich. «Eine bizarre Karriere» habe Adu hingelegt, befand die britische «Sun».

Hinzu kommt, dass Freddy Adu in seiner Heimat wegen des einstigen Wunderkindstatus besonders kritisch beäugt wird. Als er 2015 einen Werbespot für kabellose Staubsauger drehte, vermeldete die Presse spöttisch, er habe nun ins Reinigungsbusiness gewechselt.

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