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Eine Clublegende teilt gegen Mourinho aus

Der Trainer von Manchester United wird heftig kritisiert. Die Entlassung scheint immer wahrscheinlicher.

Ihm ist angeblich egal, was andere sagen: José Mourinho gerät bei Manchester United trotzdem immer stärker unter Druck.
Ihm ist angeblich egal, was andere sagen: José Mourinho gerät bei Manchester United trotzdem immer stärker unter Druck.
Keystone

Kein Matchtag ohne schwaches Resultat. Und kein Tag ohne José-Mourinho-Trubel. So ist das zurzeit bei Manchester United. Seit dem 3:0 bei YB zum Auftakt der Champions League gab es für den englischen Giganten: ein 1:1 gegen Wolverhampton, eine Cup-Niederlage gegen das unterklassige Derby County, ein 1:3 bei West Ham am vergangenen Samstag. Und nun am Dienstag das 0:0 zu Hause gegen Valencia und allerlei Unruhe vor, während und nach der Partie.

Vor dem Match war der Bus der United im Stau stecken geblieben, gemäss Trainer Mourinho wegen ausgebliebener Polizei-Eskorte, der Anpfiff wurde deshalb fünf Minuten hinausgezögert. Und vor dem Match war es auch, als der frühere United-Mittelfeldspieler Paul Scholes im Fernsehstudio von BT Sport sagte: «Ich bin überrascht, dass Mourinho den Samstag überlebt hat. So schlecht war da die Leistung.» Und: «An den Medienkonferenzen pflaumt er ständig Spieler an – und die Leute über ihm, weil er nicht bekommt, was er will.» Und: «Mourinhos Mund ist vielleicht ausser Kontrolle geraten. Er blamiert den Club.»

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Video: Mourinho bei der Medienkonferenz vor dem Spiel

Der United-Trainer zur Frage, ob Zidane sein Nachfolger werde.

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Während der Partie kam die Kritik vom Publikum im Old Trafford, das forderte, die eigene Mannschaft solle endlich angriffig spielen («attack, attack, attack»). Und das die eigene Mannschaft ausbuhte für den dürftigen Auftritt.

Und Mourinho? Er wollte nach dem Match nicht reagieren auf die harten Worte des ehemaligen Nationalspielers Scholes, der bei der United nach elf Meistertiteln und zwei Champions-League-Siegen Legenden-Status hat. «Ich brauche nicht zu wissen, was Scholes sagte», erklärte der Portugiese. «Er sagte, was er sagen wollte. Es interessiert mich nicht. Es gilt die Meinungsfreiheit, es ist ein freies Land.» Dem eigenen Publikum wandte er sich dafür zu. Auch für dieses gelte die Meinungsfreiheit – «besonders für die Manchester-United-Fans, die ich zu 200 Prozent respektiere».

Der 55-jährige Portugiese machte in der siebenminütigen Medienkonferenz gar keinen entspannten Eindruck. Einmal klemmte er eine Frage ab mit der Bemerkung, dieser Journalist habe bereits eine Frage gestellt, mehr beantworte er nicht von einer Person. Einmal erklärte er, er könne nicht mitteilen, was er im Kopf habe: «Wenn ich es sagen würde, wäre es nicht gut für mich. Es gäbe den Journalisten neuen Grund, mich zu kritisieren.»

Ob mit oder ohne neues Material gegen Mourinho: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Trainer die nächsten Tage übersteht, ist am Dienstagabend noch einmal kleiner geworden.

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