Eine Minute vor zwölf

In Wil müssen sie bis morgen die Löhne bezahlt haben, sonst droht ein Punkteabzug. Doch einige Spieler wollen keine Lohnabstriche machen.

Trotz aller Tristesse, in Wil sind sie zuversichtlich.

Trotz aller Tristesse, in Wil sind sie zuversichtlich. Bild: Keystone

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Wer Probleme hat, der braucht sich über Häme nicht zu wundern. Am Wochenende war Fasnacht in Wil, die Einwohner trafen sich im Stadtsaal zum Hofnarrenball. Und da war tatsächlich die Rede davon, dass Wil 2025 im Final der Champions League stehen wird, im «Günal-Gedenkstadion».

Damit sind die vergangenen Monate in Wil pointiert zusammengefasst. Der türkische Investor Günal ist nach grossen Zielen Ende Januar plötzlich abgesprungen. Hinterlassen hat er einen Club mit aufgeblähtem Lohnbuch. Seit Wochen trifft sich nun Vizepräsident Roger Bigger mit Mitarbeitern, Spielern und Beratern in seinem Büro und verhandelt über die Löhne. Noch immer kann er keine Entwarnung geben, noch immer gibt es vier bis fünf Angestellte, die nicht eingelenkt haben. Da sind die beiden Topverdiener Ozokwo und Gomis, die bis zu 50’000 Franken pro Monat verdienen.

Geht der Club in Konkurs, erhalten sie noch maximal zweimal 12’350 Franken, rechnet Bigger in der «Wiler Zeitung» vor. Sagen die Spieler einer Einigung zu, könnten sie bis Ende Jahr mehr verdienen, als wenn sie auf ihrem Vertrag beharren. Doch bisher bleiben sie stur – in Wil wächst das Unverständnis darüber.

Schlank geworden, aber noch nicht gesund

Der Verein hat in den vergangenen Wochen eine Schlankheitskur hingelegt. Auf der Geschäftsstelle arbeiten noch fünf Leute, sieben Spieler haben den Verein verlassen – und doch wird es knapp. Die Kosten für das kommende Halbjahr müssen von 5 Millionen Franken auf 2 Millionen runter. Zusätzlich müssen Gelder in der Höhe von 1,6 Millionen aufgetrieben werden. Die fünfköpfige Taskforce unter der Leitung von Bigger hat angekündigt, einen «ansehnlichen» Betrag zu übernehmen.

Die Zeit-Guillotine schwebt gefährlich über dem Verein: Morgen Dienstag müssen die Belege folgen, wonach die Februarlöhne bezahlt sind. Fehlen sie, werden Wil drei Punkte abgezogen. Am Donnerstag haben die Clubfunktionäre die Unterlagen für die Lizenz einzureichen plus ein Sanierungskonzept, in dem sie darlegen müssen, wie sie die Saison fertigspielen wollen. Bigger hat mittlerweile durchblicken lassen, dass die Rettungsbemühungen nicht stoppen, selbst wenn bis morgen die Löhne nicht bezahlt sind.

Wann der Quo-vadis-Entscheid fällt, will der Verein offenlassen. Er hat aber angekündigt, dass er die Liga nicht beüben wolle, wie es vor einem Jahr Biel gemacht hatte. Heisst: Der Entscheid kommt bald, womöglich noch diese Woche. (czu)

Erstellt: 27.02.2017, 15:28 Uhr

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