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Eklat beim TV-Interview

Der muslimische Fussballprofi Nacer Barazite vom FC Utrecht verweigerte aus religiösen Gründen der Moderatorin den Handschlag. Die Reaktionen fielen heftig aus.

Nach dem Lächeln der verweigerte Handschlag: Utrechts Torschütze Nacer Barazite wird von der holländischen Journalistin Hélène Hendriks interviewt. Bild: Screenshot FOX TV
Nach dem Lächeln der verweigerte Handschlag: Utrechts Torschütze Nacer Barazite wird von der holländischen Journalistin Hélène Hendriks interviewt. Bild: Screenshot FOX TV

Nacer Barazite, der einst in der Premier League für Arsenal spielte und in diesem Club auch ausgebildet wurde, verweigerte beim 4:2-Sieg des FC Utrecht gegen Twente Enschede in einem TV-Interview nach Spielschluss der niederländischen Fox-Reporterin Hélène Hendriks den Handschlag.

Dem männlichen Interviewer John de Wolf drückte der gebürtige Marokkaner hingegen die Hand. Als Begründung für den verweigerten Handschlag nannte der 25-Jährige, der den Treffer zum vorentscheidenden 3:2 erzielte, religiöse Gründe, was in den sozialen Medien eine heftige Diskussion auslöste. In einer TV-Talkshow goss nun der ehemalige Chefredakteur des Fussballmagazins «Voetbal International», Johan Derksen, noch mehr Öl ins Feuer, als er sagte: «Wenn er sich so benimmt, muss er sich für den IS rekrutieren lassen.»

Kein Problem mit der Physiotherapeutin

Allerdings: Der FC Utrecht hat mit den zwei muslimischen Spielern, Nacer Barazite und Yassin Ayoub, Verhaltensabsprachen vereinbart und die Medien bereits vor der Saison in einem Rundschreiben darüber informiert, dass die beiden aus religiösen Gründen Frauen nicht die Hand geben würden. Der Club respektiere dies und bitte auch die Journalisten, dies zu berücksichtigen.

Fox-Reporterin Hendriks erklärte nach dem Eklat denn auch, dass sie die Informationen des Clubs tatsächlich vergessen habe. «Mit dieser Information sind die Medien respektvoll umgegangen», sagte Utrecht-Sprecher Martin Versteeg im «NRC Handelsblad».

Zu den getroffenen Vereinbarungen gehört unter anderem, dass die Spieler ihren Glauben, solange sie die sportlichen Abläufe nicht stören, ausleben dürfen. Auf Wunsch der beiden Spieler gibt es beim FC Utrecht auch einen Gebetsraum. Sie mussten andererseits akzeptieren, dass sie sich von der weiblichen Physiotherapeutin der Mannschaft behandeln lassen müssen.

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