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England-Legende verhöhnt Mourinho

Der portugiesische Startrainer bricht seinen 14 Jahre alten Negativrekord und gerät immer mehr in Kritik. Ein heiss diskutiertes Thema will er schnellstmöglich beenden.

José Mourinho war nach dem 1:3 in Watford so richtig bedient. Er könne die Schiedsrichterleistung und das fehlende Glück nun mal auch nicht beeinflussen, sagte der Portugiese. Dazu griff er seine Schützlinge an: «Einer oder zwei Spieler waren deutlich unter ihrem Level, der Rest des Teams musste dafür bezahlen.» Aber so sei der Fussball: «Manchmal enttäuschen die Spieler ihre Trainer, manchmal schenken sie uns grosse Überraschungen.»

Die Pleite in Watford war die dritte Pflichtspielniederlage in Serie für Manchester United. Auf das bittere 1:2 im Derby gegen ManCity, als Mourinhos Startruppe nahezu über die komplette Spielzeit an die Wand gespielt wurde, folgte das 0:1 in Rotterdam und nun der Tauchgang beim letztjährigen Tabellendreizehnten der Premier League.

Dabei sollte nach der desaströsen Vorsaison alles anders werden. Mourinhos Vorgänger Louis van Gaal wurde nach erneutem Verpassen der Champions League entlassen und durch den Startrainer, den personifiziertem Erfolg, ersetzt. Dazu wurden Unsummen für Transfers ausgegeben, nicht zuletzt der 120-Millionen-Rekordtransfer von Paul Pogba.

Nun scheint Mourinhos Nimbus vom Siegertrainer nach und nach zu bröckeln – letzte Saison wurde er bei Chelsea wegen Erfolglosigkeit entlassen. Und am Wochenende wurde er gleich zweimal gedemütigt. Mal deutlich, mal etwas subtiler. Gary Lineker, England-Legende und Edel-Fan des letztjährigen Sensationsmeisters Leicester City, twitterte: «Drei Niederlagen in Folge. Ich bin mir nicht sicher, ob Louis van Gaal das ebenfalls hingekriegt hat.» Zuvor sagte ManCity-Coach Pep Guardiola nach dem 4:0-Sieg gegen Bournemouth: «Das war unser bester Gegner in dieser Saison. Sie haben wirklich versucht, Fussball zu spielen, und nicht nur mit weiten Bällen in die Spitze operiert, so wie andere Teams bisher.» Ein klarer Giftpfeil in Richtung des Stadtrivalen, eine Woche nach dem Derby.

Durch die Niederlagenserie werden auch die Befürworter von der Rückkehr von Weltmeister Bastian Schweinsteiger immer zahlreicher. Unter der Woche forderte Clublegende Paul Scholes, den Deutschen in den Kader zurückzuholen. Ein Stratege wie der Deutsche würde im Mittelfeld fehlen. Dieses Vakuum musste Wayne Rooney füllen, was «in einem Chaos endete», wie der «Guardian» schrieb.

Mourinho verfolgt aber seine eigenen Pläne: Laut «Daily Mail» will United Schweinsteigers Vertrag, der noch bis 2018 gültig ist, auflösen – dem 32-Jährigen wurde diesbezüglich ein Angebot von acht Millionen Euro unterbreitet. Offensichtlich will Mourinho immerhin in diesem Thema für Ruhe sorgen. Um die Kritiker verstummen zu lassen, braucht er aber dringend das, was ihn über Jahre hinaus ausgezeichnet hatte: Resultate.

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