Interview

«Es wäre besser, die Jungen würden in der Schweiz bleiben»

Ottmar Hitzfeld spricht vor dem Länderspiel am Mittwoch gegen Argentinien über Lionel Messi, die Ziele mit dem Schweizer Nationalteam und die Kritik an seiner Person.

«Das ist sehr bitter und bleibt immer negativ in Erinnerung»: Ottmar Hitzfeld trauert der verpassten Qualifikation für die Euro 2012 immer noch nach.

«Das ist sehr bitter und bleibt immer negativ in Erinnerung»: Ottmar Hitzfeld trauert der verpassten Qualifikation für die Euro 2012 immer noch nach. Bild: Keystone

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Herr Hitzfeld, am Mittwoch findet nach über sechs Jahren endlich wieder ein Länderspiel der Schweiz in Bern statt. Welche Erinnerungen haben Sie an das alte Wankdorfstadion?
Es freut mich, kehren wir nach Bern zurück. Man sollte im Leben Traditionen pflegen, und die Stimmung war im Wankdorf stets fantastisch. Es gab grosse, historische Spiele in Bern. Die Stadt ist ideal im Zentrum des Landes gelegen, deshalb war ich froh, als Christian Gross YB-Trainer wurde (lacht). Er mag Kunstrasen ja auch nicht. Wir werden in der WM-Qualifikation wichtige Spiele auf dem neuen Berner Naturrasen austragen.

1975 wurden Sie mit Basel als Spieler Cupsieger in Bern...
...genau, 2:1 gegen Winterthur. Ich weiss noch, dass Schneeflocken runterfielen und gleich darauf die Sonne von oben brannte.

Ihren ersten grossen Titel als Trainer holten Sie 1985 auch in Bern, als Sie mit Aarau im Cupfinal 1:0 gegen Xamax siegten.
Daran dachte ich vorhin auch, das war ein schöner Moment und bleibt ewig im Gedächtnis. Kurz vor Schluss erzielte Walter Iselin mit einem herrlichen Weitschuss das Siegestor. Es war ein Traum, der sich als junger Coach erfüllte. Ich war erst 36 Jahre alt, es war ein Meilenstein in meiner Karriere, denn ich konnte nicht erwarten, später noch so viele bedeutende Titel zu gewinnen. Und heute ist es immer noch ein Mosaiksteinchen. Aber es gab auch bittere Niederlagen im Wankdorf, ich ärgere mich heute noch über zwei Cupfinalniederlagen als Spieler mit Basel gegen Zürich.

Jetzt geht es in Bern gegen Argentinien und Lionel Messi, den weltbesten Fussballer. Haben Sie manchmal Angst vor Spielen?
Nein. Wir haben aber leider nicht viel Zeit, uns vorzubereiten. Am Montagmittag treffen wir uns und trainieren am Abend leicht. Im Prinzip bleibt nur das Training am Dienstag. Aber über Messi müssen wir gar nicht gross sprechen, den kennt jeder. Wir dürfen nicht in Ehrfurcht erstarren und das Spiel nicht mit Zahnschmerzen bestreiten. Es ist sensationell, gegen ihn antreten zu dürfen. Und es ist eine grosse sportliche Herausforderung, Messi den Ball abzunehmen.

Im Nationalteam konnte Lionel Messi aber bisher nicht so überzeugen wie bei Barcelona...
...das hängt mit der Mannschaft zusammen. Bei Barcelona hat er sensationelle Mitspieler und Vorbereiter wie Xavi und Andrés Iniesta, das Spiel ist auf ihn zugeschnitten, sie üben jeden Tag zusammen. Die Automatismen sind dort logischerweise viel besser.

Was würden Sie als Trainer Argentiniens machen, damit sich Messi besser entfalten kann?
Das ist nicht meine Aufgabe. Aber klar ist: Man braucht immer die Mitspieler. Und das Team muss, wenn es einen Einzelkönner wie Messi hat, für ihn spielen. Sehr gute Fussballer bringen einem noch besseren Spieler immer die nötige Wertschätzung entgegen.

Es gab im Fussball viele grosse Spieler. Auf welcher Stufe würden Sie Messi da einordnen?
Man darf Messi in einem Atemzug mit Pelé, Diego Maradona und Johan Cruyff nennen. Und er hat als sehr junger Spieler Grossartiges geleistet. Messi wurde im Januar zum dritten Mal Weltfussballer des Jahres, das ist überragend für einen 24-Jährigen. Aber die Medien kommentieren heute auch jeden Schritt. Pelé sah man damals nicht jeden Tag.

Sie selber haben viele ausgezeichnete Fussballer trainiert. Welches war der beste?
Ich hatte sehr gute Spieler, Andreas Möller etwa und Matthias Sammer, Giovane Elber und Franck Ribéry. Mehmet Scholl war ein grossartiger Techniker. Und Stéphane Chapuisat war ein fantastischer Fussballer, das hat man in der Schweiz zu wenig geschätzt. Er hatte Klasse und Können, Instinkt und Spielwitz, er war schlau und torgefährlich, ein absoluter Weltklassespieler...

...bei Dortmund, aber wie Messi war er im Nationalteam selten derart dominant
...bei Dortmund hatte er wohl auch bessere Mitspieler.

Und was macht ein Fussballnationaltrainer eigentlich in der langen Winterpause?
Als Nationaltrainer wird einem nie langweilig. Man beobachtet den Spielbetrieb, in den grossen europäischen Ländern gibt es ja keine Pause. Es ist wichtig, den Kontakt mit den Nationalspielern zu halten. Und auch im Verband gibt es Angelegenheiten zu diskutieren. Aktuell besprechen wir etwa, wer welche Vereine angeht, um abzuklären, ob die Spieler an den Olympischen Spielen im Sommer dabei sein können.

War es ein Ziel von Ihnen, Nationalspieler im Ausland während der Winterpause zu besuchen?
Nein. Ich führe während der Zusammenzüge Einzelgespräche, dann liegt die Konzentration der Spieler beim Nationalteam. Als Coach von Dortmund oder Bayern hatte ich es nie gerne, wenn Nationaltrainer kamen, weil die Spieler dann abgelenkt waren.

Und was unternehmen Sie, wenn es einem wichtigen Spieler, wie in den letzten Wochen Ihrem Captain Gökhan Inler bei Napoli, nicht gut läuft?
Ihn besuchte ich letzten Sommer, als es darum ging, wer Captain wird. Zuletzt telefonierte ich mit ihm und sprach ihm Mut zu. Es ist normal, dass ein Spieler mal in ein Tief gerät, wenn er so viele Partien wie Inler in dieser Saison bestreitet. Er ist ein sehr guter Spieler, und dass er in der Kritik steht, spricht für ihn. Die Erwartungen an Inler sind riesig. Und zuletzt spielte er wieder besser.

Wie mühsam ist es für Sie, steht zwischen Mitte November und Ende Mai in fast sieben Monaten nur das Testspiel gegen Argentinien auf dem Programm?
Selbstverständlich möchte man als Nationaltrainer am liebsten alle zwei Monate seine Spieler zusammenhaben und eine Partie bestreiten. Aber es gibt nun mal einen Spielkalender. Wir brauchen jetzt halt einfach Geduld.

Sie bestreiten fast ein Jahr lang Testspiele. Wie sehr schmerzt es Sie noch, sich nicht für die Euro 2012 qualifiziert zu haben?
Das ist sehr bitter und bleibt immer negativ in Erinnerung. Aber das muss für uns Motivation und Ansporn sein, es besser zu machen. Wir gehen jetzt mit Zuversicht die Riesenherausforderung WM 2014 in Brasilien an.

Die Erwartungen angesichts der günstigen Auslosung sind gross, man erwartet von der Schweiz in der Gruppe mit Norwegen, Slowenien, Island, Zypern und Albanien die direkte WM-Qualifikation. Sehen Sie Ihre Arbeit als gescheitert an, wenn die Schweiz auch in Brasilien nur in der Zuschauerrolle sein wird?
Mit dem Szenario Scheitern beschäftige ich mich nicht, diese Frage können Sie mir allenfalls in zwei Jahren stellen...

...aber der Druck ist gewaltig, die Schweiz steht auf Rang 16 in der Fifa-Weltrangliste und ist auf dem Papier das beste Team...
...man hat immer Druck als Trainer. Die Erwartungshaltung ist auch so hoch, weil viele die anderen Nationen falsch beurteilen. Wer kennt denn schon Spieler von Norwegen und Slowenien, die bei der Auslosung nicht umsonst in den Töpfen 1 und 2 lagen? Alle Gruppengegner sind gut organisiert, technisch stark, es gibt schwierige Auswärtsspiele, kein Team wird dominieren.

Aber Sie sind optimistisch?
Sicher ist es ein grosser Vorteil, haben wir keine absolute Weltklassemannschaft wie Spanien oder Deutschland in unserer Gruppe. Es ist leichter, Erster zu werden, und es muss unser Ziel sein, Gruppensieger in der WM-Qualifikation zu werden. Doch dazu braucht es Topleistungen. Man muss immer die Relationen bewahren und darf den Respekt vor den Gegnern nicht verlieren.

Waren Sie denn überrascht über die scharfe Kritik an Ihrer Person während der EM-Kampagne?
Es gab sachliche und sinnvolle Kritiken, aber es gab auch polemische und despektierliche Artikel. Ich bin lange im Fussballgeschäft dabei, habe alles schon erlebt und war nicht überrascht. Man muss differenzieren können. Ich hatte nie Probleme mit Kritikern, jeder macht seinen Job. Und ich war immer mein grösster Kritiker, denn ich stelle sehr hohe Ansprüche an mich.

Welche Kritiken waren gerechtfertigt? Und was war polemisch?
Da möchte ich nicht ins Detail gehen, wir haben einen Schlussstrich gezogen. Wir hatten ein unruhiges Jahr mit dem personellen Umbruch und den Rücktritten von Alex Frei und Marco Streller. Ein Nationaltrainer hält den Kopf hin, wenn es nicht läuft, das ist normal. Aber ich glaube, wir haben die Verjüngung des Teams gut hinbekommen.

Die Basler Frei und Streller sind immer noch die besten Stürmer der Schweiz. Beide erklärten aber zuletzt wieder, sie hätten gespürt, dass ihre Zeit im Nationalteam abgelaufen sei. War das auch Ihr Empfinden?
Nein, ich bin immer der Meinung gewesen, dass beide Stürmer internationales Niveau besitzen und ins Nationalteam gehören. Natürlich spielten auch sie nicht immer gut. Uns fehlt eine ganze Generation Stürmer. Wir haben jetzt nur noch junge Angreifer und müssen hoffen, dass sie sich im Ausland gut entwickeln. Es hat viele grosse Talente. Die Basis für erfolgreiche Jahre des Schweizer Nationalteams ist gelegt.

Ist es für Sie frustrierend, wechseln die meisten jungen Schweizer zu früh ins Ausland und setzen sich dann oft nicht durch?
Ja, das ist ein Problem. Aber es gilt, die Situation der Spieler und ihrer Familien zu berücksichtigen. Der Transfer ist ein sozialer Aufstieg, der Fussballer verdient vielleicht das Zehnfache mehr, das ist ein Argument für einen frühen Wechsel. Es ist also schon auch nachvollziehbar, entscheiden sich die Spieler so.

Aber?
Vom sportlichen Aspekt her wäre es besser, würden die Jungen in der Schweiz bleiben und regelmässig spielen. Sie würden in ihrer Entwicklung profitieren und könnten später als gestandene Nationalspieler den Sprung ins Ausland realisieren.

Gab es in letzter Zeit einen Spieler, auf den Sie mit diesen Argumenten Einfluss nahmen?
Ich rede mit den Spielern, wenn sie mich fragen, aber wichtiger für einen Fussballer sind die Gespräche mit ihren Beratern und ihrer Familie. Die wirtschaftliche Lage der Vereine spielt auch eine Rolle. GC war 2010 auf die Ablösesummen für Nassim Ben Khalifa, der zu Wolfsburg ging, und Haris Seferovic, der nach Fiorentina wechselte, angewiesen.

Wie beurteilen Sie den mutigen Transfer von Xherdan Shaqiri im Sommer zu Bayern München, wo die Konkurrenz prominent ist?
Wenn die Bayern rufen, ist das reizvoll für jeden Spieler. Und sie bestreiten so viele Partien, da wird Shaqiri Einsätze erhalten. Trainer Jupp Heynckes rotiert oft, zudem sind die Flügelspieler Ribéry und Arjen Robben regelmässig verletzt. Und die Zeit spricht für Shaqiri, er ist erst zwanzig Jahre alt. Das passt schon, er wird von der Mentalität dort profitieren. Ich habe ein gutes Gefühl.

Ist es Zufall, haben die grössten Schweizer Talente wie derzeit die gebürtigen Kosovaren Shaqiri oder der 19-jährige Granit Xhaka oft ausländische Wurzeln?
Wir haben eine multikulturelle Gesellschaft in der Schweiz, so gesehen ist das ein Spiegelbild. Die heutige Generation Immigranten ist stark akzeptiert, und das ist gut so. Zudem besitzen diese Akteure ein grosses Talent, weil sie aus Ballspielnationen kommen, wenn man diese Nationen so bezeichnen darf. Vielleicht sind Familien aus diesen Ländern ehrgeiziger, sie sehen die Möglichkeiten des sozialen Aufstiegs, während bei Schweizern Schule, Ausbildung und Beruf im Vordergrund stehen.

Sie sind seit bald 30 Jahren Fussballtrainer. Was hat sich in dieser Zeit am meisten verändert?
Da fällt mir als Erstes die Entwicklung im taktischen Bereich ein. Ich liess schon 1983 als einer der ersten Trainer in der Schweiz beim SC Zug mit Raumdeckung und nicht mehr mit Libero spielen. Philosophie und Spielanlage sind heute ganz anders. Früher gab es viele lange Bälle, in der Abwehr wurde nicht kombiniert. Heute spielt man ja sogar im eigenen Strafraum Doppelpässe, die Intensität ist wesentlich höher, es ist alles enger, es braucht kurze Sprints. Früher wurde viel mehr reine Ausdauer trainiert, heute ist immer der Ball im Spiel.

Und was ist konkret in der Arbeit als Fussballtrainer heute anders?
Die Medienlandschaft hat sich total verändert, der Stellenwert der Trainer in der Öffentlichkeit ist viel grösser, der Fussball ist ein dominierendes Thema in der Gesellschaft mit gewaltiger Ausstrahlung. Die Stadien sind moderner, ohne sie könnte man den Fussball nicht mehr finanzieren.

Sie erklärten früher einmal, dass Sie Ihre Trainerkarriere nach der Aufgabe als Schweizer Nationalcoach beenden. Hat sich daran inzwischen etwas geändert?
Man weiss nie, was in zwei, drei Jahren ist, aber ich gehe davon aus, kein anderes Team mehr zu betreuen. Es gibt immer wieder Angebote, aus der Türkei oder aus Russland kürzlich, zuletzt war ein englischer Spitzenverein interessiert und ein Team aus China. Das ist ja auch ein Fussballmarkt, der rasant wächst.

Ins Grübeln kamen Sie nie?
Nein, ich habe einen Vertrag bis 2014 unterschrieben, und wenn ich das mache, habe ich mir das gut überlegt. Ich bin glücklich in der Schweiz, das ist meine Heimat, deshalb wäre es schön, hier meine Karriere zu beenden.

Sie haben enorme Erfolge gefeiert. Gibt es Fussballtrainer, von denen Sie Dinge übernehmen?
Ich bin für jedes Spiel offen, sei das am Afrika-Cup, in der Champions League oder im Nachwuchs. Irgendwo kann es immer eine Inspiration geben.

Der Schweizer Klubfussball leidet an einer Imagekrise. Xamax ging in Konkurs, Sion streitet vor vielen Gerichten. Werden Sie oft darauf angesprochen?
Diese Themen strahlen international aus, wobei Xamax ein finanzielles Problem war und nicht so spektakulär ist. Der «Fall FC Sion» dagegen könnte Auswirkungen auf den gesamten Fussball haben, weil es Transferreglemente des Weltverbandes betrifft und darum geht, ob Zivilgerichte angerufen werden dürfen. Ich finde das schade, weil auch der FC Sion die Vereinbarung unterschrieben hat, sich an die Richtlinien übergeordneter Verbände zu halten.

Was halten Sie von Sion-Präsident Christian Constantin?
Sein Vorgehen ist unverständlich und nicht akzeptierbar. Im Fussball braucht es die Loyalität aller Beteiligten. Wenn ein Verein ausschert, ist das ein Affront allen anderen gegenüber. Organisationen wie der SFV, die Uefa und die Fifa werden desavouiert.

Kennen Sie Constantin?
Nicht gut. Wir spielten bei Lugano zusammen, aber das ist lange her, er war zweiter oder dritter Goalie. (Pause) Ich erinnere mich nur an Stammspieler (lacht).

Auch die Schweiz als Land steht nicht überall gut da, es gibt etwa den Steuerstreit mit Deutschland. Wie stark befassen Sie sich mit politischen Debatten?
Ich verfolge die politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen. Mein Hauptwohnsitz ist in Lörrach, dort bin ich aufgewachsen, aber ich lebe auch in Engelberg. Ich fühle mich als Deutscher und als Schweizer, von Lörrach aus bin ich ja in 15 Minuten in Basel. Ich fuhr schon als Jugendlicher mehr nach Zürich, Basel oder Luzern als nach Freiburg im Breisgau oder Karlsruhe. Mein Vater war Zahnarzt und hatte viele Schweizer Patienten. Als ich nach Stuttgart ging oder später nach Dortmund, musste ich lernen, richtig Hochdeutsch zu sprechen (lacht).

Was erwarten Sie von Deutschland in der Eurokrise?
Deutschland ist in einer schwierigen Situation, die Welt ist in einer heiklen Lage. Erstmals stehen Länder vor dem Konkurs. Normalerweise sollte man Verständnis haben, würde entschieden, dass man Griechenland nicht mehr unterstützt, wenn das Land nicht bereit ist, mitzuziehen. Doch das kann zu grossen sozialen Unruhen führen.

Ist es denn gerechtfertigt, wenn Fussballstars zehn Millionen Franken im Jahr verdienen, während viele Leute den Gürtel massiv enger schnallen muss?
Ein solcher Lohn ist gerechtfertigt, wenn ein Verein ihn finanzieren kann und ihn Fussballer wieder einspielen. Das sieht man ja aktuell beim FC Basel, wo die Spieler gutes Geld verdienen, aber dem Klub mit ihren Erfolgen in der Champions League Millionenerträge ermöglichen.

Viele Vereine häufen aber riesige Schuldenberge an.
Ich habe kein Verständnis dafür, wenn Real Madrid, der FC Barcelona und viele weitere Klubs munter gigantische Summen ausgeben, obwohl die Vereinsschuld 600 oder 700 Millionen Euro beträgt. Doch ein Klub wie Bayern München schreibt schwarze Zahlen, also sollen die Spieler am Erfolg partizipieren. Das ist Marktwirtschaft.

Erstellt: 27.02.2012, 10:04 Uhr

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Kurz gefragt

Wann haben Sie das letzte Mal gelacht?
Vorhin, während des Interviews, lachten wir mehrmals. Und ich mag humorvolle Menschen.

Geweint?
Mir kamen letztmals Tränen, als ich 2008 bei Bayern München als Trainer aufhörte. Das war ein emotionaler Moment. Zum Glück gab es seither keine Beerdigung und keinen Trauerfall.

Gelogen?
Ich las mal, dass jeder Mensch täglich unzählige Male lügt. Das wird einem ja gar nicht bewusst, ist aber wissenschaftlich bewiesen. Und man kann auch lügen, wenn man Sachen nicht sagt.

Lieblingsessen?
Tatar.

Lieblingsbuch?
Das ist von Lee Iacocca, einem amerikanischen Automanager. Es geht darum, wie man Menschen und Firmen führt.

Lieblingsort?
Engelberg.

Ottmar Hitzfeld

Treffpunkt für das Gespräch mit Ottmar Hitzfeld ist in Egerkingen, auf halbem Weg zwischen seinem deutschen Wohnort Lörrach, an der Grenze zur Schweiz, und Bern, dem Sitz des SFV.

Hitzfeld hat einen starken Bezug zur Schweiz und ist oft in Engelberg, wo er eine Wohnung besitzt. Der 63-Jährige ist einer der erfolgreichsten Fussballtrainer weltweit. Er holte in der Schweiz (mit GC) und in Deutschland (mit Dortmund und Bayern München) Meistertitel. Und er ist neben José Mourinho und Ernst Happel der einzige Coach, der mit zwei verschiedenen Vereinen (Dortmund und Bayern) die Champions League (früher Meisterpokal) gewinnen konnte.

Der einstige Torjäger, unter anderem beim FC Basel, arbeitet seit 2008 als Schweizer Nationaltrainer – und ist einer der angesehensten Experten beim deutschen Pay-TV-Sender Sky.fdr

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