Europa ist wieder weit weg für den FCZ

Das Team von Ludovic Magnin verliert auswärts gegen Luzern diskussionslos 0:3.

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Darf er ein letztes Mal, oder darf er nicht? Es war die einzige Frage, die noch von Relevanz war, beim Spielstand von 3:0 für Luzern. Die sportlichen Fragen waren längst alle geklärt. Und ja, er durfte. Claudio Lustenberger kam in der 87. Minute auf den Platz, durfte noch einmal zuhause für ein paar Minuten auf den Rasen für die Farben, für die er 13 Jahre alles gegeben hatte. Es war vor allem der Sieg für «Super, super Claudio» und «CL7», wie ihn die Fans getauft haben.

Eine Beurteilung, die auch nur ähnlich gewesen wäre wie «super», die verdiente sich gestern kein Zürcher. Voller Hoffnung war der FCZ angereist, er hatte ja mit zwei Siegen das Schreckgespenst Barrage vertrieben und sogar Hoffnungen auf Platz 3 genährt. Umso wichtiger wäre ein guter Start gewesen, gegen ein Team, das daheim nur sechs von 17 Partien gewonnen hatte. Doch der FCL ist zwar das drittschlechteste Heimteam der Liga, der FCZ aber auch das zweitschlechteste Auswärtsteam.

Dass sich an der Bilanz der Zürcher wohl nichts ändern würde, war schon früh ersichtlich, Sinnbild dafür stand Mirlind Kryeziu. Noch in der ersten Halbzeit ersetzte ihn Ludovic Magnin durch Charabadse und was für fast jeden Spieler aus der Startformation der Höchststrafe gleichkommt, war für Kryeziu eine Erlösung. Dem 22-Jährigen war als linker Aussenverteidiger praktisch jede Aktion missraten. Praktisch vom Anpfiff an suchte der FCL das Duell zwischen dem pfeilschnellen Vargas und Kryeziu, immer wieder wurde der Schweiz-Dominikaner auch gefunden. In der 8. Minute kam dann ein flacher Pass bei Vargas an und der Aufsteiger der Saison versenkte souverän in die lange Ecke.

Beim 2:0 lenkte Kryeziu eine Flanke von Eleke unhaltbar für Brecher ab. Ludovic Magnin wollte nicht um den heissen Brei herumreden: «Wir haben das Spiel in der ersten halben Stunde verloren, die Luzerner waren vor allem mit Diagonalbällen gegen unsere Dreierkette erfolgreich.»

Kryeziu war bei weitem nicht der Alleinschuldige, gerade von Sertic, dem Leihspieler aus Marseille, ging Dynamik mehrheitlich beim Reklamieren aus. Kurz vor Schluss fiel auch noch Captain Rüegg nach wiederholtem Sturz auf die Schulter aus, bereits in der Startphase hatte auch Ceesay mit Muskelproblemen aufgeben müssen.

Nef bleibt beim FCZ

Offensiv war generell wie oft in dieser Saison wenig los, Odey ist nach der langen Saison als unerwarteter Stürmer Nummer 1 ausgelaugt, einzig Marchesano hatte zwei echte Chancen. «Ansonsten hätten wir noch drei Tage spielen können, ohne ein Tor zu erzielen», sagte Magnin nach der Partie. Auch nach der Pause hatte das Heimteam die klar besseren Chancen: Vargas nahm schon früh mit dem 3:0 jegliche Restspannung aus der Partie, und verpasste später sogar sein drittes Tor.

Auf der anderen Seite wurde die Integrationsfigur schmerzlich vermisst, Alain Nef war gesperrt. Seine Routine hätte gestern gut getan. Sportchef Thomas Bickel erklärte dieser Zeitung, der Wädenswiler werde auf jeden Fall über die Saison beim FCZ bleiben, als Spieler oder dann im Staff.

Auf Platz 3 und damit die direkte Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League hat der FCZ nur noch theoretische Chancen, nach einer solchen Leistung erübrigen sich aber ohnehin mathematische Spielereien. Gegen St. Gallen am Samstag ist die Devise klar: Ein Sieg muss her, um zumindest Platz 5 und die Europacup-Qualifikation zu schaffen. Dazu muss der Ball aber auch in anderen Stadien für den FCZ rollen. Europa ist wieder weit weg für den FCZ (Redaktion Tamedia)

Erstellt: 22.05.2019, 23:18 Uhr

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