Favre sorgt für Novum in Deutschland

Gladbachs Schweizer Trainer ist wieder einmal für eine Überraschung gut. Und dies acht Tage vor dem Bundesligastart.

Holt sich Lucien Favre seine zündenden Ideen mit einem Blick auf die Sterne?

Holt sich Lucien Favre seine zündenden Ideen mit einem Blick auf die Sterne? Bild: Keystone

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Lucien Favre überrascht seine Gegner mit seiner klugen Taktik, die er auch während eines Spiels beliebig variieren kann. Favre ist auch ein Anhänger der Rotation, setzt regelmässig auf eine andere Startformation.

Und jetzt greift der ehemalige Meistermacher des FC Zürich zu einer Massnahme, die ihresgleichen sucht. Der Schweizer führt die Rotationsbinde ein. Denn acht Tage vor dem Bundesligastart hat Borussia Mönchengladbach noch keinen Spielführer bestimmt. Favre will keinen festen Nachfolger für Filip Daems, der zu Westerlo wechselte. In den Testspielen führten Tony Jantschke, Roel Brouwers oder Martin Stranzl abwechselnd die Mannschaft aufs Feld. Und das soll auch in Zukunft so bleiben.

Was Xhaka zu Favres Einfällen sagt

Die Spieler begrüssen die einzigartigen Methoden des Trainers. Der Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka, dessen Wort im Team mittlerweile einiges Gewicht hat, sagt: «Bei uns lässt keiner den Boss raushängen. Die jüngeren Spieler wissen, bei wem sie sich Rat holen können, dafür muss keiner Kapitän sein.» Eine Rotationsbinde hat es bisher in der 52-jährigen Historie der Bundesliga noch nie gegeben.

Jörg Stiel war Captain der Nationalmannschaft, von Gladbach und der Meistermannschaft des FC St. Gallen. «Zu unserer Zeit wäre das undenkbar gewesen», sagt Stiel. Doch der Fussball habe sich mittlerweile gewandelt und entwickle sich stetig weiter. «Was Lucien Favre mit der Einführung der Rotation seines Captains macht, finde ich sehr kreativ, das ist eine spannende Geschichte. Das ist ein hervorragender Ansatz. Favre wird keinen Captain bestimmen, sondern so vorgehen wie in den Testspielen.»

«Die Hierarchie ist ohnehin gegeben»

Favre habe immer wieder neue Ideen und gehe die Entwicklung mit, auch wenn er mit 58 Jahren mittlerweile der älteste Trainer in der Bundesliga sei. Gladbach lebe ohnehin von einem starken Kollektiv. «In dieser Mannschaft übernimmt jeder Verantwortung, ist eigentlich jeder Spieler ein Leader», sagt Stiel. Und die Hierarchie einer Mannschaft sei ohnehin gegeben. «In Gladbach gibt es viele Spieler, die das Captainamt problemlos ausüben könnten. Dazu gehören mit Garantie auch die Schweizer Granit Xhaka und Yann Sommer.»

Erstellt: 06.08.2015, 11:41 Uhr

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