Favres Angst wich dem Mut des Nachfolgers

Eine Notlösung bringt Gladbachs Sportdirektor Max Eberl in die Bredouille. Vor dem heutigen Spiel gegen Juventus Turin reagiert er erstmals darauf. Wohl auch auf Druck der Spieler.

Lucien Favre zeigte seinen Spielern oft den Mahnfinger.

Lucien Favre zeigte seinen Spielern oft den Mahnfinger. Bild: Keystone

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Nach fünf Niederlagen zum Saisonstart in Serie hatte Gladbachs Schweizer Trainer Lucien Favre selbst die Notbremse gezogen und stellte zum Entsetzen seiner Chefs seinen Job zur Verfügung. Sämtliche Umstimmungsversuche fruchteten nicht.

Und weil bereits zwei Tage nach dem Rücktritt des Romands das nächste Heimspiel gegen Augsburg auf dem Programm stand, war Gladbachs Sportdirektor Max Eberl zum schnellen Handeln gezwungen und zauberte in der Not mit André Schubert einen Nachwuchstrainer des Clubs aus dem Hut.

Eberl sprach stets kategorisch von einer Interimslösung, was ihn nach sechs Siegen unter Schubert in der Bundesliga jetzt in die Bredouille bringt. Es blieb ihm eigentlich auch gar nichts anderes übrig, als im «Doppelpass» bei Sport 1 jetzt erstmals vor laufender Kamera zu erklären: «Ja, André Schubert ist jetzt ein Kandidat als Cheftrainer geworden.»

Was Eberl verschwieg

Man werde aber weiterhin Informationen über weitere Kandidaten einholen. Eberl betonte indes, dass er bislang noch mit keinem anderen Trainer konkret verhandelt habe. Was er aber verschwieg: Er hat vor drei Wochen in Zürich mit dem österreichischen Nationalcoach Marcel Koller zwar nicht verhandelt, aber mit dem Zürcher doch sehr wohl konkret gesprochen.

In der Expertenrunde des «Doppelpasses» wurde beim Thema Gladbach Lucien Favre mit seinem Nachfolger André Schubert verglichen. Wobei es der ehemalige Bayern-Spieler Thomas Strunz auf den Punkt brachte. «Die Fehlervermeiden-Strategie Favres ist dem Mut Schuberts gewichen.» In der Tat: Schubert lässt seine Spieler so richtig von der Leine. Er fordert Mut und sagt aber auch, dass seine Spieler durchaus Fehler begehen dürfen, weil dies zum Risiko gehöre.

Heute empfängt Gladbach in der Champions League Juventus Turin. Und die Spieler machten sich im Vorfeld der Partie stark für André Schubert. Captain Granit Xhaka spricht in seinem Wahlkampf bereits vom neuen perfekten Trainer. «Wenn wir so oft gewinnen, so viele Punkte holen und so gut spielen, hat auch der Trainer ­Anteil daran. Wir würden ihn gern ­behalten», sagt Xhaka unmissverständlich. Schubert habe stets einen klaren Plan.

Erstellt: 03.11.2015, 17:31 Uhr

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