Zum Hauptinhalt springen

FCB-Trainer Fink warnt vor Debrecen

Bloss kein Gegentor kassieren. Das ist die Devise des FC Basel, wenn er am Mittwoch in Budapest zur ersten Etappe seiner Reise Richtung Champions League startet.

Selbstbewusst, aber nicht überheblich: FCB-Coach Fink instruiert seine Spieler.
Selbstbewusst, aber nicht überheblich: FCB-Coach Fink instruiert seine Spieler.
Keystone

«Kanonenfutter sind die Ungarn nicht. Das ist kein Team aus Andorra, sondern eine Mannschaft, die wie wir die Champions League erreichen will», stellte Basels Coach Thorsten Fink kurz vor dem Abflug mit der Charter-Maschine klar. Sie müssten gegen den robusten Widersacher dagegen halten. Und dann schob der Deutsche angriffslustig nach: «Ein optimales Resultat wäre ein Sieg.»

Angespannt wirkte Fink nicht. Er weiss, dass die Form seiner Auswahl stimmt. Wunschgemäss und ohne Verlustpunkt ist die beste Equipe des Landes zur Meisterschaft gestartet. Im Vergleich zur letzten Saison hat sie sogar an Substanz zugelegt. Vieles wirkt noch stabiler und eine Spur stilsicherer.

Obschon Gilles Yapi, der neue Ballverteiler aus Bern, dem Titelhalter im Hinspiel wegen einer Sperre fehlt, besitzen die Basler personelle Vorteile. Das gut bestückte Meister-Team ist eingespielt - die solide Abwehr, das unberechenbare Mittelfeld mit den Top-Talenten Valentin Stocker und Xherdan Shaqiri in den Couloirs und der hoch dotierte Angriff mit Starstürmer Alex Frei garantieren für gehobene Qualität.

Der Captain der Nationalmannschaft hat den persönlichen WM-Frust innerhalb weniger Wochen abgebaut. In 180 Meisterschaftsminuten traf er dreimal. Am Denkmal wird nicht (mehr) gerüttelt. Frei nähert sich zum idealen Zeitpunkt der besten Verfassung. Seine Raffinesse könnte in der tückischen 3. Qualifikations-Runde (und womöglich später im Playoff) Gold wert sein.

Trügerisches Ranking

Vom Uefa-Ranking wird sich kein Vertreter der Basler täuschen lassen. Ungarns Fussball steckt zwar seit Jahren in einer Depression und wird auf der Klubliste des europäischen Verbandes nur noch an 35. Stelle aufgeführt, gelegentliche Vorstösse ins internationale Rampenlicht sind dennoch nicht ausgeschlossen.

Debrecen beispielsweise erreichte im vergangenen Sommer die Champions League, was der FCB in seiner Geschichte auch erst zweimal (2002 und 2008) geschafft hat. Zu unterschätzen ist die erste von zwei Aufgaben auf dem Weg ins Big Business also nicht. Zu viel steht auf dem Spiel. 7,1 Millionen Euro schüttete die Uefa pro Team allein für das Erreichen der Gruppenphase aus; pro Sieg (800'000 Euro) oder Remis (400'000 Euro) kommen weitere fette Prämien dazu. Sie kämen Basel, das im letzten Geschäftsjahr einen Personalaufwand von 28,3 Millionen Franken auswies, sehr gelegen.

«Alles ist bereit»

In der ungarischen Liga spielt Debrecen seit dem ersten Titelgewinn vor fünf Jahren die Hauptrolle. Nur 2008 wurde die Meisterserie kurzzeitig unterbrochen. Mit dem Tempo der «Loki» - so wird der Verein in Anlehnung an seinen Namen in den Fünfzigerjahren genannt - kann die Konkurrenz im Normalfall nicht mithalten.

Der Meisterschaftsbetrieb in Ungarn ruht noch. Ein Problem sollte das für Debrecen nicht sein. «Alle sind bereit. Wir haben bereits drei wichtige Spiele hinter uns», meldet der frühere Sion-Verteidiger Mirsad Mijadinoski. Der Stammspieler meint den Super-Cup sowie die beiden Partien gegen Levadia Tallinn (4:3 im Gesamtskore) in der zweiten Phase der Champions-League-Qualifikation.

Weil das Mini-Stadion von Debrecen den Auflagen der Uefa nicht genügt, empfängt der ungarische Double-Gewinner das Pendant aus der Schweiz im Budapester Stadtteil Ujpest im Szusza-Ferenc-Stadion - in einem kleinen Kessel mit rund 13'000 Plätzen für die stimmgewaltigen Debrecen-Anhänger. Hektik ist wohl programmiert.

Si

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch