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Fehlt dem FCZ der Mut?

Der FC Zürich ist heute gegen Le Mont klarer Favorit. Das Team von Uli Forte kämpft zurzeit aber mit einer spielerischen Malaise.

Uli Forte und der FCZ stehen vor dem Wiederaufstieg. Trotzdem scheint der Trainer der Wille zu fehlen, etwas Neues aufzubauen.
Uli Forte und der FCZ stehen vor dem Wiederaufstieg. Trotzdem scheint der Trainer der Wille zu fehlen, etwas Neues aufzubauen.
Keystone

Doch, es gibt sie, die guten Nachrichten aus der Welt des FC Zürich. Ein Vorsprung etwa, den ihm wohl keiner mehr nimmt für den Aufstieg in die Super League. Zudem sind da die zwei Stürmer Koné und Dwamena, die Fantasien von schönen Toren und hohen Transfersummen wecken. Oder der junge Rüegg, der bei der tristen Leistung in Aarau im Mittelfeldzentrum positiv auffiel – als einer der wenigen.

Doch dann wird es bald einmal schwierig, weitere Stimmungsaufheller zu finden. Der FCZ schwächelt schon die ganze Rückrunde, er gewinnt zwar Spiele, doch verliert Anhänger des ­beschwingten Fussballs. In diesem ­Kader hat es Fussballer, die auf dem Papier so viel mehr können und verdienen als ihre Kameraden in der Challenge League. Und trotzdem bringt die gerade im Offensivbereich talentierte Mannschaft derzeit wenig zustande.

Der FCZ tut sich schwer, Chancen zu ­erspielen – vieles geschieht zurzeit aus Zufall. Zudem haftete an den Auftritten der Mannschaft zuletzt stets etwas Uninspiriertes. Darauf angesprochen, pflegt Trainer Uli Forte jeweils von der Einstellungssache zu sprechen.

Lieber solid als überraschend

Dabei erstaunt auch, dass Spieler wie Buff, Marchesano oder Schönbächler mehr auf der Bank sitzen, als sie in der Anfangsformation stehen. Sie sind es mit ihren Pässen und Dribblings, die in dieser Mannschaft für das Überraschende bürgen. Stattdessen setzt Forte lieber auf Winter oder Rodriguez. Diese sind fleissig, solid und schiessen ihre Tore.

Aber eben, es drängt sich bisweilen der Eindruck auf, als ob es Uli Forte an Mut fehlt, gewagter aufzustellen; als ob er Angst hätte, dass es mit einer anderen Besetzung nicht gehen könnte. Dabei sollte doch gerade im Hinblick auf Kommendes der Wille da sein, Neues aufzubauen, das wiederum tauglich ist für ­höhere Aufgaben.

Nun wartet also Le Mont. Ein Gegner, der kürzlich 5:2 bezwungen wurde und der weiss, dass er abgestiegen ist. Ein Gegner aber auch, dessen Spieler in den verbleibenden Partien um neue Verträge in der Promotion League spielen. Nicht ungefährlich also.

Doch bei aller Vorsicht, der Budgetunterschied zwischen Zürich und Le Mont bewegt sich im zweistelligen Millionenbereich. Le Mont kommt mit 1,9 Millionen Franken pro Jahr aus, der FCZ mit knapp 20 Millionen. So mutet es fast schon bizarr an, wenn Trainer Forte den Gegner im Vorfeld starkredet und von einem «harten Kampf über 90 Minuten» spricht. Denn wenn Forte tief in sich reinhorcht, wird er beipflichten, dass der Ausgang der Partie – eben reine Einstellungssache ist.

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