Fifa liefert seitenweise Beweise zu Blatter-Regime

Die Fifa hat ihren internen Bericht zum Blatter-Platini-Deal und weiteren Strafuntersuchungen abgeschlossen. Er soll «signifikante Details» enthalten.

Untersuchungen zum Blatter-Platini-Deal: Die Fifa hat das Beweismaterial ihrer internen Untersuchungen der Schweizer Bundesanwaltschaft übergeben.

Untersuchungen zum Blatter-Platini-Deal: Die Fifa hat das Beweismaterial ihrer internen Untersuchungen der Schweizer Bundesanwaltschaft übergeben. Bild: Arnd Wiegmann/Reuters

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22 Monate lang haben amerikanische Anwälte die Fifa durchforstet, 2,5 Millionen Dokumente geprüft und 20'000 Seiten Beweismaterial (Beispiele dafür sind E-Mails und Verträge) gesammelt. Nun ist diese interne Untersuchung abgeschlossen, Berichte im Umfang von 1300 Seiten sind erstellt. Sie sollen «signifikante Details» beinhalten, wie von mit der Untersuchung vertrauten Personen zu entnehmen ist.

Auslöser für die Berichte waren die parallel verlaufenden Strafuntersuchungen der Schweizer und amerikanischen Behörden wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung, Bestechung und Korruption im Weltfussball. Darunter fallen der Blatter-Platini-Deal, das DFB-Sommermärchen, aber auch unlautere Vorgänge in Südamerika.

Weil die Untersuchungen der Behörden weiter andauern, ist es der Fifa untersagt, ihre eigenen Berichte und Resultate zu kommentieren. Fakt ist aber, dass sie diese an den Schweizer Behörden weiterreichen und diese wiederum ihren Kollegen in den USA.

Fifa-Präsident Gianni Infantino sagt: «Wir haben das Beweismaterial den Behörden übergeben, sodass die Behörden weiter gegen diejenigen vorgehen können, welche sich bereichert und ihre Vertrauensstellung im Fussball missbraucht haben. Die Fifa wird sich im Sinne der Fans und Spieler weltweit nun wieder auf den Fussball konzentrieren.» Infantino will zur Tagesordnung übergehen.

Seit Juni 2015 haben fünf Anwälte der Kanzlei Quinn Emanuel und ein Team von bis zu 15 Dokumenteprüfern die Fifa auf Herz und Nieren geprüft. Gemäss der «Süddeutschen Zeitung» sollen sie pro Jahr rund 100 Millionen Dollar für ihre Arbeit erhalten haben. Die Fifa verweist auf ihren Geschäftsbericht. Darin hat sie im Jahr 2015 62 Millionen Dollar an Rechtskosten wie Anwaltshonorare ausgewiesen. Sie waren damals gegenüber dem Vorjahr um 31 Millionen Franken gestiegen. Der Geschäftsbericht für das Jahr 2016 wird im Mai erwartet.

Video – Sepp Blatter spricht in einem Interview über die ­Säuberungsaktionen seines Nachfolgers Gianni Infantino, Bestechungen bei WM-Vergaben und Zahlungen an den Papst.

Erstellt: 31.03.2017, 12:00 Uhr

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