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Fifa sperrt Beckenbauer provisorisch für 90 Tage

Der Fussballweltverband hat bekannt gegeben, dass der Deutsche für 90 Tage von jeglichen Fussball-Aktivitäten provisorisch gesperrt ist. Grund dafür sei ein möglicher Verstoss gegen den Ethik-Verhaltenskodex.

Hat nicht kooperiert: Franz Beckenbauer.
Hat nicht kooperiert: Franz Beckenbauer.
Keystone

Das Schweigen des «Kaisers» hat Konsequenzen: Wegen seiner verweigerten Aussage zur Vergabe der Fussball-WM 2022 an Katar ist Franz Beckenbauer von der Fifa für drei Monate aus dem Fussballgeschäft verbannt worden. Der 68-Jährige darf sich infolge seiner «mangelhaften Zusammenarbeit» mit der Fifa-Ethikkommission 90 Tage lang weder national noch international im Fussball engagieren, teilte der Fussballweltverband am Freitag in Lausanne mit.

Die «provisorische» Sperre wurde demnach notwendig, weil davon ausgegangen werden konnte, dass es zu einem Vergehen gegen das Ethikreglement gekommen sei und es unmöglich sein werde, früh genug eine reguläre Entscheidung zu treffen. Beckenbauers Fall unterliegt nun dem offiziellen Untersuchungsverfahren.

Ehrenpräsident beim FC Bayern München

Der Kapitän der deutschen Weltmeistermannschaft von 1974 und Teamchef des Weltmeisterteams von 1990 war vor vier Jahren, als die WM an Katar vergeben wurde, Mitglied des Exekutivkomitees der Fifa. Für wen er in der Abstimmung über die Vergabe stimmte, hat er bisher nicht öffentlich gesagt. Nach Angaben der «Bild»-Zeitung setzte sich Beckenbauer damals für die USA als Gastgeberland ein.

Derzeit ist sein einziges offizielles Amt im Fussball das des Ehrenpräsidenten beim FC Bayern München. Angesprochen auf die Sperre sagte Beckenbauer dem Sender Sky Sport News HD am Freitag, er habe «erst einmal auf das Datum» geschaut. «Ich dachte, es wäre der erste April und damit ein Aprilscherz.»

Bitte um Gespräch auf Deutsch

Schon zuvor hatte er die Vorwürfe in der «Bild»-Zeitung vehement bestritten: «Ich war bereit, alle relevanten Fragen zu beantworten, nur die kamen in Juristen-Englisch, die ich bei so einer komplizierten Materie nicht vollständig verstanden habe», sagte er der Zeitung. «Ich bat daraufhin höflich um eine Unterredung in deutscher Sprache, und diese wurde abgelehnt. Daraufhin war meine Reaktion: dann eben nicht.»

Die Fifa erklärte, sie habe Beckenbauer wiederholt um Zusammenarbeit gebeten. Ihm seien «schriftliche Fragen auf Englisch und auf Deutsch» gestellt worden. Diese habe er aber nicht beantwortet, und auch die Möglichkeit eines persönlichen Vorsprechens habe er nicht in Anspruch genommen.

Die umstrittene WM-Vergabe an Katar hatte die Fifa zuletzt immer mehr in Bedrängnis gebracht. Laut einem Bericht der britischen Zeitung «Sunday Times» soll der schwerreiche Katarer und frühere Fussballfunktionär Mohammed Bin Hammam Schmiergeld in Millionenhöhe für den Zuschlag gezahlt haben. Die Fifa lässt die teils schon weiter zurückreichenden Vorwürfe im Zusammenhang mit der Entscheidung für das Emirat zurzeit untersuchen. Der Bericht dazu soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden.

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