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Fifa-Funktionär stiftet Verwirrung

Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke hat sich in einem Interview zum Thema WM in Katar weit zum Fenster hinausgelehnt. Die Fifa muss beruhigen, hohe Funktionäre sind verärgert.

Unglückliches Interview: Das Turnier solle «zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Januar» ausgetragen werden, sagt Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke dem französischen Radiosender France Info. Seine Aussagen sorgen für Unmut, vor allem bei der Fifa selbst.
Unglückliches Interview: Das Turnier solle «zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Januar» ausgetragen werden, sagt Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke dem französischen Radiosender France Info. Seine Aussagen sorgen für Unmut, vor allem bei der Fifa selbst.
Reuters
Fifa-Vizepräsident Jim Boyce ist über die Aussage des Generalsekretärs «schockiert». Den Entscheid darüber fälle das Exekutivkomitee des Fussball-Weltverbandes, erklärt Boyce dem TV-Sender Sky Sport, und zwar nicht vor Ende 2014/Anfang 2015.
Fifa-Vizepräsident Jim Boyce ist über die Aussage des Generalsekretärs «schockiert». Den Entscheid darüber fälle das Exekutivkomitee des Fussball-Weltverbandes, erklärt Boyce dem TV-Sender Sky Sport, und zwar nicht vor Ende 2014/Anfang 2015.
AFP
Nicht nur das Klima, sondern auch die miserablen Arbeitsbedingungen im Wüstenstaat sorgen für weltweite Schlagzeilen – ein Modell des Al-Wakrah-Stadions, das in Doha gebaut werden soll.
Nicht nur das Klima, sondern auch die miserablen Arbeitsbedingungen im Wüstenstaat sorgen für weltweite Schlagzeilen – ein Modell des Al-Wakrah-Stadions, das in Doha gebaut werden soll.
Keystone
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Die Fussball-WM 2022 solle «zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Januar» ausgetragen werden, erklärte heute Jérôme Valcke dem französischen Radiosender France Info. Ob dies in der Saison 2021/22 oder 2022/23 geschehen soll, liess der Generalsekretär der Fifa offen. In den Wintermonaten sei das Wetter mit Temperaturen um die 25 Grad im Wüstenstaat am erträglichsten, führte der Franzose weiter aus. «Das ist perfekt, um Fussball zu spielen.»

Valckes Worte sorgten sofort für Aufruhr. Fifa-Vizepräsident Jim Boyce zeigte sich über die Aussagen des Generalsekretärs «schockiert». Den Entscheid darüber fälle das Exekutivkomitee des Fussball-Weltverbandes, erklärte Boyce dem TV-Sender Sky Sport, und zwar nicht vor Ende 2014/Anfang 2015. «Jetziger Stand bleibt das Turnier im Sommer», betonte Boyce.

Ein Communiqué zur Beruhigung

Auch die Fifa selbst zeigte sich irritiert, ansonsten hätte sie kaum schon am frühen Nachmittag ein Communiqué zur Beruhigung der Lage verschickt. Die Fifa betonte, dass es sich bei diesem Interview nur um die persönliche Ansicht von Valcke handle, die WM von Katar im Winter austragen zu lassen. Eine Ansicht übrigens, die der Generalsekretär schon früher geäussert habe. Der Weltfussballverband bestätigte, dass das genaue Datum der WM 2022 erst später fixiert werde – nach einem langen Diskussionsprozess mit den Verbänden, Ligen, Clubs, Spielern, aber auch Sponsoren und Medienvertretern. Konsequenterweise werde keine Entscheidung, die in der Kompetenz des Fifa-Exekutivkomitees liege, vor der Fussball-WM 2014 in Brasilien fallen.

Bereits im vergangenen Oktober hatte die Fifa eine Taskforce gegründet, die den geeigneten Termin finden und bei ihrem Entscheidungsprozess die Meinung von den involvierten Seiten einbeziehen soll. Fifa-Präsident Joseph Blatter hatte sich aus Respekt vor «der olympischen Organisation» für einen Termin Ende 2022 ausgesprochen, der nicht mit den Winterspielen kollidiert. Er hatte gegenüber Redaktion Tamedia aber schon lange vor Valcke klargestellt: «Man kann Katar 2022 nicht im Sommer austragen.» Bei der Abstimmung im Dezember 2010 hatte der Walliser nicht für das Emirat, sondern für die USA gestimmt.

si/fal

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