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Forlan schiesst Atletico ins Glück – Hodgson wieder geschlagen

Atlético Madrid holte 48 Jahre nach dem Sieg im Cupsieger-Cup wieder eine europäische Vereinstrophäe. Die Spanier besiegten am Mittwoch im Finale der Europa League in Hamburg Fulha

Waschbrettbauch: Diego Forlan feiert seinen zweiten Treffer.
Waschbrettbauch: Diego Forlan feiert seinen zweiten Treffer.
Reuters

Atletico Madrid heisst der verdiente erste Sieger der neu gegründeten Europa League. Die Spanier gewannen den Final in der Hamburger Nordbank-Arena gegen Fulham mit 2:1 nach Verlängerung. Matchwinner war Diego Forlan, der beide Treffer für die Madrilenen erzielte.

Der Internationale aus Uruguay bescherte Atletico Madrid mit seinen beiden Toren nicht nur den zweiten Europacupsieg nach 1962, sondern wurde zusammen mit den beiden Fulham-Stürmern Bobby Zamora und Zoltan Gera auch bester Torschütze der Europa League. Alle drei waren im zu Ende gegangenen Wettbewerb je sechsmal erfolgreich gewesen.

Erst in der 116. Minute wurden die euphorisierten spanischen Fans erlöst. Nach einer überlegen gestalteten Verlängerung traf der überragende Forlan nach schöner Vorarbeit von Sergio Agüero zum 2:1 ins Netz. Der Ball war vor dem starken Fulham-Goalie Mark Schwarzer durch den unglücklichen Fulham-Verteidiger Brede Hangeland noch leicht abgefälscht worden.

Atletico das bessere Team

Die Spanier waren deutlich besser in die Partie gestartet als die vorerst auf defensive Absicherung bedachten Engländer. Forlan hatte bereits in der 12. Minute nach einem krassen Fehlpass von Danny Murphy an den Pfosten getroffen. José Reyes scheiterte vier Minuten später mit einem Freistoss nur knapp am aufmerksamen Fulham- Goalie Schwarzer. Nach einer halben Stunde fiel denn auch die verdiente Führung für die Hauptstädter aus Spanien. Forlan vollendete nach einer schönen Stafette über Reyes, Simão und Agüero zum 1:0. Allerdings haftete dem Treffer des Uruguayaners in der 32. Minute ein leiser Abseitsverdacht an.

Wie schon oft in dieser zu Ende gegangenen Europa League fand Fulham jedoch schnell ins Spiel zurück. Nachdem Topskorer Zamora eine gute Möglichkeit scheinbar bereits vertändelt hatte, kam der Ball nochmals vor das Atletico-Tor zurück, wo Simon Davies mit einem wunderschönen Direktschuss in die nahe Ecke erfolgreich war (37.). Goalie Schwarzer konnten es die Londoner schliesslich verdanken, dass sie vor der Pause nicht nochmals in Rückstand gerieten: Der Australier lenkte einen Forlan-Schuss in der 44. Minute mit schönem Reflex um den Pfosten.

In der zweiten Halbzeit dann schienen beide Teams Angst vor der Entscheidung zu haben. Torchancen gab es in den zweiten 45 Minuten keine mehr zu verzeichnen. Die Verlängerung gehörte dann aber wieder klar den Spaniern. Schwarzer war nach einer flachen Hereingabe Forlans zur Stelle (101.), kurze Zeit später wurde ein Schuss des Maradona-Schwiegersohns Agüero von Paul Konchesky im letzten Moment geblockt (105.). Nur Sekunden später aber hätte Atletico die 2:1-Führung erzielen müssen: Salvio und Agüero brachten den Ball jedoch nach schöner Forlan-Vorarbeit aus einem Meter (!) nicht im Netz unter. Neun Minuten vor Schluss der Verlängerung sah auch der herausragende Forlan seinen gefährlichen Drehschuss knapp am Fulham-Tor vorbeifliegen. Dann aber klappte es doch noch für den nimmermüden Südamerikaner.

Wieder kein Triumph für Hodgson

Am Dienstag war er von den englischen Trainern und Managern zum Coach des Jahres in England gewählt worden, am Mittwoch verpasste er seinen wichtigsten Titel als Klubtrainer. Schon 1997 war er mit Inter Mailand erst im Penaltyschiessen an Schalke 04 gescheitert, gegen Atletico Madrid sollte es jetzt 13 Jahre wider nicht klappen. Der frühere Schweizer Nationalcoach wäre erst der zweite englische Trainer nach Howard Kendall (1985 mit Everton) gewesen, der mit einem englischen Verein den Europacup gewonnen hätte.

Zuberbühler verpasste 10. Titel

Die Finalteilnahme am Mittwoch war das letzte Karriere-Highlight für Pascal Zuberbühler und der Ersatzgoalie von Fulham konnte es nicht mit seinem zehnten persönlichen Titel krönen. Vier Titel hatte er mit den Grasshoppers, die anderen fünf mit dem FC Basel gewonnen. Nun verabschiedete sich der frühere, 51-fache Schweizer Nationalgoalie mit einer Finalniederlage von der grossen Fussballbühne. Das Kapitel Fulham muss deswegen für «Zubi» aber noch nicht abgeschlossen sein: Ihm liegt ein Angebot als Goalietrainer beim Londoner Klub vor.

si

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