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Frustbewältigung

Fünf Schweizer Bundesligasöldner müssen bei ihren Clubs zurzeit unten durch. Einer läuft sogar Gefahr, nicht für die EM nominiert zu werden.

tn
Josip Drmic (l.) wurde beim Rückrundenstart lediglich für 61 Sekunden eingesetzt. Der gesperrte Granit Xhaka musste Gladbachs 1:3-Heimniederlage gegen Dortmund auf der Tribüne miterleben. Er ist auch in den nächsten zwei Spielen zum Zuschauen verdammt.
Josip Drmic (l.) wurde beim Rückrundenstart lediglich für 61 Sekunden eingesetzt. Der gesperrte Granit Xhaka musste Gladbachs 1:3-Heimniederlage gegen Dortmund auf der Tribüne miterleben. Er ist auch in den nächsten zwei Spielen zum Zuschauen verdammt.
Keystone
Auch Admir Mehmedi hat in Leverkusen zuzeit nicht viel zu lachen. Er sass beim 1:1 gegen Hoffenheim nur auf der Ersatzbank.
Auch Admir Mehmedi hat in Leverkusen zuzeit nicht viel zu lachen. Er sass beim 1:1 gegen Hoffenheim nur auf der Ersatzbank.
Keystone
Das gleiche Schicksal ereilte Herthas Valentin Stocker beim 0:0 im eigenen Stadion gegen Augsburg.
Das gleiche Schicksal ereilte Herthas Valentin Stocker beim 0:0 im eigenen Stadion gegen Augsburg.
Keystone
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Den grössten Frust trägt zurzeit der ehemalige FCZ-Torjäger Josip Drmic mit sich herum. Nach seinem 10-Millionen-Transfer von Leverkusen zu Borussia Mönchengladbach hatte der Schweizer Nationalspieler zu Beginn der Saison schon unter Lucien Favre einen schweren Stand. Unter dessen Nachfolger André Schubert spielt Drmic fast keine Rolle mehr.

Es muss für ihn so etwas wie eine Höchststrafe gewesen sein, als er sich zum Rückrundenstart bei der 1:3-Niederlage gegen Dortmund vor eigenem Publikum bis zur Nachspielzeit hatte warmlaufen müssen, um dann noch für 61 Sekunden eingesetzt zu werden. In seinen ersten Tagen hatte Schubert den Medien noch erklärt, dass er gerne früh wechsle. «Um etwas zu bewegen, muss ein Spieler mindestens 20 bis 30 Minuten Zeit bekommen», behauptete er damals. Diese Zeit hat Drmic, zumindest unter Schubert, offenbar nicht.

Ereilt Drmic das gleich Schicksal wie De Jong?

Möglich, dass Drmic in Gladbach das gleiche Schicksal ereilt wie einst Luuk de Jong. Der Holländer war mit 15 Millionen Euro die teuerste Verpflichtung der Vereinsgeschichte. Doch was ihm unter Favre letztendlich blieb, war der totale Frust. Der Bundesligist schob ihn wieder ab und verkaufte ihn für die Hälfte des investierten Geldes an den PSV Eindhoven. De Jong ging schliesslich als grösster Fehleinkauf in Borussias Historie ein.

Josip Drmic, der nach seinem Wechsel von Nürnberg zu Leverkusen auch dort nicht auf Touren gekommen und oft nur zweite Wahl gewesen war, riskiert sogar, dass ihn Vladimir Petkovic im Sommer nicht für die EM in Frankreich aufbieten wird. Der Schweizer Nationalcoach hatte unlängst erklärt, er werde nur Spieler mit Spielpraxis nominieren.

Der Wutausbruch von Seferovic

Andere Sorgen hat Drmics Teamkollege Granit Xhaka. Zum Rückrundenstart sass er ziemlich frustriert auf der Tribüne die erste von drei Spielsperren ab, die er für eine Tätlichkeit kassiert hatte. Thomas Strunz, Europameister und ehemaliger Bayern-Star, machte die Niederlage der Borussia gegen Dortmund vor allem an Xhaka fest. «Er hat sehr gefehlt. Er war in der Vorrunde der Stabilisator im Gladbacher Mittelfeld», sagte der heutige Experte von Sport 1 im «Doppelpass» am Sonntag.

Frankfurts Torjäger Haris Seferovic hatte beim 3:2-Sieg seiner Mannschaft gegen Wolfsburg seinen ganzen Frust herausgelassen, weil er von Trainer Armin Veh zur Halbzeit ausgewechselt worden war. Der Schweizer Nationalspieler kehrte nach dem Duschen nicht auf die Spielerbank zurück, wie es sich für einen Teamplayer eigentlich gehört, sondern verzog sich wutentbrannt auf die Tribüne.

Seferovic entschuldigt sich

«Egotrips gibts bei mir nicht», polterte Veh gegenüber den Medien und setzte gleich noch einen drauf: «Ich habe die Schnauze voll. Ich brauche ihn zwar. Aber wenn einer sich über die Mannschaft stellt und glaubt, sein eigenes Ding machen zu können, dann nicht bei mir.» Und Sportdirektor Bruno Hübner sprach eine Busse aus. Inzwischen hat sich Seferovic offenbar entschuldigt.

Frust schoben beim Bundesligarückrundenstart auch drei weitere Schweizer Nationalspieler. Valentin Stocker sass beim 0:0 von Hertha BSC gegen Augsburg während 90 Minuten auf der Bank, obwohl seine Mannschaft eigentlich zwingend Tore gebraucht hätte. Gleich erging es Leverkusens Admir Mehmedi beim 1:1 gegen Hoffenheim und Fabian Frei bei der 0:1-Pleite von Mainz bei Aufsteiger Ingolstadt. Allerdings dürfen sich die drei berechtigte Hoffnungen machen, wieder in die Stammelf zurückzukehren, weil sie bei ihren Trainern eigentlich ein hohes Ansehen geniessen.

Heute Abend empfäng Mainz Gladbach. Mal sehen, ob Frei und Drmic erneut auf der Ersatzbank sitzen.

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