Ganz los lässt Hoeness seine Bayern nicht

Uli Hoeness wird nicht mehr für das Präsidium des FC Bayern München kandidieren. Erhalten bleibt er dem Verein trotzdem.

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Als Spieler, Manager und Präsident prägte er den Verein über mehr als vier Jahrzehnte. Mit seinem Verzicht, erneut als Präsident des FC Bayern München zu kandidieren, geht im November eine Ära zu Ende. Am Donnerstag teilte der 67-Jährige dem Aufsichtsrat seine Entscheidung mit, die Gerüchte kursierten schon seit Tagen.

Während seiner verschiedenen Stationen prägte Hoeness den deutschen Rekordmeister wie kein anderer:

Juli 1974
Weltmeister

Zwei Jahre nach dem EM-Titel jubelt Uli Hoeness auch als Weltmeister. Dreimal gewinnt er den Europapokalsieger der Landesmeister (seit 1992/93 Champions League) mit dem FC Bayern. Dazu kommen drei Meistertitel und ein Pokalsieg. Den Weltpokal gewinnt er 1976. Wegen einer chronischen Knieverletzung beendet er 1979 mit nur 27 Jahren seine Karriere.

Mai 1979
Manager

Die Manager-Laufbahn beginnt. Im grauen Sakko und mit einem Notizblock unter dem Arm übernimmt Hoeness das Büro seines Vorgängers Robert Schwan. Ein Schreibtisch und ein Sideboard mit einem Telefon drauf – so sah es damals aus im Büro. Zwei Stunden telefoniert Hoeness herum, dann ist der erste Arbeitstag vorbei.

Februar 1982
Flugzeugabsturz

Der 30-jährige Hoeness überlebt wie durch ein Wunder als Einziger an Bord den Absturz mit einem Propellerflugzeug auf dem Weg nach Hannover zu einem Länderspiel.

Mai 2001
Champions-League-Sieger

Der FC Bayern wird erstmals Champions-League-Sieger, der grösste sportliche Erfolg für Hoeness als Manager. In diesem Amt bejubelt der Mr. FC Bayern auch den Uefa-Cup-Erfolg 1996. 16 Meisterschaften, 9 Pokalsiege und ein weiterer Weltpokalerfolg kommen noch dazu.

Nov. 2009
Clubpräsident

Mit imposanten 99,3 Prozent der knapp 4500 abstimmenden Mitglieder wird Hoeness erstmals zum Clubpräsidenten gewählt. Bei Ovationen und «Uli, Uli»-Rufen unterdrückt er Tränen. Titel feiert Hoeness auch in diesem Amt zuhauf. Höhepunkt ist das einzigartige Triple 2013 inklusive des Champions-League-Titels.

März 2014
Steuerhinterziehung

Das Landgericht München spricht Hoeness wegen Hinterziehung von mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern schuldig. Er wird zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Hoeness akzeptiert seine Haftstrafe, tritt von seinen Ämtern beim FC Bayern zurück. «Wenn ich zurück bin, werde ich mich nicht zur Ruhe setzen. Das wars noch nicht!», kündigt Hoeness wenig später bei einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung an. Einen Monat später begibt er sich in Haft.

Nov. 2016
Wiederwahl

Neun Monate nach seiner Haftentlassung steht der grosse Tag der Wiederwahl an. Beklatscht wie in einem Fussballstadion und unter Sprechchören nimmt der 64-Jährige voller Stolz die Wahl an. «Ich verspreche euch, ich werde euch nicht enttäuschen», erklärt er. Mehr als 97 Prozent der über 7000 Mitglieder votieren für ihn.

Nov. 2018
Harte Kritik

Bei der Jahreshauptversammlung gibt Hoeness nähere Einblicke in den Umbruch der Clubführung, bei dem Oliver Kahn eine zentrale Rolle spielen soll. Er selbst wird am Ende des Abends ungewöhnlich hart kritisiert, es gibt sogar Buhrufe. «Dieser Abend geht nicht spurlos an einem vorüber», gesteht Hoeness kurz darauf.

August 2019
Entscheidung

Hoeness will zunächst vor dem Aufsichtsrat die Entscheidung zu seiner Zukunft beim FC Bayern bekannt geben, «die getroffen ist». Auf der Jahreshauptversammlung Ende November will er sich nicht mehr als Präsident zur Wahl stellen. Auch den Vorsitz des Aufsichtsrats will er abgeben. Beide Ämter soll der frühere Adidas-Chef Herbert Hainer (65) übernehmen. Hoeness will Mitglied im Aufsichtsrat bleiben. Ganz geht er damit nicht. «Die Hilfe für den FC Bayern hat nichts mit dem Amt zu tun», sagte er am Mittwoch. (dpa)

Erstellt: 29.08.2019, 21:23 Uhr

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