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GC darf sich den Rekurs sparen

Ein Einspruch gegen die Pyrostrafe bringt nur weiteren Reputationsschaden.

Forfaitniederlage wegen Pyros: GC-Anhänger warfen in Sitten Fackeln aufs Feld und provozierten den Spielabbruch. Foto: Urs Lindt (Freshfocus)
Forfaitniederlage wegen Pyros: GC-Anhänger warfen in Sitten Fackeln aufs Feld und provozierten den Spielabbruch. Foto: Urs Lindt (Freshfocus)

Eine kleine Überraschung gab es dann doch noch, als gestern das Urteil zu den Fackelwürfen von GC-Anhängern in Sitten öffentlich wurde. Nein, nicht dass die Grasshoppers das Spiel mit 0:3 verlieren, dass sie 30'000 Franken Busse erhalten und ein Geisterspiel, das für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wird. Das alles konnte in etwa in diesem Umfang erwartet werden. Aber dass sich der designierte GC-Präsident zitieren liess, er werde einen Rekurs prüfen, das darf einen schon verblüffen.

Dabei geht es gar nicht einmal um die Frage, ob die Strafe nun objektiv betrachtet angemessen ist oder nicht. Es geht darum, dass die Grasshoppers einen weiteren Reputationsschaden in Kauf nehmen, wenn sie wirklich gegen das Urteil der Liga aufbegehren. Die öffentliche Meinung geht in der Regel nicht sehr gnädig mit Clubs um, die sich nach einem Spielabbruch wegen geworfener Fackeln gegen ihre Bestrafung wehren. Und das Letzte, was GC in seiner jetzigen Lage braucht, sind noch mehr negative Schlagzeilen. Nein, die Hoppers dürfen sich diesen Rekurs gerne sparen.

Zumal die Strafe sicher nicht zu hart ausgefallen ist. Sie liegt im Rahmen jener Urteile, die die Liga in letzter Zeit für ähnliche Vergehen ausgesprochen hat. Wobei man sich gerne die Fragen stellen darf, welche Auswirkungen eine Geldstrafe gegen einen Club nach Fanausschreitungen haben soll. Eigentlich ist die Busse nichts anderes als ein symbolischer Akt, um die nach Strafen rufende Öffentlichkeit zu beruhigen. Im Falle der Hoppers ist die Botschaft, dass sich die Clubführung intensiver mit dem eigenen Anhang auseinandersetzen muss, hoffentlich schon vor dem Urteil der Liga angekommen.

Viel wichtiger als eine mehr oder weniger deftige Busse für den Verein ist sowieso etwas anderes: dass es gelingt, mit den Videobildern aus dem Stadion jene zu identifizieren, die Pyros aufs Feld geworfen haben. Damit würden jene bestraft, die sich in Sitten aufgeführt haben, als zählten nur ihre Emotionen – und jene der restlichen 7100 Menschen nicht. Auch darum ist es richtig, dass die Stadionsperre bloss auf Bewährung ausgesprochen worden ist. Kollektivstrafen widersprechen den Grundprinzipien des Rechtsstaats, wonach jeder für sein eigenes Handeln verantwortlich ist. Bestraft gehören Täter.

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