Zum Hauptinhalt springen

GC kämpft um jeden Franken – wenn nicht sogar ums Überleben

Der Rücktritt von André Dosé deutet darauf hin, dass die Grasshoppers vor grossen finanziellen Problemen stehen. Die Gründe liegen teilweise auf der Hand – es gibt aber auch Gerüchte.

Es ist noch keine zwei Wochen her, da hat André Dosé gegenüber Redaktion Tamedia gesagt, wie er sich manchmal fühlt bei der Arbeit als Präsident, der ständig dem Geld nachspringt: Wie ein Tellerdreher im Zirkus: «Vorne halte ich den Teller oben, aber hinten fällt mir einer runter.»

Er muss jetzt die Teller nicht mehr drehen. Die Grasshoppers gaben heute bekannt, dass Dosé nach gut 20 Monaten im Amt per sofort zurücktritt, das hätten er und der Club vereinbart.

«GC steht heute sportlich erfolgreich und operativ solide da. Doch die hohen finanziellen Erwartungen wurden in den vergangenen 18 Monaten nicht erfüllt», schreiben die Grasshoppers in ihrem Communiqué. Dosé und dem Verwaltungsrat sei es nicht gelungen, «eine gemeinsame Basis zu finden, welche die kurzfristigen sportlichen Ambitionen in Einklang mit den langfristigen Zielen und finanziellen Möglichkeiten bringen.»

Kurz gesagt: Bei den Grasshoppers dreht sich wieder einmal alles ums Geld. Sie haben zwar unter Dosé und in der vergangenen Saison mit Trainer Uli Forte sportlich die Rückkehr an die nationale Spitze geschafft. Sie stehen auch in diesem Fussballjahr mit Michael Skibbe im vordersten Bereich der Super League. Das Geld aber, das fehlt ihnen weiterhin. Vor allem jetzt, im sportlichen Erfolg, der den Betrieb der Mannschaft wegen Prämien und steigenden Löhnen teurer gemacht hat.

Im Sommer 2011 verpflichten sich die neu gegründete Gruppe der GC-Owner, den Verein pro Person mit jeweils 250'000 Franken pro Saison zu unterstützen. Rund 5 Millionen flossen dadurch jährlich zu den GC-Fussballern. Die Vereinbarung mit den Owners läuft im kommenden Sommer jedoch aus.

Es gibt im Umfeld schon lange Gerüchte, dass viele Owners nicht mehr bereit sind, ihr Engagement zu verlängern. Der Rücktritt von Dosé deutet darauf hin, dass die Grasshoppers tatsächlich erneut vor grossen finanziellen Problemen stehen. Nach der verlorenen Stadionabstimmung und der damit auch verlorenen Chance, zukünftig deutlich mehr Geld zu generieren mit Zuschauereinnahmen, VIP-Betreuung und Restaurationsbetrieben, sehen viele bisherige Geldgeber offenbar keinen Sinn mehr darin, den Club zu unterstützen. Für ein ausgeglichenes Budget würden die Grasshoppers in dieser Saison 12'000 Zuschauer im Schnitt benötigen. Sie stehen derzeit bei 7003.

Ausserdem steht Dosé intern seit längerem in der Kritik, für die Grasshoppers als bezahlter Präsident nicht genug Sponsorengelder generiert zu haben. Er reklamiert zwar für sich, mit den Firmen Fromm und Feldmann die Trikot-Hauptsponsoren gefunden zu haben. Zumindest Reinhard Fromm, der als Patron seines Familienunternehmens auch auf dem Trikot von Tennisprofi Wawrinka wirbt, stand den Grasshoppers schon lange nahe und ist zumindest derzeit noch als Owner engagiert.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch