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Gegen Israelis gespielt: Der Iran sperrt seinen Captain

Zwei iranische Nationalspieler wurden aus politischen Gründen suspendiert. Jetzt drohen harte Sanktionen von der Fifa.

War das seine letzte WM? Massoud Schojaei 2014 in Brasilien.
War das seine letzte WM? Massoud Schojaei 2014 in Brasilien.

Für den gemeinen Fussballfan hatte die Europa-League-Qualifikationspartie zwischen Panionios Athen und Maccabi Tel Aviv wenig Bedeutung. Im Iran sorgte das Spiel aber für grosse Aufregung – und könnte nun sogar für die Fifa relevant werden.

Denn für Panionios liefen mit Massoud Schojaei (33) und Ehsan Hajsafi (27) zwei iranische Nationalspieler auf. Dies, obwohl es wegen politischer Spannungen seit 38 Jahren iranischen Sportlern nicht erlaubt ist, gegen Israelis anzutreten. Das Sportministerium und der Fussballverband (FFI) des Iran haben die beiden Fussballer zuerst scharf kritisiert. Nun wurden die beiden vom Nationalteam ausgeschlossen – Schojaei war bislang sogar Captain, Hajsafi sein Stellvertreter. «Die beiden Spieler haben die rote Linie überschritten», begründet Vizesportminister Mohamed Resa Dawarsani den Entscheid, und legt nach: «Die Verpflichtungen der Spieler mit Blick auf die Werte des Volkes und die Rechte der Palästinenser sind wichtiger als die Pflichten bei ihrem Verein.»

In sozialen Netzwerken solidarisieren sich diverse Fans und Mitspieler mit den beiden Fussballern. Schliesslich hätten die beiden nur ihren Job gemacht, und das Verbot sei ohnehin absurd und habe politisch nichts gebracht. Fans starteten sogar eine Kampagne, schreibt der «Spiegel».

Durch diese Sperre verpassen Schojaei und Hajsafi die WM 2018 in Russland, für die sich der Iran bereits qualifiziert hat. Wobei das nun für die ganze Mannschaft gelten könnte, denn die Fifa verbietet ausdrücklich politische Einmischung in den Sport. Gemäss dem Reglement ist es möglich, dass der Iran von der Weltmeisterschaft ausgeschlossen wird.

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