Gegen YB triumphiert der FCZ nur im Cup – auch heute?

In der Liga hat der FCZ gegen YB seit fünf Jahren nicht mehr gewonnen. Was ihm für den Cup-Achtelfinal Hoffnung machen kann, sind seine jüngsten Siege.

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Am Sonntag lagen sich die Zürcher in den Armen. Der Präsident und sein Trainer schwebten gar. Das 3:2 gegen den FC Basel tat ihnen gut wie lange nichts mehr. Sie bekamen das Strahlen nicht mehr aus dem Gesicht.

Heute Mittwoch wartet schon die nächste Grösse der Schweiz auf den FCZ: YB, der Meister der letzten beiden Saisons. Trainer Ludovic Magnin sagt: «Wir sehen uns am Mittwochabend, der Ball ist in der Mitte, und der Fight geht los.»

Die Bilanz des FCZ gegen die Berner ist in der jüngeren Vergangenheit so schlecht, wie es jene gegen Basel war. In der Meisterschaft liegt der letzte Sieg über fünf Jahre zurück, im August 2014 gelang ein 2:1 daheim, Chiumiento und Chermiti erzielten die Tore, Marco Schönbächler ist der einzige Spieler, der von damals übrig geblieben ist. Danach ist es sehr dunkel geworden: 16 Spiele, 4 Unentschieden, 12 Niederlagen, 8:31 Tore.

In diese Zeit fallen aber auch zwei Cupspiele. Wenigstens die dienen dazu, dem FCZ für heute Mut zu machen. Er gewann sie beide, erst noch in Bern: zuerst während der Abstiegssaison 2015/16 im Achtelfinal 3:1, dann am 27. Mai 2018 im Final 2:1. In diesem Endspiel profitierte der FCZ sicher davon, dass die Berner nach dem Gewinn der ersten Meisterschaft seit 32 Jahren noch siegestrunken unterwegs waren, allerdings war er an diesem Tag selbst auf den Punkt bereit.

Der Schlüssel zum Sieg

Der FCZ trat so auf, wie er das am Sonntag gegen Basel wieder getan hat. Und wie er es heute wieder tun muss, wenn er eine Chance haben will. Engagement, Leidenschaft, Intensität, Mut – davon hat Magnin am Sonntag als Schlüssel zum Sieg gesprochen. «Als Trainer weiss man immer, wie die Mannschaft spielen soll», sagt er, «aber es geht nicht immer so, wie man will.» Das ist sein Problem, es hat ihn in die Kritik gebracht und mit ihm die Mannschaft und die Führung.

«Zu Recht» sei das passiert, sagt Thomas Bickel, «wir dürfen nichts schönreden.» Bickel ist der Sportchef und von der Art her das Korrektiv zu Ancillo Canepa und Magnin, ausgeglichen, gemässigt, egal, wie es gerade läuft. Wo andere am Sonntag «überragend» sagten, reicht ihm ein «Gut», um die Leistung der Mannschaft zu werten. «Schade, dass nur 11 000 Zuschauer da waren», sagt er, «aber das müssen wir uns erarbeiten, dass wieder mehr kommen.»

Thomas Bickel sieht die Perspektiven der Mannschaft. Dass er sie gar als «super» bezeichnet, will etwas heissen.

Am Dienstag ist er in Bern an einem Workshop der Sportchefs, er berichtet von einer sehr lebhaften und inspirierenden Atmosphäre. Nur mit Christoph Spycher hat er keine Einigung gefunden, wer denn heute Abend gewinnt. Dass der FCZ in Bern antreten muss, weil die Grass­hoppers bei der Auslosung der Achtelfinals zuerst ein Heimspiel bekamen, liegt Bickel «auf dem Magen». Er stellt sich eben vor, wie die Stimmung dank des Sieges gegen Basel heute im Letzi­grund sein und wie eine Dynamik entstehen könnte.

Der Sportchef hat am Sonntag die Bestätigung bekommen, wozu die Mannschaft fähig ist. Er redet von ihrer Jugend, von Rüegg, Omeragic, von Sohm und Domgjoni und auch von Tosin, alle zwischen 17 und 21. Er sieht die Perspektiven. Dass er sie gar als «super» bezeichnet, das will schon etwas heissen.

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Die Überzeugung, dass es gut kommt, sei auch in kritischen Zeiten vorhanden gewesen, sagt Bickel, man brauche den Glauben und Zielsetzungen. Den Kopf lässt er sich nun trotzdem nicht verdrehen. Darum betont er: Man müsse demütig und bescheiden bleiben. Er sagt, es werde wieder Rückschläge geben. Vor etwas warnt er darum besonders: «Wir dürfen gegen YB nicht euphorisiert auf den Platz gehen.»

Denn er weiss: Die Mentalität ist die Basis zum Erfolg. Erst wenn sie stimmt, ist auch spielerisch eine gute Leistung möglich. Das 3:2 gegen Basel dient als bestes Beispiel dafür.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Erstellt: 30.10.2019, 15:16 Uhr

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