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Germania Forchheim: «Toooooooooor»

Trotz einem Tor reichte es dem schlechtesten Fussballteam Deutschlands in der 11. Runde nur zu einem 1:25. Der Jubel ist trotzdem gross.

Die Kicker von Germania Forchheim haben es geschafft: Am 11. Spieltag hat das schlechteste Team Deutschlands endlich ein Goal geschossen. Auch wenn das Spiel gegen den TSV Vestenbergsgreuth mit 1:25 verloren ging, war der Jubel bei den Spielern gross. Das Torverhältnis konnte mächtig aufpoliert werden.

Der Held, der sich erstmals für Germania in die Torschützenliste eintragen lassen konnte, heisst Patrick Hinz. Beim Stand von 0:24 zog der Stürmer ab und versenkte den Ball in unwiderstehlicher Manier.

Torhüter Thomas Seidl bewahrte die Mannschaft vor einer noch höheren Niederlage. 217 Gegentreffer hat der Verein aus Oberfranken in der zweiten Kreisklasse bisher erhalten. Trotzdem ist der Jubel in Forchheim gross. «Toooooooooooooooooooor», steht auf der Webseite vom 1. FC Germania 08 Forchheim, dazu explodieren virtuell die Feuerwerkskörper.

Aufwärtstendenz erkennbar

«Sicher können wir nicht stolz auf unsere Bilanz sein, aber es geht aufwärts. Wahrscheinlich werden wir trotzdem absteigen», sagte Vorstandsmitglied Manfred Rehn.

Zum Dauerverlierer ist der Traditionsverein, der zum Beispiel auch Damengymnastik anbietet, ausgerechnet im Jahr seines 100. Jubiläums geworden. Im Sommer verliess gleich die ganze Mannschaft, 26 Spieler, den Verein. Anscheinend wurden versprochene Prämien nicht bezahlt.

Hilfe von Bayern München

Also wurde eine Stammtischmannschaft als Ersatz verpflichtet. «Die meisten von denen waren noch nie in einem Fussball-Verein. Die müssen erstmal lernen, dass das weisse Runde in das grosse Eckige muss. Aber es wird von Spiel zu Spiel besser», sagt Präsident Lothar Walenta.

Selbst die Rekordmeister vom FC Bayern haben ein Herz für die Forchheimer Feierabendkicker entwickelt. Nach Trainingseinheiten mit Goalie-Trainer Sepp Maier setzte es mit einem 0:11 das bisher beste Resultat ab.

Positive Aspekte

Die Pleitenserie hat allerdings auch ihr Gutes: Das Interesse an Germania Forchheim ist so gross wie nie. In ganz Deutschland vermeldete die Presse die frohe Kunde vom ersten Tor.

Zahlreiche Fussballer aus ganz Deutschland bieten dem Klub-Präsidenten ihre Dienste an. Und: Bei Heimspielen lockt Germania 150 statt die üblichen 50 Fans an. Eine Sorge weniger für den leidensfähigen Präsidenten Walenta: «Da kann ich wenigstens die Schiedsrichter bezahlen.»

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