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Grosser Knall in Spaniens Nationalteam

Kurz vor WM-Start: Spanien entlässt seinen Nationaltrainer. Julen Lopeteguis Nachfolger ist Fernando Hierro.

hua/fas
Unzufriedener Verbandsboss: «Das ist eine sehr schwierige Situation.» (Video: AFP/Tamedia)

Luis Rubiales, Präsident des spanischen Fussballverbandes, hat genug. Er fühlte sich hintergangen vom Nationaltrainer. Julen Lopetegui hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass er nach der WM Real Madrid übernehmen werde. Rubiales wusste von dem nichts und er hatte den Vertrag Lopeteguis doch erst gerade vor drei Wochen vorzeitig verlängert.

Nachhallender Personalwechsel: Julen Lopetegui beerbt Zidane bei Real Madrid.
Nachhallender Personalwechsel: Julen Lopetegui beerbt Zidane bei Real Madrid.
Juan Carlos Cardenas, Keystone
...überhaupt nicht in den Kram. Er entlässt Lopetegui kurz vor WM-Beginn.
...überhaupt nicht in den Kram. Er entlässt Lopetegui kurz vor WM-Beginn.
Javier Etxezarreta, Keystone
Sportdirektor Fernando Hierro übernimmt nun die spanische Nationalmannschaft beim Turnier in Russland. Dies gab der Verband am Mittwoch via Twitter bekannt, nachdem er sich kurz zuvor von Lopetegui getrennt hatte.Der 50-jährige ehemalige Internationale hatte bisher nur den Zweitligisten Real Oviedo trainiert. Hierro wird die Spanier zum ersten Mal am Freitag in Sotschi gegen Europameister Portugal betreuen – eine happige Aufgabe.
Sportdirektor Fernando Hierro übernimmt nun die spanische Nationalmannschaft beim Turnier in Russland. Dies gab der Verband am Mittwoch via Twitter bekannt, nachdem er sich kurz zuvor von Lopetegui getrennt hatte.Der 50-jährige ehemalige Internationale hatte bisher nur den Zweitligisten Real Oviedo trainiert. Hierro wird die Spanier zum ersten Mal am Freitag in Sotschi gegen Europameister Portugal betreuen – eine happige Aufgabe.
J. J. Guillen, Keystone
Nächste Saison stehen sich Lopetegui (l.) und Gerard Piqué (Barcelona) in den Clásicos gegenüber.
Nächste Saison stehen sich Lopetegui (l.) und Gerard Piqué (Barcelona) in den Clásicos gegenüber.
Javier Etxezarreta, Keystone
Die WM-Qualifikation schlossen die Spanier unter Lopetegui erfolgreich ab. Sie holten in zehn Spielen neun Siege und ein Unentschieden. Hier beim Handshake mit Italiens Trainer Gian Piero Ventura (r.) nach dem 1:1-Unentschieden in Turin.
Die WM-Qualifikation schlossen die Spanier unter Lopetegui erfolgreich ab. Sie holten in zehn Spielen neun Siege und ein Unentschieden. Hier beim Handshake mit Italiens Trainer Gian Piero Ventura (r.) nach dem 1:1-Unentschieden in Turin.
Daniel dal Zennaro, Keystone
Von 2011 bis 2014 war der Spanier für verschiedene spanische U-Mannschaften zuständig. Zuvor arbeitete er bereits bei Real Madrid als Leiter der Scouting-Abteilung und eine Saison als Coach der zweiten Mannschaft der Königlichen.
Von 2011 bis 2014 war der Spanier für verschiedene spanische U-Mannschaften zuständig. Zuvor arbeitete er bereits bei Real Madrid als Leiter der Scouting-Abteilung und eine Saison als Coach der zweiten Mannschaft der Königlichen.
Ina Fassbender, Keystone
Seine bisher einzigen Erfahrungen als Trainer einer ersten Mannschaft eines Vereins sammelte er beim FC Porto. Von 2014 bis Januar 2016 war er in Portugal tätig. Hier begrüsst er den damaligen Chelsea-Trainer José Mourinho.
Seine bisher einzigen Erfahrungen als Trainer einer ersten Mannschaft eines Vereins sammelte er beim FC Porto. Von 2014 bis Januar 2016 war er in Portugal tätig. Hier begrüsst er den damaligen Chelsea-Trainer José Mourinho.
Steven Governo, Keystone
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An einer Pressekonferenz gab der Präsident am Mittwoch bekannt, dass Lopetegui nicht mehr spanischer Nationaltrainer ist – zwei Tage vor dem wichtigen Startspiel gegen Portugal. «Das ist eine sehr schwierige Situation», sagte Rubiales. Und weiter: «Wir wollen so wenig wie möglich antasten. Sobald wir eine Lösung haben, werden wir sie kommunizieren.» Rund zwei Stunden nach dieser Aussage war Lopeteguis Nachfolger bekannt: Der Sportdirektor des spanischen Verbandes, Fernando Hierro, übernimmt La Roja. Hierro ist eine Real-Madrid-Legende, hat selber 88 Partien für das spanische Nationalteam absolviert und dabei 30 Tore erzielt.

Lopetegui war nicht anwesend

Rubiales sagte, er habe eine nahe Beziehung zu den Spielern, habe mit allen gesprochen, mit denen es nötig war. Zu Real wollte er sich nicht äussern: «Ich muss das nicht bewerten. Sie suchen ihren bestmöglichen Trainer und fertig.» Die Verhandlungen Lopeteguis seien kein Problem, «das Problem war, dass wir erst fünf Minuten vor der Medienmitteilung darüber unterrichtet wurden. Ich glaube alle hier Anwesenden bestätigen, dass so etwas einfach nicht geht.» Rubiales habe noch insistiert, dass bitte nichts publik werde – zumindest, bis er in Russland ankomme. Dafür habe er sogar den Fifa-Kongress um die WM-Vergabe 2026 sausen lassen. Dennoch kommunizierte Real Madrid fünf Minuten später die Verpflichtung des Coaches.

Er respektiere den «Toptrainer» Lopetegui, das habe den Entscheid noch schwerer gemacht, so Rubiales weiter. Ob das Nationalteam ob dieses Entscheides geschwächt werde, werde die Zeit zeigen, fügte der Präsident an.

Lopetegui war an der Pressekonferenz nicht zugegen, das hätte keinen Sinn gemacht, so Rubiales, «ausserdem wollte er sich von den Spielern verabschieden.» Am Ende wandte sich der Präsident an die anwesenden Journalisten und bat diese «von Herzen, auch künftig fair zu bleiben und uns zu unterstützen, eine gute WM zu machen.»

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