Harte Zeiten für Schwalbenkönige

Eine Gelbe Karte oder ein Penalty – das Risiko einer Schwalbe war bisher klein. Das wird sich in England ab nächster Saison ändern.

Arjen Robben sucht einen Penalty. Hier an der WM 2014 gegen Mexiko.

Arjen Robben sucht einen Penalty. Hier an der WM 2014 gegen Mexiko.

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Schwalben gehören mittlerweile zum Fussball wie Einwürfe. Es vergeht fast kein Spieltag, ohne dass sich ein Spieler einen Penalty erschleichen will. Seit 1999 werden Schwalben mit einer Gelben Karte bestraft. Wenn der Schiedsrichter sie als solche sieht. Eine nachträgliche Bestrafung für Schwalben, die während des Spiels nicht geahndet werden, gab es bisher nicht.

Eine der berühmtesten Schwalben der jüngsten Fussballgeschichte lieferte Arjen Robben an der Weltmeisterschaft 2014 im Spiel gegen Mexiko. Obwohl der Schiedsrichter nicht auf die Schwalbe reingefallen war, musste sich Robben nach dem Spiel rechtfertigen. Der Holländer entschuldigte sich und gab zu, einen Elfmeter gesucht zu haben. Er blieb unbestraft.

Auch in der Schweiz griffen Spieler schon zu diesem Mittel: Der Vaduzer Albion Avdijaj liess sich im Spiel gegen den FC Zürich im November 2015 fallen. Er bekam Gelb und leistete sich einige Minuten später ein Foulspiel, für das er die zweite Gelbe Karte sah. Im Wissen, dass eine Schwalbe keine härtere Strafe nach sich zieht, sagte Avdijaj nach dem Spiel: «Ich entschied mich für eine Schwalbe.»

FA als Beispiel?

Der englische Fussballverband FA hat nun reagiert und wird Schwalben ab nächster Saison härter bestrafen. Hat ein vermeintliches Foul einen Penalty oder einen Platzverweis zur Folge, kommt der Fall vor ein Gremium. Dieses besteht aus drei Personen: Ein ehemaliger Spieler, Trainer und Schiedsrichter werden entscheiden, ob es sich um eine Schwalbe handelt. Kann mittels Videoanalyse eine solche festgestellt werden, wird der betroffene Spieler für zwei Spiele gesperrt.

«Fantastisch!», freut sich Luigi Ponte, ehemaliger Präsident des Schweizerischen Schiedsrichter-Verbandes, über diese Nachricht. «Ich bin überzeugt davon, dass es dadurch weniger Schwalben geben wird», sagt Ponte auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Schwalben seien nach wie vor eines der grössten Probleme für die Unparteiischen. «Wenn ein Spieler weiss, dass eine Schwalbe eine Spielsperre nach sich ziehen kann, wird er es sich zweimal überlegen, ob er sich fallen lassen soll.»

In der Schweiz seien solche Bestrafungen bisher kein Thema gewesen. Ponte hofft aber, dass der Entscheid der FA als Beispiel dient und schon bald etwas in diese Richtung getan wird. Klar ist: Abgesehen davon, dass einem der Ruf des Schwalbenkönigs nacheilt, hatte diese Unsportlichkeit bisher keine grossen Folgen. Eine Gelbe Karte können die meisten Spieler verkraften. Ob sie jedoch eine Sperre für zwei Spiele in Kauf nehmen? Wohl kaum.

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Sollten Schwalben auch in der Schweiz bestraft werden?




(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.05.2017, 16:33 Uhr

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