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Hassan Lingani: «Gekommen, um zu spielen»

In der Rückrunde müssen die Young Boys Verteidiger Saif Ghezal ersetzen, der den Klub vor ein paar Wochen überstürzt verlassen hat. Erster Anwärter auf den Platz in der Dreierkette ist der neu verpflichtete Ivorer Hassan Lingani.

Ein grosser Umbruch hat bei den Young Boys in der Winterpause nicht stattgefunden. Mit Giuseppe Morello (von Biel) und Henri Bienvenu (Espérance Tunis) sind zwei neue Stürmer geholt worden. Hassan Lingani wurde für die Abwehr verpflichtet. In der Verteidigung hatten die Stadtberner den gewichtigsten Abgang zu verzeichnen. Saif Ghezal verliess den Klub vor dem Cupspiel gegen Lausanne überstürzt und unter Angabe von offensichtlich falschen Tatsachen. Der Tunesier nahm sich nicht einmal die Zeit, seine Wohnung zu räumen. Sportchef Alain Baumann mag sich eigentlich nicht mehr zu Ghezal äussern. Er sagt einzig, die Gründe für dessen Abreise seien «fadenscheinig» gewesen und der Spieler unter diesen Umständen für den Verein nicht mehr tragbar. Immerhin erhielten die Berner für Ghezal, der inzwischen in Saudiarabien, bei Al Ahli Jeddah, angeheuert hat, eine Ablösesumme.

«Engagiert und lernfähig»

Sportlich ist der Abgang allerdings ein Verlust, Ghezal bestritt 17 von 18 Vorrundenpartien und erzielte zwei Tore. Für die zweite Saisonhälfte muss YB-Trainer Vladimir Petkovic die Position in der YB-Dreierkette neu besetzen. Zwar sagt Petkovic: «Ich habe die Wahl zwischen Lingani, Marc Schneider, Issam Mardassi und dem jungen Adriano De Pierro, und ich habe mich noch nicht entschieden.» Einiges deutet aber darauf hin, dass am Sonntag in Basel Lingani den vakanten Posten übernimmt und neben Emiliano Dudar und François Affolter verteidigt. Auch weil Schneider noch etwas angeschlagen ist. Lingani kam in jedem Vorbereitungsspiel zum Einsatz und zeigte sich laut den Verantwortlichen in den Trainings engagiert und sehr lernfähig. «Ich bin gekommen, um zu spielen», sagt der Ivorer selbstbewusst. Davon, dass er womöglich eine längere Integrationszeit benötige, will er nichts wissen. Zwar habe er bei seinem früheren Verein Bastia jeweils als Innenverteidiger in einer Viererkette agiert, «die Umstellung auf das YB-System ist mir aber mittlerweile gelungen». Acht Mal spielte der 22-Jährige in der Vorrunde für den Ligue-2-Verein aus Korsika, zuvor war er zwei Jahre in Frankreichs vierthöchster Liga, in Albi, engagiert gewesen.

Doumbias Jugendfreund

Noch immer ist Lingani, der bis 2013 unterschrieb, beeindruckt von der Infrastruktur, die er bei den Young Boys vorgefunden hat. «Im Vergleich zu Bastia ist alles grösser und moderner.» Bei der Integration geholfen haben ihm die vier weiteren Ivorer im YB-Kader Gilles Yapi, Youssouf Traore, Seydou Doumbia und Thierry Doubai. Vor allem das Verhältnis zu Doumbia ist eng. Die beiden spielten als Jugendliche in der Akademie Adjamé in Abidjan zusammen, mit der YB unterdessen eine Partnerschaft unterhält. Deren Leiter, Olivier Koutoua, war es, der die Young Boys auf Lingani aufmerksam machte. Doumbia sagt: «Lingani ist wie ein Bruder für mich.» Und Lingani meint: «Doumbias Qualitäten kenne ich schon lange. Daher bin ich nicht überrascht, macht er im Sommer mit dem Wechsel nach Moskau den nächsten Schritt.» Selbstverständlich träume auch er von einer solchen Entwicklung, «das tut doch jeder Fussballer». Mit einer starken Leistung in Basel will er übermorgen erstmals in der Schweiz auf sich aufmerksam machen, und er sagt mit Überzeugung: «Die Basler stehen stärker unter Druck als wir.»

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