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Hassli und sein Wutanfall

Erinnern Sie sich an den einstigen FCZ-Stürmer? In der zweithöchsten US-Liga sind ihm die Sicherungen durchgebrannt. Wieder einmal.

30 Minuten im Spiel, dann der unrühmliche Abgang: Hassli bleibt Hassli. Video: Youtube

Ein Heisssporn war er schon immer, der Franzose: Eric Hassli hat bei all seinen Vereinen immer mal wieder Ärger bekommen. Bei Xamax, Servette und St. Gallen spielte er, ehe der Stürmer über Valenciennes zurück in die Schweiz zum FCZ kam, und da blieb er vier Jahre und in Erinnerung. Er war der Mann der grossartigen Tore, ein wuchtiger und bulliger Stürmer mit Tattoos und Glatze, der «Spektakel-Hassli».

Unvergessen aber auch seine Eskapaden auf dem Platz. Sein rabiater Tritt in den Hintern eines Gegenspielers bei einer Partie in Luzern zum Beispiel. Fünfmal wurde Hassli in seinen Schweizer Jahren vom Platz gestellt, dreimal direkt und zweimal mit gelbroter Karte. 2011 wechselte er nach Nordamerika zu den Vancouver Whitecaps. Und in seiner ersten Saison mit den Kanadiern sah er gleich dreimal rot.

Der TV-Kommentator höhnte

Inzwischen sind Hassli Haare gewachsen, dafür ist er sportlich immer tiefer gesunken. Nach seinem Engagement in Vancouver begannen die Wanderjahre. Während sein Kumpel Davide Chiumiento in die Schweiz zurückkehrte, spielte Hassli noch für Toronto und beim FC Dallas, dann war kein Platz mehr für ihn frei in der Major League Soccer. Er heuerte bei den San Antonio Scorpions an, einem Club der zweithöchsten North American Soccer League.

Im sechsten Spiel flog er nun auch dort erstmals vom Platz. Auf typische Hassli-Art. Im Heimspiel gegen Minnesota rannten die Scorpions einem 3:4-Rückstand hinterher, und nachdem der Franzose sich ein Offensivfoul leistete, brannten seine Sicherungen durch. Er schnappte sich den Ball und drosch ihn in hohem Bogen aus dem Stadion. «Wie ein Punter beim Football», sagte der TV-Kommentator höhnisch. Erst in der 60. Minute war Hassli ins Spiel gekommen.

Die Entschuldigung auf Youtube

Der Schiedsrichter konnte nicht anders und verwarnte Hassli – was dieser mit Applaus quittierte. Und was das betrifft, darf der Sünder weder in der texanischen Fussballprovinz noch sonst in einer Liga auf Milde hoffen: Mit gelbroter Karte musste Hassli unter die Dusche. Wenig später stand die Niederlage fest, mit der die Scorpions im Tabellenkeller bleiben.

Wenigstens plagte den exzentrischen Stürmer danach das schlechte Gewissen. In einem knapp 90-sekündigen Youtube-Video entschuldigte sich Hassli bei den Mitspielern und Fans mehrfach für die Entgleisung. «Wir hätten noch einmal ins Spiel kommen können, aber ich habe das Team im Stich gelassen», sagte er und fügte reuig an: «Es wird nicht wieder vorkommen.» Sicher einmal am nächsten Sonntag gegen Atlanta nicht: Hassli ist – wieder einmal – gesperrt.

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