«Hat jetzt die Europa League Priorität, Herr Forte?»

Vor dem Europa-League-Spiel gegen Steaua Bukarest sprach FCZ-Trainer Uli Forte über die Gefahren in der Liga und seinen letzten Debütanten.

Mahnt vor Überheblichkeit in der Liga: FCZ-Trainer Uli Forte.

Mahnt vor Überheblichkeit in der Liga: FCZ-Trainer Uli Forte. Bild: Keystone

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Uli Forte, nach dem Sieg in Neuenburg sagten Sie, man habe Ihren Spielern ab der 75. Minute die Müdigkeit angemerkt. Woher kommt das, schliesslich rotieren Sie ja regelmässig?
Wir haben aufgrund der Europa League ein sehr hartes Programm, bestreiten sehr viele Spiele. Besonders gegen Xamax war die Partie auf dem Kunstrasen in unserer aktuellen Situation eine grosse, zusätzliche Belastung.

Weshalb hatte Davide Chiumiento bisher dennoch kaum eine Rolle gespielt?
Davide war sehr, sehr lange verletzt, konnte gegen Schaffhausen erstmals von Beginn an spielen. Er ist noch weit weg von seinen physischen Möglichkeiten, was nach einer achtwöchigen Verletzungspause normal ist. Deshalb muss er weiter arbeiten und Geduld haben. Ich bin mir sicher, dass er im Verlauf der Saison ein wichtiger Spieler wird.

Ihr Vorgänger Sami Hyypiä hatte ihm letzte Saison mangelndes Engagement vorgeworfen.
Davon ist jetzt überhaupt nichts zu sehen. Aber acht Wochen sind eine lange Zeit, das steckt man nicht einfach so weg. Ein weiteres Beispiel ist Marco Schönbächler. Er kommt langsam in Fahrt, ist jedoch noch nicht bei 100 Prozent seines Leistungsvermögens.

In der Liga hat der FCZ einen komfortablen Vorsprung von 10 Punkten auf den ersten Verfolger. Hat jetzt bis zur Winterpause die Europa League Priorität?
Auf gar keinen Fall! Dieser Vorsprung bedeutet noch gar nichts. Wir sollten nicht vergessen, dass wir einige entscheidende Spiele hinter uns haben. In Aarau konnten wir im letzten Augenblick den Ausgleich erzielen, ansonsten wären wir nur noch zwei Punkte vor den Aarauern gewesen. Und auch gegen Xamax hatten wir ein Sechspunkte-Spiel – mit einer Niederlage wäre Xamax bedrohlich nahe gekommen. Wir haben gesehen, wie schnell alles kippen kann. Deshalb hat für uns weiterhin ganz klar die Challenge League und der sofortiger Wiederaufstieg Priorität.

Dennoch ist das Überwintern im Europacup das erklärte Ziel.
Natürlich, wenn wir schon so weit sind wie jetzt und solch starke Leistungen gezeigt haben, wollen wir das weiterziehen. Am Donnerstag gegen Steaua Bukarest können wir zwar noch keinen definitiven, aber dennoch einen sehr, sehr wichtigen Schritt dafür machen.

Ist der FCZ selber erstaunt über den bisherigen Erfolg in der Europa League?
Etwas überrascht sind wir schon, dass es so gut läuft wie bisher. Aber das zeigt, dass die Jungs sehr gut gearbeitet haben bis jetzt und sich auf die verschiedenen Wettbewerbe professionell einstellen können.

Wie wichtig ist das Weiterkommen, um alle Spieler bei Laune zu halten?
Ich bin froh, haben wir ein solch breites Kader, es kommen alle zum Einsatz. Das jüngste Beispiel ist Nicolas Stettler von der U-21, der gegen Xamax zu seinem Challenge-League-Debüt kam. Zwar weilt er jetzt in der Sportler-RS, aber auch das zeigte, dass wir jeden Einzelnen brauchen. Von Beginn an habe ich das immer gesagt – damals haben mich die Spieler mit grossen Augen angeschaut und konnten das kaum glauben.

Ist der 20-jährige Stettler mittelfristig eine echte Alternative für die rechte Abwehrseite?
Wir haben ihn am Sonntag ins kalte Wasser geworfen, und er hat sofort gezeigt, dass er schwimmen kann. Er hat seine Feuertaufe bestanden und muss jetzt da weitermachen, wo er aufgehört hat.

Gegen Steaua wird aber wieder Cédric Brunner auflaufen?
Brunner ist weiterhin fraglich, wir müssen sehen, wie sich seine muskuläre Verletzung entwickelt. Er musste sich vor einer Woche im Cup gegen St. Gallen zur Pause auswechseln lassen und arbeitet gemeinsam mit der Physiotherapeutin hart, damit es für einen Einsatz reicht. Nach dem morgigen Fitnesstest wissen wir mehr. Sollte er nicht zur Verfügung stehen, werden wir uns eine adäquate Alternative überlegen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.11.2016, 16:25 Uhr

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