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Hitzfeld räumt seinen Stuhl – «sehr schade», «perfekter Abgang»

Ottmar Hitzfeld verlässt den Schweizer Fussball-Verband nach der WM in Brasilien und setzt seiner Trainerkarriere im Sommer ein Ende. Die Reaktionen bleiben nicht aus.

Schon früh feiert Ottmar Hitzfeld Erfolge als Trainer. Als 35-Jähriger steigt er 1984 mit dem SC Zug als NLB-Meister in die höchste Klasse auf. Im Frühling 1985 holt der ehemalige Stürmer des FC Basel den Cupsieg mit dem FC Aarau, der im Final in Bern Xamax mit 1:0 bezwingt. (Bild: 27. Mai 1985)
Schon früh feiert Ottmar Hitzfeld Erfolge als Trainer. Als 35-Jähriger steigt er 1984 mit dem SC Zug als NLB-Meister in die höchste Klasse auf. Im Frühling 1985 holt der ehemalige Stürmer des FC Basel den Cupsieg mit dem FC Aarau, der im Final in Bern Xamax mit 1:0 bezwingt. (Bild: 27. Mai 1985)
Keystone
Hitzfeld wird vom Aargau nach Zürich zu den Grasshoppers gelockt. Mit GC holt er zweimal in Folge den Cup (1989/1990). (4. Juni 1990)
Hitzfeld wird vom Aargau nach Zürich zu den Grasshoppers gelockt. Mit GC holt er zweimal in Folge den Cup (1989/1990). (4. Juni 1990)
Keystone
Hitzfeld hat es geschafft, den personellen Umschwung in der Nati einzuleiten. Die Arbeit beim SFV macht ihm Freude. Die Reputation des Welttrainers der Jahre 1997 und 2001 ist immer noch gewaltig. Zur Wiederholung: Der Trainer aus Lörrach hat zweimal mit verschiedenen Clubs die Champions League gewonnen, hat neun nationale Titel geholt und ist sechsmal Cupsieger geworden. Dazu hat er die Schweiz zweimal an die WM-Endrunde geführt, davon einmal ungeschlagen. Es gibt fürwahr nicht viele Coachs, die ein solches Palmarès vorweisen können.
Hitzfeld hat es geschafft, den personellen Umschwung in der Nati einzuleiten. Die Arbeit beim SFV macht ihm Freude. Die Reputation des Welttrainers der Jahre 1997 und 2001 ist immer noch gewaltig. Zur Wiederholung: Der Trainer aus Lörrach hat zweimal mit verschiedenen Clubs die Champions League gewonnen, hat neun nationale Titel geholt und ist sechsmal Cupsieger geworden. Dazu hat er die Schweiz zweimal an die WM-Endrunde geführt, davon einmal ungeschlagen. Es gibt fürwahr nicht viele Coachs, die ein solches Palmarès vorweisen können.
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Während Monaten kursierten Spekulationen, die sich in den letzten Tagen und nach gesicherter WM-Teilnahme intensivierten. Hitzfeld gewährte niemandem Einblick in seine persönlichen Pläne. Am Tag vor der Veröffentlichung seines Entscheids deutete er seinen Entschluss, den er offenbar schon in Tirana gefällt hatte, allenfalls vage an. «Mir geht es immer um die Entwicklung der Mannschaft. Ob ich den Vertrag nun verlängere oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle», erklärte der 64-Jährige am Donnerstagmorgen. Er wird der Partnerschaft mit dem SFV nach sechsjährigem Engagement ein Ende setzen – «nach der schwierigsten Entscheidung meiner Laufbahn».

Hitzfeld befürchtet nicht, mit seinem angekündigten Rückzug nun die unmittelbare WM-Zukunft der Mannschaft zu gefährden: «Ich gab beim FC Bayern München meinen Rücktritt im Dezember 2007 bekannt und gewann im Mai 2008 die Meisterschaft und den Pokalfinal.» Der Lörracher spricht von einem Entscheid der Vernunft – in einem Klima, das absolut problemfrei und gut sei, wie er in Bern betonte.

Der Verband nahm die Botschaft Hitzfelds gefasst zur Kenntnis. «Ottmar Hitzfeld hat diese persönlich so geschildert, dass sie für uns nachvollziehbar ist und nichts anderes übrig bleibt, als sie so zu akzeptieren und zu respektieren», bedauerte der Nationalteamdelegierte Peter Stadelmann das Nein Hitzfelds zur SFV-Offerte.

Eindrückliche Serie

Im Juli 2014 wird eine Ära enden, die von Erfolgen geprägt ist. Zweimal hat Hitzfeld die Schweizer Equipe seit seinem Amtsantritt 2008 an die WM-Endrunde geführt. In Südafrika produzierte die SFV-Auswahl mit dem 1:0-Erfolg gegen den nachmaligen Weltmeister Spanien globale Schlagzeilen. Am vergangenen Freitag erreichte Hitzfeld einen nächsten Höhepunkt. In Tirana sicherte sich die Schweiz beim 2:1 gegen Albanien früh wie nie zuvor in einer WM-Ausscheidung den Startplatz an der Endrunde.

Hitzfeld, der Resultattrainer, hat nach seiner wunderbaren Bundesligavergangenheit in München und Dortmund auch als Nationalcoach brillante Ergebnisse und Werte vorzuweisen. Die aktuelle Qualifikationskampagne absolvierten die Schweizer mit Bravour und ungeschlagen. Ihre Serie ohne Niederlage dauert nun bald 17 Monate. Und Hitzfelds Punkteschnitt beträgt nach 53 Länderspielen 1,79 – aktuell ist er damit die Nummer 1 der Verbandsstatistik.

Kommt Marcel Koller?

Namen werden schnell ins Spiel kommen. Marcel Koller, derzeit in Verhandlungen mit dem ÖFB, dürfte zu den Kandidaten zählen, Christian Gross, seit seinem Abgang bei YB ohne Job, ist immer ein Thema. Und in Deutschland arbeitet Lucien Favre in Mönchengladbach mit überwältigendem Erfolg. Der Romand könnte zu einem Top-Kandidaten aufsteigen. Er ist ein Coach modernster Prägung und wäre in der Lage, die Arbeit auf hohem Niveau weiterzuführen.

In den Onlineforen und auf Twitter wird der Abgang Hitzfelds eifrig kommentiert. «Perfekter Abgang. Das sollten sich andere Sportler aber auch Leute aus der Privatwirtschaft zu herzen nehmen. Danke Ottmar Hitzfeld für die vielen schönen Spiele», schreibt einer. In einem anderen Beitrag heisst es: «Sehr schade. 64 Jahre ist ja nun wirklich kein Alter!»

«Tschüss Gottmar und danke für alles», die Reaktion eines Twitterers. Ein anderer Schreiber des Kurznachrichtendienstes macht es mit Witz: «Ich verstehe den Entscheid von Nati-Coach Gottmar Hitzfeld - er tritt als Weltmeister auf dem Karrierehöhepunkt zurück. So macht man das!»

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