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«Das Momentum ist bei YB»

Ein Handspenalty und ein Eigentor sorgen im Stade de Suisse für die Entscheidung im ersten Cup-Halbfinal. YB siegt verdient 2:0 gegen den FC Basel.

YB bezwingt den FCB 2:0 und steht im Cupfinal.
YB bezwingt den FCB 2:0 und steht im Cupfinal.
Peter Schneider, Keystone
Hängende Köpfe: Der FC Basel muss die Hoffnungen aufs Double begraben.
Hängende Köpfe: Der FC Basel muss die Hoffnungen aufs Double begraben.
Peter Schneider, Keystone
Eisige Temperaturen: Ersatzspieler und Fans müssen sich warm einpacken.
Eisige Temperaturen: Ersatzspieler und Fans müssen sich warm einpacken.
Peter Klaunzer, Keystone
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Die Young Boys sind dem ersten Titel seit 1987 einen weiteren Schritt näher gekommen. Innerhalb von zehn Minuten sorgten sie dank dem Penalty von Guillaume Hoarau (55.) und dem Eigentor von Marek Suchy (65.) für die Entscheidung im von der Intensität her hochklassigen Halbfinal. Am 27. Mai spielen die Berner gegen die Grasshoppers oder den FC Zürich, die sich am Mittwoch gegenüberstehen, um den siebten Cupsieg der Vereinshistorie, dem ersten seit fast 31 Jahren.

Es könnte für YB die ganz grosse Saison werden. Nach den 90 Minuten im Cup-Halbfinal spricht noch mehr dafür, dass die lange Titel-Durststrecke im Frühsommer ein Ende finden wird. Der Leader der Super League trat überzeugend auf, er war bereit gegen einen sehr kämpferisch eingestellten FC Basel, der aber ziemlich ideenlos agierte und erst gut 20 Minuten vor Schluss YB-Keeper Marco Wölfli erstmals forderte.

Umstrittener Penalty

Zu diesem Zeitpunkt führte YB verdient mit 2:0. Die beiden Tore fielen nichtsdestotrotz auf glückhafte Art und Weise. Den Penalty, den Hoarau souverän verwandelte, hatte Dimitri Oberlin mit einem Handspiel verschuldet, das wohl nicht jeder Schiedsrichter geahndet hätte. Der Ball sprang nach einem abgefälschten Freistoss zufällig an den ausgestreckten Arm des jungen Stürmers. Und neun Minuten später lenkte Suchy eine Hereingabe von Kevin Mbabu ins eigene Netz.

Handspiel und Penalty zur Führung. (Quelle: SRF)

Das Eigentor von Suchy zum 2:0. (Quelle: SRF)

Die Antwort des FC Basel blieb aus. Eine gefährliche Aktion des eingewechselten Mohamed Elyounoussi und ein Weitschuss von Michael Lang waren die bescheidene Ausbeute gegen die von A bis Z sehr konzentriert und abgeklärt auftretende YB-Abwehr um Captain Steve von Bergen. Die Basler waren fraglos bemüht. Sie versuchten mit ihrem verstärkten Mittelfeld vor der Dreierabwehr, von Beginn weg die Kontrolle zu gewinnen und Chancen zu erspielen. Es gelang ihnen aber nicht.

Eindrückliches YB

Es entwickelte sich von der ersten Minute an ein Spiel von grosser Intensität. Um jeden Ball wurde unerbittlich gekämpft. Das hatte seinen Reiz an diesem bitterkalten Abend im Stade de Suisse, obwohl der kompromisslose Einsatz auf Kosten der Präzision ging - insbesondere beim FC Basel. Dieser bekundete Mühe, eine spielerische Linie und das Gleichgewicht zwischen Kampf und Kombinationsspiel zu finden. In der Offensive gelang ihm zu wenig. Zum vierten Mal in diesem Jahr blieb der Double-Gewinner ohne eigenen Treffer.

Die Young Boys machten den stilistisch sichereren Eindruck. Die Tabellenlage in der Liga - YB Erster, FCB Zweiter - wurde in diesem Match bestätigt. Torchancen hatten bis zum 2:0 nur die Berner, die auch über längere Zeit Druckphasen aufbauen konnten, etwa in en ersten 20 Minuten nach der Pause. In diesem Zeitraum fielen nicht nur die beiden Treffer, sondern traf Sékou Sanogo auch noch die Latte. Bereits in der ersten Halbzeit hatten Loris Benito und Christian Fassnacht den FCB-Keeper Tomas Vaclik ernsthaft getestet.

Basels Offensivflaute – Berner Kampfeslust

Luca Zuffi meinte nach der Niederlage gegenüber SRF selbstkritisch, dass «wir nicht mehr jene Sicherheit in unserem Spiel haben, die uns früher ausgezeichnet hat». Basels Mittelfeldspieler bemängelte auch die fehlende Durchschlagskraft seines Teams seit Rückrundenbeginn. Auch Trainer Raphael Wicky sah in der momentanen Torflaute ein grosses Problem. «Wir sind auf den letzten 35, 40 Metern nicht präzis genug. Wir brachten auch heute offensiv zu wenig zustande.» Der Walliser wollte diesen Umstand aber nicht mit den Umstellungen seit der Winterpause in Verbindung bringen. «Die Kleinigkeiten haben in diesem Halbfinal entschieden. Wenn man ein paar Mal verliert, zehrt das immer am Selbstvertrauen.» Wicky schloss seine Ausführungen mit dem vielsagenden Zitat: «Das Momentum ist bei YB.»

YB-Goalie Marco Wölfli gab vor der Kamera zu, dass «meine Batterien jetzt leer sind.» Der Routinier lobte seine Vorderleute, die defensiv eine «Weltklasse-Leistung» gezeigt hätten. «Wir liessen dem Gegner nicht viele Chancen zu.» Dem Torhüter gefiel auch die «kontrollierte Aggressivität gegen ein starkes Basel in einem sehr intensiven Spiel mit vielen Emotionen».

Adi Hütter sprach von einem verdienten Sieg seiner Mannschaft «in einem Spiel voller Leidenschaft, Emotionen und Begeisterung». Der Trainer der Berner warnte aber nach dem Erfolg: «Wir freuen uns, dass wir im Cupfinal stehen. Doch erreicht haben wir noch nichts. In der Meisterschaft nehmen wir Schritt für Schritt.» Schmunzelnd fügte der Österreicher an: «Für diese kalten Temperaturen habe ich ein heisses Spiel gesehen.»

Young Boys - Basel 2:0 (0:0)

23'519 Zuschauer. - SR Klossner. Tore: 55. Hoarau (Handspenalty) 1:0. 65. Suchy (Eigentor/Flanke Mbabu) 2:0.Young Boys: Wölfli; Mbabu, Nuhu, von Bergen, Benito; Fassnacht (77. Lotomba), Sow, Sanogo, Sulejmani (87. Ngamaleu); Hoarau, Assalé (91. Bertone).Basel: Vaclik; Xhaka (66. Elyounoussi), Lacroix, Suchy; Lang, Serey Die, Zuffi, Petretta; Oberlin, van Wolfswinkel (82. Bua), Stocker (74. Campo).Bemerkungen: Young Boys ohne Schick (gesperrt) und von Ballmoos (verletzt). Basel ohne Balanta (verletzt). 21. Tor von Hoarau wegen Offside nicht anerkannt. Verwarnungen: 29. Xhaka (Foul). 31. Mbabu (Unsportlichkeit). 40. Lacroix (Foul). 62. Lang (Foul). 89. Suchy (Foul). 92. Serey Die (Foul). 92. Von Bergen (Reklamieren).

SDA/fsc/fal

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