Hoeness bei den Bayern: Das Ende einer Ära?

Mitten in der Idylle der USA-Reise des FC Bayern kommen die Gerüchte um den Rückzug von Uli Hoeness als Präsident ziemlich überraschend.

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Der FC Bayern München ist gerade in den USA unterwegs. Die Münchner haben auf der zehn Tage dauernden Reise elf Mal trainiert, was vor allem Trainer Niko Kovac erfreute, der ja durchaus Bedenken angemeldet hatte, dass all die Termine abseits von Spielfeld und Trainingsplatz die Vorbereitung auf die kommende Saison stören könnten: «Wir sind sehr zufrieden, was wir physisch und fussballerisch erarbeitet haben – die Jungs wirken trotz der Flüge sehr frisch.»

Diese Jungs haben bei den öffentlichen Auftritten (eine unglückliche Niederlage gegen den FC Arsenal und Siege gegen Real Madrid und Mailand) die Debatten um die Kaderplanung ein bisschen beruhigt, Kovac sagt deshalb: «Wir sind nicht nur zufrieden, wir sind ausserordentlich zufrieden.»

Aber natürlich: Was wäre der FC Bayern, der früher immer wieder mal «FC Hollywood» genannt worden ist, wenn er nicht für ein paar Hollywood-Dramen sorgen würde? Es gab schon in Los Angeles inmitten all der offen zur Schau gestellten Harmonie eine gewissen Grundunruhe zu bestaunen, die mit dem Gerede um den Transfermarkt zusammenzuhängen schien. Nun sieht es eher so aus, als habe das weniger mit der Zusammenstellung des sportlichen Kaders zu tun gehabt als vielmehr damit, wie sich der komplette Verein künftig aufzustellen gedenkt.

Auf der USA-Reise gab es keine Anzeichen für einen Hoeness-Rückzug

Es gibt da diesen Bericht der Bild-Zeitung, demzufolge Uli Hoeness nach 40 Jahren in der Clubführung im November nicht mehr zur Wiederwahl als Präsident antreten, auch seinen Posten als Aufsichtsratschef demnach aufgeben will. Der Verein selbst hat den Bericht bislang nicht kommentiert, auch Niko Kovac wollte unter Verweis auf die nicht-offizielle Quellenlage keinen Kommentar abgeben. Spieler David Alaba sagte nach der Partie gegen Mailand laut Sport-Bild: «Im ersten Moment war das ein Schock, ich war auf so etwas nicht vorbereitet.»

Es sei «schwierig», sich den FC Bayern ohne ihn vorzustellen. Joshua Kimmich ergänzte: «Ich habe die Bombe noch nicht einschlagen hören. Wann hört er auf?» Er kenne «den FC Bayern eigentlich nur mit Uli Hoeness. Ich weiss nicht, ob es ein Fakt ist oder nur ein Gerücht. Ich kann es mir gar nicht vorstellen.»

Es hat auch auf der USA-Reise keine Anzeichen für einen Rückzug von Hoeness gegeben, auch wenn zahlreiche Fans gefragt haben, warum der Präsident denn nicht mitgeflogen sei. Es gab dann auch diese kleinen Sticheleien von Rummenigge gegen Kovac. «Seine erste Saison war nicht vergnügungssteuerpflichtig, aber lehrreich», sagte er zum Beispiel über den Trainer, den er ja für einen Hoeness-Trainer hält, und er lobte explizit Kovac' neuen Assistenten: «Ein wichtiger Neuzugang ist Hansi Flick, er wird eine grosse Hilfe für Niko.»

Eine Zukunft ohne Rummenigge und Hoeness

Rummenigge hatte schon vor der Abreise zu grösserer Vorsicht bei Kommentaren über mögliche Transfers gemahnt, das wird nun natürlich als Botschaft an Hoeness und dessen Aussagen aus dem Februar («Wenn Sie wüssten, wen wir schon alles sicher haben für die neue Saison – aber das Problem ist doch: Wenn wir jetzt schon bekannt geben, wen wir haben, dann sind die böse, die vielleicht nicht mehr spielen. Die Atmosphäre muss doch passen!») gewertet. Rummenigge selbst möchte ja Ende 2021 seinen Posten beim FC Bayern abgeben, davor will er den designierten Nachfolger Oliver Kahn einarbeiten. Ein FC Bayern ohne Rummenigge und Hoeness klingt derzeit schwer vorstellbar, dürfte aber in gar nicht mal so ferner Zukunft Realität werden.

Hoeness, der langjährige Spieler, Manager und Präsident des Rekordmeisters, habe bereits einen Wunsch-Kandidaten für die Nachfolge ins Auge gefasst. Dabei handelt es sich um den ehemaligen adidas-Boss Herbert Hainer, aktuell Hoeness' Stellvertreter im Aufsichtsrat.

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Danke Uli für alles!???????? Uli Hoeness zieht sich noch in diesem Jahr aus der Klubführung zurück! Der 67-Jährige wird sich im November 2019 nicht erneut zur Wiederwahl als Präsident stellen. Ausserdem wird er sein Amt als Aufsichtsratschef aufgeben. Ulis Stellvertreter Herbert Hainer ( Ex-Adidas-Chef ) soll sein Nachfolger werden. Er ist im momentan im Aufsichtsrat des FC Bayern tätig. ——— Teilen? Gerne, aber bitte markieren???????? ——— Schreibt mir eure Meinungen in die Kommentare. ??????????? ——— @bayerninsider folgen um nichts mehr zu verpassen! ???? ——— Foto: www.sportbuzzer.de / dpa #fcb #fcbayern #miasanmia #news #transfer #city #barcelona #realmadrid #bvb #s04 #football #fussball #fussball #fussballcommunity #fussballfans #fussballnews #hoeness #uli #ulihoeness

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«Er ist die prägende Figur in zig Jahrzehnten gewesen. Das ist einmalig», sagte Leon Goretzka über Hoeness, wollte aber ebenso die persönliche Vermeldung des vermeintlichen Rückzugs abwarten. Und dann gibt es noch den Satz von David Alaba: «Aber egal, ob er einen Posten hat oder nicht, er wird immer Einfluss auf den Verein haben.»

Hoeness hatte erst Anfang Mai sein 40-jähriges Amtsjubiläum als Manager und Macher des Vereins gefeiert. «Ich werde mich nach der Saison in aller Ruhe mit meiner Familie zusammensetzen und bis Ende Juni entscheiden, ob ich noch einmal antrete oder nicht. Diesen Fahrplan kennen alle im Verein», hatte Hoeness anlässlich des Jubiläums in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur erklärt. «Ich bin in der Sache total entspannt. Eines ist aber auch klar: Man darf sich nicht einbilden, dass man unersetzlich ist. Jeder ist ersetzbar», fügte er hinzu.

Ihn werde «niemand toppen»

Die Erfolgsgeschichte, die er als Manager und anschliessender Präsident geschrieben hat, ist aussergewöhnlich und einzigartig im Weltfussball. «Diese Leistung wird niemand toppen», sagte einmal sein Freund Jupp Heynckes, lange erfolgreich auf der Trainerbank der Bayern.

Als Manager wurde Hoeness einst als «Raubritter» und «Pferdehändler» beschimpft, er lieferte sich legendäre Kämpfe mit dem Fussballtrainer Christoph Daum oder dem langjährigen Werder-Bremen-Manager Willi Lemke. «Ich wollte den FC Bayern nach oben bringen, um jeden Preis», sagte er, bis auf «meine Steuergeschichte» habe er dabei nicht so «viele gravierende Fehler gemacht». Der grösste, das gab Hoeness wiederholt zu, sei die Entlassung von Heynckes 1991 gewesen, der ihm später mit dem Triple 2013 den Höhepunkt schenkte.

Der «Kicker» hat Hoeness, der die USA-Reise der Bayern nicht mitgemacht hat, inzwischen als Erster in seinem Domizil am Tegernsee erreicht. Er wolle die Mutmassung weder bestätigen noch dementieren, sagte Hoeness. Und: «Am 29. August werde ich dem Aufsichtsrat meine Entscheidung mitteilen, vorher gibt es von mir keine offizielle Erklärung.»

Erstellt: 24.07.2019, 11:13 Uhr

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