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«Hören wir endlich mit Vogel auf!»

Seit dreieinhalb Jahren führt Stephan Anliker (60) die Grasshoppers: «Ich habe dazugelernt, das musste ich auch.» Foto: Reto Oeschger

Sie müssen uns helfen, weil wir es auch nach zwei Wochen noch nicht begriffen haben: Wieso haben Sie Trainer Carlos Bernegger entlassen?

Wieso soll die Entwicklung unter Bernegger nicht gestimmt haben?

Während des vierten Spiels in Basel entschieden Sie auf der Tribüne, dass es mit ihm nicht weitergehen kann. Ist das fair?

Haben Sie so viele Trainings ­gesehen, dass Sie die Situation ­beurteilen können? Oder hat Ihnen jemand Bericht erstattet?

Können wir es so festhalten: Dass sich GC im Frühsommer für die Verlängerung mit Bernegger ­entschied, war ein Fehler. Yakin wäre ja damals bereits verfügbar gewesen.

Seine Vertragsverlängerung liegt auch jetzt noch nicht weit zurück, dennoch kam er gerne zu GC.

Zwischen dem Match in Basel und der Entlassung lagen 13 Tage. ­Mussten Sie zuerst den früheren ­Sportchef und heutigen Einflüsterer Erich Vogel fragen, bis Sie den Trainer wechseln durften?

Als die Entlassung feststand, aber noch nicht ausgesprochen war, besiegte GC St. Gallen 2:0. Es war das bisher beste Saisonspiel. Was haben Sie danach gedacht?

Sie wurden für den Entscheid ­medial auch heftig kritisiert.

Es liesse sich aufgrund dieses 2:0 behaupten, dass sehr wohl eine positive Entwicklung eingesetzt hat unter Bernegger.

Sie sagen: Ich war überzeugt, ich habe bestimmt. . . War der Trainerwechsel Ihr einsamer Entscheid?

«Was Yakin ­mitbringt: Ruhe, Ausstrahlung und Souveränität.»

Ist Yakin der Heilsbringer?

Erich Vogel war mit Sportchef ­Mathias Walther ab und an bei den Trainings. Vogel hält viel von Yakin. Wie stark hat er Sie bei der ­Meinungsbildung beeinflusst?

Vogel erteilten Sie vor zweieinhalb Jahren ein Besuchsverbot für den Campus wegen seiner Machtspiele.

Wieso?

Verblüffend ist die Wende bei Vogel. Als wir Sie vor zwei Jahren interviewten, polterten Sie: «Jetzt hören Sie mal mit diesem Vogel auf!»

Jetzt ist Vogel ­Ratgeber von Ihnen, von Walther, von CEO Huber, von Spross und Stüber als wichtigen Geldgebern, und Yakin steht er auch nahe.

Was gibt Ihnen Vogel?

Sehen Sie: Schon wieder.

«Ich habe auch einen klaren Führungsanspruch.»

Es krachte früher nicht nur im VR. Bei der Entlassung des damaligen Sportchefs Axel Thoma im Frühjahr 2015 redeten Sie ziemlich deutlich.

In der Kurzform hiess das: Thoma sei ein ahnungsloser Blender.

Wir kommentierten damals, Sie seien ein Präsident auf der Suche nach Macht und Glaubwürdigkeit. Treten Sie seither bestimmter auf?

Weil es so viele Strömungen gibt?

Ist es nicht so, dass bei GC die vier grossen Investoren die Clubpolitik bestimmen? Sie, Spross, Stüber sowie ein Mister Unbekannt.

Sie reden häufig von Nachhaltigkeit und Strategie. Wo ist das zu sehen?

Greift GC jetzt an?

Kann man. . .

Stimmt es, dass sich Spross und Stüber wieder verstärkt engagieren werden? Die zwei wollen ja Roland Klein als ihren Vertreter in den Verwaltungsrat bringen.

Das heisst?

«Je eher das Stadion steht, desto besser ist das für Investoren.»

Auch von Ihnen und vom vierten Geldgeber?

Was ist denn das?

Sie müssen die Struktur bereinigen. Das bedingt, dass viele kleine Aktionäre auf ihren Anteil verzichten. . .

. . . damit die Vierergruppe um Sie und Spross den Grossteil ­übernehmen kann.

Wieso geben Sie GC eigentlich Geld?Das habe ich mich auch schon gefragt (lacht). Die Miteigentümer der Ducksch-Anliker-Gruppe. . .

. . . haben das auch schon gefragt?

Läuft die Investition unter Werbung?

Also gehören die Aktien Ihrer Firma?

Wie viele sind es?

Sie würden das Geld besser privat in GC investieren.

Weil sich gemeinnützige ­Zuwendungen doch steuerlich absetzen lassen.

Was kostet Sie GC im Jahr?

Wenn Sie über das neue ­Finanzierungsmodell nachgedacht haben, können Sie uns sicher auch sagen, was von den künftigen ­Aktionären pro Jahr an Mitteln kommen soll. 10 Millionen?

Lässt sich damit an der Spitze ­mithalten?

Stimmt die Planung, wenn GC, Stand jetzt, ein Kader von 26 Spielern hat? So viel braucht es doch niemals.

Zu spät?

Wie geht es weiter? Es ist doch denkbar, dass es unruhig wird, dass Yakin Spieler wie Doumbia oder Jeffrén für nicht gut genug befindet, von denen Walther viel hält.