GC unterliegt im Spitzenkampf

Die Grasshoppers verlieren nach der Niederlage in Lausanne etwas den Anschluss. Der Rückstand auf den Leader beträgt nun fünf Punkte.

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Wenn man die Augen zusammenkniff und so die blendenden Scheinwerfer ignorierte, dann schaffte man es irgendwie, auf die handgeschätzte Zahl von 59 zu kommen. So viele Fans des Grasshopper Club hatten sich zum Anpfiff im Stade Olympique de la Pontaise eingefunden, um das Spiel gegen den FC Lausanne-Sport sehen. Es ist ein Rätsel, warum die Liga diese Partie an einem Mittwoch um 20 Uhr angesetzt hatte. Schliesslich war bereits vor der Saison abzusehen, dass diese Affiche wohl das erste Spitzenspiel der Challenge-League-Saison 2019/20 sein würde. Der Rekordmeister und Absteiger aus Zürich gegen den neureichen Aufstiegskandidaten aus der Westschweiz, Zweiter gegen Erster.

Wenigstens gab die Haupttribüne dieses wunderbaren Stadions aus der Nachkriegszeit der Partie den würdigen Rahmen. Und in der 44. Spielminute erhielten die 59 GC-Fans Unterstützung. Wie aus dem Nichts trat nämlich eine weitere Schar durch die Tribünenöffnung. Ihr Extrazug war irgendwo zwischen Biel und Neuenburg stecken geblieben, offenbar wegen eines Personenunfalls, jedenfalls aber ohne Zutun der Fans.

Als sie eintrafen, waren unter der Haupttribüne die Fondue-Caquelons der «Bruderschaft des FC Lausanne-Sport» längst abgekühlt, die Klänge der jungen Rapper vor dem Stadion verstummt und die Sonne hinter dem Jurahügel Crête de la Neuve untergegangen. Und auf dem Rasen stand es 1:0 für den Tabellenführer Lausanne – weil die Grasshoppers Fehler an Fehler reihten, Bälle wegen technischer Unzulänglichkeiten verloren oder ihn gleich direkt zum Gegner spielten.

GC-Offensive höchstens Durchschnitt

Vor dem 1:0 in der 37. Minute reichte ein Fehlzuspiel im Mittelfeld, dann ein fein gespielter Pass in die Tiefe von Lausannes Stjepan Kukuruzovic auf Andi Zeqiri. Dieser gewann das Laufduell der 20-Jährigen gegen Allen Njie und bezwang Mirko Salvi mit einem Schuss via Lattenunterkante. Zeqiris schliesst mit seinem siebten Treffer zum Ligatopscorer und Teamkollegen Aldin Turkes auf, Lausanne steht nach acht Runden bei 24 Treffern, also drei pro Spiel. Im Vergleich zur besten Offensive der Challenge League ist der Angriff der Grasshoppers höchstens Durchschnitt, zwölf Tore haben sie bisher erzielt. Auf der Pontaise hörten ihre Ideen meist bei den Weitschüssen auf. Gelungene Spielzüge oder Gefahr nach Einzelaktionen waren selten. Und so fiel der Ausgleich nach einem Eckball, Marko Basic traf nach einer Stunde per Kopf zum 1:1.

Abgesehen von einer vergebenen Doppelchance durch Giotto Morandi und Mersim Asllani gab das Tor den Zürchern kaum Aufschwung. Lausanne hingegen machte vor offiziell 4625 Zuschauern einfach weiter. Christian Schneuwly hatte in der 67. Minute so viel Platz wie in einem Supermarkt kurz nach Ladenöffnung am frühen Morgen. Und beim 2:1-Siegtreffer spielten sich der eingewechselte Lausanner Torschütze Dan Ndoye und Kukuruzovic per Doppelpass durch die GC Abwehr. Das alles ging zu einfach, die Grasshoppers schiessen nicht nur zu wenig Tore, sie machen es einem Team wie Lausanne auch in der Abwehr zu einfach.

Von einem Unentschieden recht weit entfernt

GC-Trainer Uli Forte hatte sein Team im Vergleich zum Spiel gegen Kriens in der Vorwoche fast unverändert belassen. Einzig Basic war nach einer Rotsperre ins Team zurückgekehrt. Gegen Kriens hatte eine schwache Leistung zum Sieg gereicht, gegen Lausanne war GC auch von einem Unentschieden recht weit entfernt. Weil Wil gegen Vaduz gewann, lagen die Grasshoppers beim Schlusspfiff auf Rang 3. Und die verspäteten Fans falteten ihre Banderole wieder zusammen. Auf dieser stand: «Vorwärts GC Züri.»

(saw / dho)

Erstellt: 25.09.2019, 22:37 Uhr

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