Hooligan Stefan N. läuft bei GC wieder an vorderster Front

Beim 1:0 von GC gegen Lausanne-Ouchy überrascht die Anwesenheit des schweizweit bekannten Ultras.

Bekam nach den Eklats von Sitten und Luzern Stadionverbot, reist aber immer noch zu Auswärtsspielen: Stefan N.

Bekam nach den Eklats von Sitten und Luzern Stadionverbot, reist aber immer noch zu Auswärtsspielen: Stefan N. Bild: Manuel Geisser

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Der Gesang der GC-Fans vor dem Spiel ist schon am Bahnhof in Nyon zu hören. Auch wenn es nicht sehr viele sind, zwei Extrabusse reichen, um sie ins Stadion zu bringen. Als die Gruppe von der Unterführung zu diesen Bussen hochkommt, geht ein Mann voraus, der im Frühjahr schweizweite Bekanntheit erlangt hat: Stefan N., auffällig geworden als rechtsextremer Hooligan, tätowierte Glatze, Vollbart. Er steigt als Erster in einen Bus, stumm, nicht wie die johlende Truppe, die ihm folgt.

Stefan N. ist der Mann, der im Frühling Spielabbrüche in Sitten und Luzern mitprovozierte. Seine Präsenz in Nyon überrascht. Auch seinetwegen wollte sich die Kurve in dieser Saison anders präsentieren, sich distanzieren. Beim Spiel gegen Schaffhausen im August stand auf Transparenten: «Ob jung oder alt / Schwarz oder wiss / Arm oder rich / GC Züri, mir liebed dich.» Und als Schriftzug auf der Brust hat man sich auf Anregung der Fans auf «No to Racism» geeinigt.

Die Schande von Luzern: GC-Hooligans provozierten nach dem 4:0 des FCL den Abbruch des Spiels. (Video: SRF, SDA, Leser-Reporter)

Nun läuft N. wieder vorne mit. GC-Präsident András Gurovits ist überrascht, als er davon hört, will es aber nicht als Zeichen werten. Sein Sicherheitschef bestätigte ihm zwar die Anwesenheit des Anhängers, aber auch, dass N. nicht im Stadion war. «Das verhängte Stadionverbot wird durchgezogen», sagt Gurovits, das beruhigt ihn. Bald wird er erneut mit den Fan-Vertretern zusammensitzen, er will das Thema ansprechen, genauso wie die Pyros, die auswärts stets gezündet werden. Auch in Nyon, sie ärgern Gurovits.

Dafür freut ihn das Resultat. Der Gast tut sich zwar schwer, in neuer Formation offensiv gefährlich zu werden. Drei Punkte gibt es trotzdem, Cabral schiesst das einzige Tor des Spiels nach einem Abpraller. Erstmals von Beginn weg mittun darf Oliver Buff, Pfiffe sind während des Spiels keine zu hören. Nur davor habe es einige gegeben, sagt Buff, er habe versucht, sie auszublenden. Mit dem 27-Jährigen in der Startformation ändert sich bei GC einiges. Gab es vorher fast nur das Flügelspiel über Pusic und Gjorgjev, findet dieses gegen Lausanne-Ouchy kaum statt. Gjorgjev sitzt gar auf der Bank, er habe viel gespielt und eine Pause verdient, sagt Uli Forte.

Buff feierte vor der Kurve

Als sich die GC-Spieler nach dem Spiel von der Kurve feiern lassen, ist auch Buff zum ersten Mal mittendrin, springt mit seinen neuen Kollegen auf und ab und macht mit beim Hu-Jubel der Anhänger. Er sagt: «Ich hoffe, dass ich jedes Spiel den einen oder anderen mehr überzeugen kann.» Die engagierte Leistung vom Samstag ist eine erste Annäherung, Buff soll Dreh- und Angelpunkt des GC-Spiels werden.

Andere werden die Rückrunde, die für GC Ende Januar in Chiasso beginnt, kaum unter Forte in Angriff nehmen. Die sportliche Führung um Fredy Bickel will das Kader straffen, bereits jetzt trainieren Robin Kamber, Kevin Monzialo und Nikola Sukacev nur noch mit der U-21. Weitere könnten dazukommen.

Stade Lausanne-Ouchy - GC 0:1 (0:0)
Stade de Colovray. - 450 Zuschauer - SR Piccolo.
Tore: 65. Cabral 0:1.
GC: Salvi; Arigoni, Souare, Cvetkovic, Wittwer; Salatic; Pusic (78. Diani), Buff, Morandi (84. Morandi), Cabral; Ben Khalifa (88. Momoh).


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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Erstellt: 01.12.2019, 21:07 Uhr

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