Hummels geht auf Hoeness los

Dortmunds abwanderungswilliger Star wurde gegen Wolfsburg von den eigenen Fans mit üblen Beschimpfungen eingedeckt. Doch alles lässt er sich nicht gefallen.

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Dortmunds Weltmeister Mats Hummels, dessen Vertrag noch bis 2017 Gültigkeit hätte, hat um seine vorzeitige Freigabe gebeten und angekündigt, er werde zum Erzrivalen Bayern München wechseln. Am Samstag wurde der Captain beim 5:1-Sieg gegen Wolfsburg bei jedem seiner 123 Ballkontakte von den eigenen Fans mit gellenden Pfiffen und üblen Beschimpfungen eingedeckt.

Aber alles lässt sich der Weltmeister nicht gefallen. Schon gar nicht, wenn Bayerns ehemaliger Präsident Uli Hoeness gegenüber den Medien behauptet, Hummels selbst habe sich angeboten. «Wenn einer an die Tür klopft, dann wird der FC Bayern schlecht beraten sein, die Tür nicht aufzumachen», erklärte Hoeness, obwohl er zurzeit kein offizielles Amt beim deutschen Rekordmeister bekleidet.

«Ich habe mich nirgendwo angeboten»

Dieses Statement brachte Hummels auf die Palme. «Das ist der grössten Humbug, den ich je gehört habe», wies Hummels die Behauptung von Hoeness gegenüber «Bild» scharf zurück. Die Initiative zum Wechsel sei nicht von ihm ausgegangen. «Ich habe mich nirgendwo angeboten.»

Dies bestätigt auch Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, der gegenüber Sky klarstellte, dass Uli Hoeness da offenbar etwas missverstanden habe. «Angeklopft hat Bayern München, nicht Mats Hummels. Mats ist nicht offensiv auf uns zugegangen, wir haben gefragt, ob er sich einen Wechsel vorstellen könnte.» Er habe mit Hoeness darüber gesprochen und er habe es auch verstanden. «Er ist jetzt informiert und aufgeklärt.»

Trotz der Wirren: Der Transfer von Mats Hummels zu den Bayern wird voraussichtlich über die Bühne gehen. Experten rechnen mit einer Ablösesumme zwischen 30 und 40 Millionen Euro. Der Poker ist eröffnet.

Erstellt: 02.05.2016, 11:19 Uhr

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