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Hymnen-Affäre: Sarkozy greift ein

Für Aufregung und heisse Köpfe sorgen in Frankreich die Pfiffe während der «Marseillaise» beim Fussball-Match gegen Tunesien. Sogar Staatspräsident Nicolas Sarkozy mischt sich ein.

Am Mittag gab der französische Fussball-Verband nach einer Sitzung überraschend bekannt, dass der umstrittene Nationaltrainer Raymond Domenech seinen Job behalten darf. Doch diesem Zeitpunkt hatte ein anderes Fussball-Thema bereits die Schlagzeilen erobert und Staatspräsident Nicolas Sarkozy im Elysée bereits einen Krisengipfel einberufen.

Die «skandalösen Vorkommnisse» im Stade de France am Dienstagabend, als tunesische Fans beim Länderspiel ihrer Mannschaft im «Stade de France» in St. Denis gegen Frankreich die «Marseillaise» mit Buhrufen und Pfiffen begleiteten, hatten sogar das Staatsoberhaupt auf den Plan gerufen. Die Franzosen gewannen darauf das Spiel gegen das Team von Yassin Mikari (GC) und Saïf Ghezal (YB) 3:1.

Premierminister François Fillon fordert bereits drastische Massnahmen. «Das war eine Beleidigung für Frankreich und seine Nationalspieler. So etwas sollte nicht toleriert werden», schimpfte er. «Ich finde, man sollte so eine Veranstaltung sofort beenden, wenn bei einer der Hymnen laute Buhrufe zu hören sind.»

Nulltolleranz bei Pfiffen

Sarkozy zitierte Verbands-Chef Jean-Pierre Escalettes sowie Sportministerin Roselyne Bachelot und Staatssekretär Bernard Laporte, um über die Situation und Präventionsmöglichkeiten zu diskutieren. Laporte hatte bereits vorgeschlagen, Spiele gegen nordafrikanische Länder nicht mehr in St. Denis vor den Toren von Paris auszutragen.

In Zukunft sollen Freundschaftsspiele nicht angepfiffen werden, wenn die Nationalhymne ausgepfiffen wird. Sarkozy habe die Vorkommnisse ums Spiel «sehr schlecht» aufgenommen, erzählte Escalettes nach dem Treffen.

Ähnliche Vorfälle wie am Dienstagabend hatte es bereits bei den Länderspielen der Franzosen gegen Marokko im November 2007 und gegen Algerien vor sieben Jahren gegeben. Viele Einwanderer leben in den Banlieues um Paris.

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