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«Ich bin noch nicht ganz zufrieden mit Drmic»

Ottmar Hitzfeld lobt den zweifachen Torschützen nach dem Test gegen Kroatien und bezeichnet ihn als «überragenden Spieler», erwartet aber Verbesserungen im spielerischen Bereich.

Die Schweiz und Kroatien trennen sich in St. Gallen 2:2. Dabei trifft Josip Drmic gleich zweimal.
Die Schweiz und Kroatien trennen sich in St. Gallen 2:2. Dabei trifft Josip Drmic gleich zweimal.
Keystone
Schweizer Torjubel nach einer recht guten ersten Halbzeit und dank Drmic, der seine ersten Goals für die Schweizer A-Nationalmannschaft schiesst.
Schweizer Torjubel nach einer recht guten ersten Halbzeit und dank Drmic, der seine ersten Goals für die Schweizer A-Nationalmannschaft schiesst.
Keystone
Auch die Kroaten haben einen Goalgetter: Ivica Olic (r.) düpiert zweimal die Schweizer Abwehr und trifft wie Drmic zweimal.
Auch die Kroaten haben einen Goalgetter: Ivica Olic (r.) düpiert zweimal die Schweizer Abwehr und trifft wie Drmic zweimal.
Keystone
Gökhan Inler spielt eine starke erste Hälfte, wird dann aber später ausgewechselt – wie Valon Behrami. Dadurch geht die Ordnung im Schweizer Spiel verloren.
Gökhan Inler spielt eine starke erste Hälfte, wird dann aber später ausgewechselt – wie Valon Behrami. Dadurch geht die Ordnung im Schweizer Spiel verloren.
Keystone
Ex-FCB-Spieler Ivan Rakitic im Zweikampf mit Inler – der Captain von Sevilla beweist in der 2. Hälfte, dass er gute Flanken schlagen kann.
Ex-FCB-Spieler Ivan Rakitic im Zweikampf mit Inler – der Captain von Sevilla beweist in der 2. Hälfte, dass er gute Flanken schlagen kann.
Keystone
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Ottmar Hitzfeld, das 2:2 gegen Kroatien war das letzte Testspiel vor dem WM-Trainingslager. Wie lautet ihre Bilanz?

Ich wollte die Spielweise für die WM in Brasilien testen, wo uns hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit erwarten. Wir wollten bei kroatischem Ballbesitz abwarten, weil die klimatischen Verhältnisse an der WM kein intensives Pressing zulassen, doch wir haben zu viel abgewartet. In der zweiten Halbzeit brachten die Kroaten mit Modric, Mandzukic und Eduardo viel Potenzial auf den Rasen. Sie waren nach der Pause besser als wir, kamen zu einigen gefährlichen Situationen vor unserem Tor und wir gerieten bei Standards gegen die vielen grossgewachsenen Spieler immer wieder unter Druck.

Die Schweiz der ersten Halbzeit hatte mit der Schweiz der zweiten Halbzeit nicht mehr viel zu tun – personell und leistungsmässig.

Wir haben zwei völlig verschiedene Halbzeiten gesehen. Vor der Pause kontrollierten wir die Partie, verteidigen als Mannschaft sehr gut und waren in der Offensive gefährlich vor dem Tor. Josip Drmic war der überragende Spieler, er konnte seine Schnelligkeit ausspielen und war immer brandgefährlich – nicht nur bei seinen beiden Toren, schon in einigen Szenen davor. Es ist wichtig, dass ein Spieler in der Lage ist, seine Stärken einzubringen. Wir haben versucht, ihn mit Steilpässen zu lancieren. Die Schnelligkeit, die Grundschnelligkeit, der Antritt, das ist im internationalen Fussball enorm wichtig. Ausserdem hat sich Drmic zuletzt im spielerischen Bereich verbessert. Ich bin aber noch nicht ganz zufrieden mit ihm und hoffe, dass er sich weiter verbessert.

Wie wichtig ist für Sie die Erkenntnis, dass Drmic nicht nur bei seinem Club in Nürnberg stark spielen und Tore erzielen kann, sondern auch im Nationalteam?

Ich freue mich, dass er eine weitere Alternative ist. Sein Auftritt hat gezeigt, wie wichtig die aktuelle Form jeweils ist. Wer an der WM spielt, werden wir sehen. Ich hoffe, dass Seferovic in San Sebastian weitere Einsatzmöglichkeiten erhält, das ist gerade für einen jungen Spieler wie ihn wichtig.

Gibt es weitere Lehren, die sie aus diesem Match ziehen?

Es hat sich vieles bestätigt, was ich schon wusste: Spielen wir in Bestbesetzung, haben wir eine starke Mannschaft. Wir haben in der ersten Halbzeit im Mittelfeld viele Zweikämpfe gewonnen und in der Abwehr wenig zugelassen. Mit den sechs Wechseln in der zweiten Halbzeit veränderte sich das Spiel, nach der Auswechslung von Valon Behrami hat uns im Mittelfeld der Motor gefehlt. Wir wissen, wie viele Zweikämpfe er gewinnt; wir wissen, dass Shaqiri auf der Seite immer zwei, drei Gegenspieler auf sich zieht und so Räume schafft für seine Mitspieler; wir wissen auch, dass Inler nur schwierig zu ersetzen ist. Ohne diese Spieler verlieren wir an Qualität, das ist für ein kleines Land wie die Schweiz normal. (Aufgezeichnet: ukä.)

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